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Borussia Mönchengladbach
Lange Pause für Dominguez – Stranzl rückt in den Fokus

Borussia Mönchengladbach: Lange Pause für Dominguez – Stranzl rückt in den Fokus
Der eine, Alvaro Dominguez (rechts), muss am Rücken operiert werden. Der andere, Patrick Herrmann, hofft, um eine Operation am Knie herumzukommen. Trainer André Schubert muss mit beiden Ausfällen zurechtkommen. FOTO: AP
Mönchengladbach. Borussias Spanier lässt sich wegen inzwischen monatelanger Rückenprobleme operieren. Martin Stranzls Arbeit am Comeback rückt dadurch noch stärker in den Fokus. Bei Patrick Herrmann soll am Dienstag eine Entscheidung fallen. Von Stefan Klüttermann

Als Alvaro Dominguez am Montag über seine Profile in den sozialen Netzwerken kundtat, dass und warum er sich am Rücken operieren lassen muss, da gewährte Borussias Spanier auch einen Einblick in sein Seelenleben. Von "einer langen Zeit stillen Leidens" schrieb Dominguez da, und davon, gezwungen zu sein, "eine schwere Entscheidung" zu treffen. Und er schrieb, dass er eigentlich "das Unmögliche" getan habe, als er in den vergangenen Wochen gespielt und trainiert hatte, um seiner Mannschaft zu helfen.

Das ist Alvaro Dominguez FOTO: Dirk Päffgen

Nun geht es offenbar nichts mehr – sportmedizinisch wie menschlich. Sportmedizinisch ist die Operation, die bei einem Münchener Neurochirurgen durchgeführt werden soll, offenbar die einzige Möglichkeit, Dominguez' nun schon seit Februar andauernde Rückenprobleme endgültig zu beheben. Und menschlich dürfte jeder Verständnis für den 26-Jährigen aufbringen, wenn der nach zehn Monaten quasi permanenter Schmerzen im Rücken einfach keinen weiteren Verlust von Lebensqualität mehr aushalten will.

Dominguez hatte sich konservativ behandeln lassen, macht seit Monaten Extra-Gymnastik, war im August tagelang beim Rehaspezialisten seines Vertrauens in Madrid, aber alles konnte die Schmerzen nicht endgültig beseitigen. Das Verwunderliche: Trotzdem bildete er mit seinem Nebenmann Andreas Christensen in den vergangenen Wochen ein gutes Innenverteidiger-Duo, das maßgeblichen Anteil an Borussias Siegesserie hatte. Die Schmerzen waren indes nie richtig weg. Auch dieses Hindernis werde er überwinden, schrieb Dominguez am Montag. Borussia teilte mit, er werde in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen. Heißt: Für Dominguez ist die Hinrunde gelaufen. Hinzukommt: Nach einer Rücken-Operation steht zunächst wochenlange Schonung an. Rechnet man dann die folgende Reha und die Vorbereitung auf die Rückkehr in den Trainingsalltag dazu, landet man ohne Schwarzmalerei bei einer Prognose von bis zu drei Monaten, in denen Borussia ohne Dominguez auskommen muss.

Stranzl sendet hoffnungsvolle Signale

Kurzfristig, also für die anstehenden Englischen Wochen, stünden Trainer André Schubert als Alternativen Tony Jantschke, Roel Brouwers, Marvin Schulz oder Nico Elvedi zur Verfügung. Parallel rückt aber durch Dominguez' Ausfall Martin Stranzls Arbeit an seinem Comeback nun noch stärker in den Fokus. Seine ersten Übungen zurück auf dem Platz Ende der vergangenen Woche taugen vielen Borussen zum hoffnungsfrohen Signal. Stranzls Ehrgeiz, mit dem er an seiner Rückkehr arbeiteten, nähren diese Hoffnung. Doch es dauert eben noch seine Zeit, bis er wieder hundertprozentig fit ist, bis er nach seinem Bruch des Augenhöhlenbodens vom 11. September mit Maske und frei im Kopf in "Stranzl-Manier" in die Zweikämpfe gehen kann. Eine Prognose, wann er wieder eine Option für den Kader sein kann, gibt es jedenfalls nicht.

Wie es bei Patrick Herrmann nach seinem Riss des Kreuzbandes weitergeht, soll am Dienstag final entschieden werden, hieß es bei Borussia. Am Montag unterzog sich "Flaco" dem anberaumten MRT, das Aufschluss darüber geben soll, ob das Gewebe an der betroffenen Stelle im Knie genug vernarbt ist, um eine Operation zu vermeiden. Anhand des MRT-Ergebnisses beraten zugezogene Knie-Experten dann mit Dr. Hertl das weitere Vorgehen. Eine OP käme gleichbedeutend mit dem Saisonaus.

Quelle: RP
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