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Julian Korb geht nach Hannover
Ein Eigengewächs verlässt Borussia

Das ist Julian Korb
Das ist Julian Korb FOTO: afp, PST-iw
Mönchengladbach. Es gab eine Zeit, da war Julian Korb total hip bei Borussia. Das war im Dezember 2015, und der damalige Trainer André Schubert hatte in Mönchengladbach die Dreierkette mit zwei offensiven Außenverteidigern installiert. Borussia siegte 3:1 gegen den FC Bayern, Julian Korb machte ein großes Spiel auf der rechten Seite. Von Karsten Kellermann

Das dritte Tor durch Fabian Johnson leitete er mit seinem Pass ein. Wenige Tage später, im Champions-League-Spiel in Manchester (2:4), traf Korb sogar, Borussia machte ein großes Spiel, führte lange 2:1, bevor es in der Schlussphase noch drei Gegentore gab. Das Jubelfoto zu Korbs Treffer findet sich noch in seinem Instagram-Account.

Er war in diesen Wochen fester Bestandteil der Schubert-Elf, war der große Gewinner der Anfangsphase unter dem neuen Trainer. Das ging so bis zum 29. Januar 2016, als Borussia 0:1 in Mainz verlor. Kurios ist das schon, denn ausgerechnet in Mainz hatte er am 5. Mai 2012 auch sein Bundesliga-Debüt gegeben. Nun war nach dem Mainz-Spiel Korbs große Zeit vorbei – es war der Beginn des schleichenden Abgangs des Eigengewächses. Nur noch 13 Startelf-Einsätze folgten seither, der letzte war das 1:2 gegen Wolfsburg im letzten Spiel von André Schubert.

Korb gehört zu jenen Spielern, die in den vergangenen Jahren die gute Nachwuchsarbeit der Gladbacher personifiziert haben. 101 Pflichtspiele hat er als Eigengewächs für den Klub gemacht, zu dem er 2006 als Teenager aus der Jugend des MSV Duisburg gekommen ist. Nun geht er nach elf Jahren. Aufsteiger Hannover 96 ist der neue Arbeitgeber des 25-Jährigen, der auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann. Wenn er aus dem Urlaub zurück ist, wird er einen Drei-Jahres-Vertrag unterschreiben. Die Ablösesumme soll rund 2,8 Millionen Euro betragen.

Dass Korb eine neue Richtung wählen würde, war absehbar. Bei Dieter Hecking spielte er in der Rückrunde der vergangenen Saison keine Rolle, nur 25 Einsatzminuten kamen zusammen. Tony Jantschke und Nico Elvedi spielten rechts in der Viererkette, im letzten Spiel gegen Darmstadt bekam Fabian Johnson den Job. Korb war nur die Nummer 4 auf dem Posten, er sah in Gladbach keine Perspektive mehr.

In Hannover ist er der vierte Neuling für die kommende Saison. "Die Ziele von Hannover 96 stimmen sehr gut mit meinen überein. Ich will dabei helfen, mit dem Verein den nächsten Schritt in der Bundesliga zu gehen, wo er meiner Meinung nach absolut hingehört", sagte Korb. Auf der Seite seines neuen Klubs steht neben dem Bericht über seinen Wechsel ein Foto, das ihn im Zweikampf mit Neymar, dem Superstar des FC Barcelona, zeigt. Beide Spiele gegen "Barca" machte er in der vergangenen Champions-League-Saison mit, bei vier der sechs Spiele Borussias in der "Königsklasse" stand er in der Anfangsformation.

Während er in Gladbach trotz seiner 25 Jahre gefühlt immer noch als Talent auf dem Sprung durchging (das ist nicht selten das Schicksal der Eigengewächse), holt Hannover ihn als erfahrenen Profi mit Europapokal-Erfahrung. "Julian hat trotz seines jungen Alters schon viel Erfahrung gesammelt – sowohl in der Bundesliga als auch international. Er ist ein Spieler, der in Gladbach sehr gut ausgebildet wurde, und der jetzt bei uns den nächsten Schritt machen möchte. Wir sind glücklich, dass er sich mit unserem Weg identifizieren kann und wir ihn für 96 gewinnen konnten", sagt 96-Manager Horst Heldt.

Bei Borussia hat Korb den Schritt zum gestandenen Profi geschafft, er hatte große Erlebnisse im Europapokal. Nun will er bei Hannover 96 den Schritt zum unumstrittenen Stamm- und Führungsspieler machen. "Bei 96 möchte ich mich auch persönlich weiterentwickeln und bin bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagt Korb.

 
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