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Borussia Mönchengladbach
Lucien Favres Planspiele für die linke Seite

Favre bastelt im Training an seiner Mannschaft
Favre bastelt im Training an seiner Mannschaft FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Trainer hat auf der Seite einige Optionen – vorn und hinten. Aktuell liegen wohl Oscar Wendt und Ibrahima Traoré vorn. Von Karsten Kellermann

Die Vorbereitung geht in die finale Phase. Am Samstag ist das letzte Testspiel gegen den spanischen Champions-League-Qualifikanten Bilbao. Danach muss Borussias Trainer entscheiden, welches Personal am 16. August beim Pokalspiel in Homburg den Einzug in die zweite Runde bewerkstelligen soll. Favre wird in diesen Tagen hin und her überlegen. Vor allem auf links gibt es interessante Planspiele.

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Vakant ist zum Beispiel der Job von Juan Arango. Der war gesetzt im linken Mittelfeld, nun spielt der "Zauberfuß" in Tijuana. Klar ist: Borussias Spiel über links wird sich verändern. Es wird viel schneller werden, so viel ist sicher. "Es wird da sicher ein bisschen anders werden. Juan war ja eher ein Passspieler, die, die wir jetzt haben, sind schnelle Spieler, die mehr das Eins gegen Eins suchen", sagt der Schwede Oscar Wendt, der als Linksverteidiger bislang meist Arango den Rücken frei hielt.

Fotos: Borussia siegt 4:1 in Enschede FOTO: Dirk Päffgen

Favre hat drei, vielleicht vier Optionen für die Arango-Nachfolge. Traoré und Thorgan Hazard gehören dazu. Traoré ist ein klassischer Linksaußen, er dürfte derzeit auch die erste Wahl sein. "Ich wollte mich in der Vorbereitung zeigen, und ich denke, ich habe es ganz gut gemacht", sagt der 26-Jährige. Tatsächlich verblüffte er mit seinem großen Einsatzwillen, dem hohen Tempo, mit dem er viel Gefahr heraufbeschwor. Zudem gehört er zu den Standardschützen. Einen Freistoß schoss Traoré ins Tor, eine seiner Ecken verwertete Alvaro Dominguez. Zudem erzielte er ein Sprintertor, nachdem ihn Raffael in die Tiefe geschickt hatte. All das hat Lucien Favre natürlich gefallen.

Fotos: Kramer trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein FOTO: Dieter Wiechmann

Traorés Wette mit Stuttgarts Ibisevic

Traoré will sich gleich seinen Platz im Team sichern – auch, weil das erste Bundesligaspiel für ihn ein ganz besonderes ist. Denn der VfB Stuttgart, sein Ex-Verein, kommt in den Borussia-Park. "Ich habe noch viele Freunde dort, mit Vedad Ibisevic habe ich erst kürzlich telefoniert. Wir haben keine Wette abgeschlossen für das Spiel, aber jeder will dem anderen zeigen, wer der Stärkere ist", sagt Traoré und grinst.

Eine Alternative für links kann auch Thorgan Hazard sein. Der Belgier kann alle offensiven Positionen spielen. Nachwuchsmann Marlon Ritter war während der Vorbereitung ebenfalls ein Backup für Traoré. Favre hält viel von seiner Spielintelligenz, doch geht Ritter die nötige Geschwindigkeit etwas ab. Die hat dagegen einer, den Favre zuletzt vorne links vorspielen ließ: Fabian Johnson. Johnson spielte diese Position beim 4:3 des US-Teams gegen das deutsche Ensemble im vergangenen Jahr.

Favre hat das nicht vergessen. Allerdings hat Johnson zuletzt eigentlich nur rechts hinten gespielt, so auch bei der WM in Brasilien. Das allerdings mit einer sehr offensiven Ausrichtung. Johnson würde nicht ablehnen, wenn Favre ihm den Job auf links anbieten würde. "Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt", sagt der frühere Hoffenheimer. Dass er an den "linken" Job nicht richtig gewöhnt ist, war in Enschede spürbar – Johnson brauchte etwas, um mit der Aufgabe klarzukommen. Gleichwohl stellte er fest, dass ihm auch dieser Posten Spaß machen würde. Bei der WM war er auf rechts immer wieder vorn unterwegs und brachte reichlich brauchbare Bälle von der Seite herein. Das Gespür für den offensiven Flügel hat er also allemal.

Dreikampf um den Posten hinten links

Auch hinten links gibt es drei Bewerber um einen Job: Oscar Wendt (der durchaus auch weiter vorn nützlich sein kann), Filip Daems – und seit dem letzten Teil der vergangenen Saison auch Alvaro Dominguez. Wendt ist die offensivste Variante. "Ich habe mir noch nicht viele Gedanken über den Konkurrenzkampf gemacht – ich habe das Vertrauen, dass ich spiele", sagt er. Wendt war in Enschede erste Wahl, nach der Pause spielte Alvaro Dominguez für ihn, Daems war nicht im Kader. Doch der Kapitän ist fit und will seine Spiele machen.

Lucien Favre und die Planspiele auf links – "wir haben auf der Seite einige gute Optionen", sagt Traoré. Er und Wendt sind wohl derzeit die Erstbesetzung. Doch total fix ist Favre Personalplanung ganz sicher noch nicht.

Quelle: RP
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