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Borussia Mönchengladbach
Favre ärgert sich über "besten Schauspieler der Welt"

Lucien Favre: "Vitolo ist der beste Schauspieler der Welt
FOTO: dpa, jai
Sevilla. Ihr erster Champions-League-Abend hat der Borussia gleich einen Rekord beschert. Drei Elfmeter in knapp 20 Minuten gab es noch nie in der Geschichte der Königsklasse. Natürlich sorgte das Novum gegen den FC Sevilla für jede Menge Gesprächsstoff. Von Jannik Sorgatz

25 Sekunden waren gespielt in der zweiten Halbzeit, als Yann Sommer gegen Sevillas Vitolo wohl zuerst am Ball war und den Europa-League-Schreck aus dem Frühjahr erst dann zu Fall brachte. Lucien Favre kommentierte den strittigen ersten Strafstoß des Spiels – die anderen beiden waren eindeutig – für seine Verhältnisse drastisch. "Vitolo ist der beste Schauspieler der Welt, das wusste ich schon lange", meinte der Trainer, gestand aber: "Wir haben auch viele Fehler gemacht. Das Problem des Teams ist im Moment das Tempo, technisch und gedanklich."

Tony Jantschke, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte, ging besonders auf das Kopfproblem ein. "Mit dem ersten Elfmeter ist immer noch nichts passiert, du hast immer noch eine Chance", sagte der 25-Jährige, "aber wir haben leider wieder nicht dran geglaubt."

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An Jantschke nagte es besonders, dass wieder die Abwehr mit einfachen Fehlern ihren Teil zur Niederlagen beitrug. "Das ist generell eine bittere Phase für uns Verteidiger. Vier, fünf Jahre lang war es unser Prunkstück, dass wir wenige Gegentore bekommen haben", sagte Jantschke. "Aber wir müssen da zusammen raus. Wir haben uns das selber eingebrockt."

In den ersten 45 Minuten hatte die Leistung über weite Strecken noch gestimmt. Sevilla drückte mit 65 Prozent Ballbesitz und hatte durch Vitolo und Jose Antonio Reyes eine riesige Doppelchance. Gladbach konterte und war dem ersten Tor bei einem Kopfball von Roel Brouwers sehr nah.

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"Die erste Halbzeit war ganz gut", meinte auch Ibrahima Traoré, der selbst zweimal in aussichtsreiche Schusspositionen gekommen war. Aber auch er landete schnell wieder bei den Elfmetern, die das Spiel entschieden. "Wenn man zwei Elfmeter in zwei Minuten bekommt, stimmt irgendetwas nicht in der Mannschaft. Vor allem in der Champions League ist es kompliziert, dann noch zurückzukommen", sagte Traoré.

Ordentliche erste Hälfte, Pech beim ersten Elfmeter, Unachtsamkeit beim zweiten und dritten – Borussias Weg von der Hoffnung bis zur Ernüchterung brachte André Hahn auf den Punkt. "Wir haben uns viel für die zweite Hälfte vorgenommen und in der Kabine angesprochen, dass wir im Strafraum aufpassen müssen, weil Sevilla ständig Elfmeter gefordert hat." Das ging genau 25 Sekunden lang gut.

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