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Borussia Mönchengladbach
Köln hat besser eingekauft als Gladbach

Borussia: Rheinisches Derby: die besten Torjäger
Borussia: Rheinisches Derby: die besten Torjäger FOTO: IMAGO
Köln/Mönchengladbach. Der FC präsentiert sich vor dem rheinischen Derby am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) in besserer Verfassung als der alte Rivale – auch weil sich die Zugänge des Sommers auf Anhieb als Verstärkung erweisen. Von Martin Beils und Stefan Klüttermann

Es ist nicht so einfach, Stürmer zu finden, die sich gleich zurechtfinden, die sofort ins System passen, die auf Anhieb Tore erzielen. Dem Bundesligisten 1. FC Köln ist das gelungen, nachdem Anthony Ujah einigermaßen überraschend zu Werder Bremen gewechselt war. Die Kölner holten Anthony Modeste für 4,5 Millionen Euro aus Hoffenheim. Drei Treffer und vier Vorlagen hat der Franzose zum guten Saisonstart beigesteuert. Trainer Peter Stöger stellt fest: "Er zeigt das, was wir uns erhofft haben. Er besticht durch seine körperliche Präsenz, seine Durchschlagskraft und sein Kopfballspiel." Als wenn das eine Selbstverständlichkeit wäre.

Wenn sich nicht noch jemand ein Zipperlein einfängt oder Stöger doch den wiedergenesenen Abwehrspieler Dominic Maroh von Beginn an bringt, geht der FC am Samstagnachmittag mit fünf Profis ins rheinische Derby, die erst im Sommer zur Mannschaft gestoßen sind. Die Innenverteidigung mit Frederik Sörensen und Dominique Heintz sowie das Sturmduo Simon Zoller und Anthony Modeste prägen das Team, hinzu kommt der quirlige Leonardo Bittencourt links im Mittelfeld. Und als Joker sitzen Philipp Hosiner und Milos Jojic auf der Bank. In seinem österreichischen Landsmann und dem Serben verfügt Trainer Peter Stöger über zwei Optionen für den Fall, dass er die Offensive stärken muss. Beim Sieg gegen den Hamburger SV ist ihm das mit der Einwechslung der beiden gelungen.

Auf Schmadtkes Händchen ist Verlass

Die Zeiten, in denen sich der FC mit seinen Einkäufen dem Gespött der Liga hingab, sind vorbei, seit Jörg Schmadtke vor zwei Jahren die Verantwortung für den sportlichen Bereich übernommen hat. Siehe da: Man kann auch mit überschaubaren Mitteln gut einkaufen. Bei Schmadtkes Dienstbeginn betrug die Schuldenlast des FC mehr als 30 Millionen Euro, jetzt liegt sie bei 20 Millionen.

Borussias aktuelle Krise ist auch eine Krise der namhaften Zugänge. Auch wenn die Saison noch jung ist und deshalb noch keine endgültigen Schlüsse zulässig sind, sieht es so aus, als habe der FC die jüngste Transferperiode besser genutzt. Lars Stindl, in Hannover Kapitän, Leitwolf und derjenige, an dem sich die Niedersachsen im Abstiegskampf erfolgreich aufgerichtet hatten, ist in diesen Wochen im Borussia-Trikot nur noch ein Schatten seiner Selbst. Zweikampfschwach, mutlos, nervös und überfordert wirken seine Auftritte, und so richtig wissen sie in Gladbach dann auch immer noch nicht, wo Stindl eigentlich spielen soll. Als Sechser und Nachfolger von Christoph Kramer zu offensiv, als Flügel zu langsam wäre er eigentlich am wirkungsvollsten in der offensiven Zentrale, doch da spielt in Raffael einer, dem Trainer Lucien Favre stets vertraut, selbst wenn der auch seiner Form hinterherläuft.

Borussia braucht Drmics Tore

Der zweite der zwei "großen Transfers" ist Josip Drmic. Favre lobt ihn für seinen Fleiß, seine Arbeit im Training, aber nach dem ersten Spieltag warf er den zehn Millionen Euro teuren Stürmer aus der Startelf. Er brauche noch Zeit, um sich an Borussias Spiel zu gewöhnen, heißt es. Zeit, die Gladbach nicht hat, Zeit, die Drmics Vorgänger Max Kruse vor zwei Jahren nicht benötigt hatte. Borussia braucht Drmics Tore. Womöglich darf er im Derby mal wieder von Beginn an ran.

Weil nun also Stindl und Drmic (noch) nicht funktionieren, singt die Öffentlichkeit in dieser Saison auch nicht das Loblied auf Borussias Sportdirektor Max Eberl als den besten Einkäufer der Liga, wie es in den vergangenen beiden Jahren der Fall war. Da hatte Eberl Kruse, Raffael, Kramer, Yann Sommer oder André Hahn geholt. Und er wurde dafür gefeiert, gute Spieler vorausschauend und früher als die Konkurrenz für Borussia gewonnen zu haben. In den Jahren zuvor hatte Eberl mit den Transfers von Dante, Juan Arango, Marco Reus, Martin Stranzl oder Granit Xhaka Volltreffer gelandet. Es waren keine selbstverständlichen Volltreffer, aber solche, die Gladbach eben braucht, wenn man den finanzstärkeren Großen in die Suppe spucken will.

Quelle: RP
 
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