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Borussia Mönchengladbach
Korb: Habe bewiesen, dass ich im neuen System spielen kann

Das ist Julian Korb
Das ist Julian Korb FOTO: afp, PST-iw
Mönchengladbach. Der Rechtsverteidiger zieht wie kein zweiter Borussen-Profi eine völlig zwiegespaltene Bilanz der Saison. Von Stefan Klüttermann

Die abgelaufenen Spielzeit lässt Julian Korb derzeit weit hinter sich. Ganz im wörtlichen Sinne, denn der 24-Jährige spannt auf den Malediven aus. Doch auch Traumstrand und Tropenklima dürften nicht gänzlich verhindern, dass Korb zuweilen dem nachhängt, was da für ihn unter dem Begriff "Saison 2015/16" zusammengetroffen ist.

"Die Bilanz fällt natürlich zwiegespalten aus. Die Hinrunde war sehr positiv, ich konnte mich weiterentwickeln. Die Rückrunde verlief für mich dann negativ, weil ich halt gar nicht mehr zum Einsatz kam", erzählt Korb .

Alles andere als diese Bilanz wäre auch überraschend gewesen, denn für keinen anderen Borussen-Profi bot die abgelaufene Serie im Vergleich von Hin- und Rückserie eine derartige Diskrepanz in der eigenen Rolle. Schon Lucien Favre hatte stets von Korb geschwärmt, weil der quasi nie taktische Fehler begehe, aber als im Herbst André Schubert den Trainerposten übernahm, war es, als würde jemand unter Korbs Entwicklung eine Schubrakete platzieren. Das Eigengewächs profitierte zwischen September und Dezember in besonderem Maße von Schuberts neuem Stil.

Borussia Mönchengladbach: Scorerliste der Saison 2015/16 FOTO: ap

Korb war gesetzt, erst als Rechtsverteidiger im bekannten 4-4-2, später als Rechtsaußen im neuen 3-4-3, und er, dessen Offensivaktionen früher oft an der Mittellinie geendet hatten, entdeckte plötzlich Offensivgeist und Qualitäten vor des Gegners Tor. "Ich habe gezeigt, dass ich auch Tore schießen und vorbereiten kann", sagt Korb rückblickend.

In der Tat: Gegen Schalke in der Liga und in Manchester in der Champions League traf er, gegen die Bayern, Manchester und Sevilla bereitete er Treffer vor. Er wurde zum Sinnbild des neuen mutigen Vorwärtsverteidigens einer erfrischend aufspielenden Fohlenelf.

Doch die Hinrunde ging zu Ende, und danach war es für ihn so schnell vorbei mit der Herrlichkeit wie es allmählich mit dem 4-4-2 vorbei war. Nur zu Beginn gegen den BVB und in Mainz durfte Korb noch von Beginn an ran, aber seit Ende Januar kamen nur noch drei Einwechslungen hinzu. Schubert vertraute jetzt dem physisch stärkeren Nico Elvedi - seit gestern fixer EM-Fahrer der Schweiz - als Teil der Dreierkette im endgültig favorisierten 3-4-3.

Und auf den Außenbahnen musste Korb sich hinter gelernten Flügelspielern anstellen. Sieht er sich also als Opfer der Systemumstellung? "Nein, ich habe ja gerade gegen die Bayern und in Manchester auf der neuen Position erfolgreich gespielt", sagt Korb.

Hat Schubert mal mit ihm gesprochen in letzter Zeit? "Ja", sagt Korb. Und was hat er gesagt? "Ich soll in der Vorbereitung versuchen, mich wieder anzubieten." Das klingt nach kleinen Brötchen nach dieser Hinrunde. Aber die Rückrunde hat Korbs Brötchen eben auf just dieses Maß geschrumpft.

Quelle: RP
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