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Borussia Mönchengladbach
Martin Stranzl will es noch mal wissen

Borussia Mönchengladbach: Martin Stranzl will es noch mal wissen
Jonas Hofmann (links), den Borussia dem BVB abkaufte, schaut Martin Stranzl zu. Der Routinier will in Belek wieder richtig einsteigen - und die Arbeit mit dem Ball macht Stranzl sichtlich Freude. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Der Routinier ist zurück - und hofft ganz der Alte zu werden. "Ich bin so motiviert wie immer", sagt der 35-Jährige. Kampflos will er anderen, jüngeren nicht den Vortritt lassen. Dazu gehört auch, dass er davon ausgeht, weiterhin Kapitän zu sein. Von Stefan Klüttermann

Den ersten Härtetest des Trainingslagers hatte Martin Stranzl schon bestanden, da war die erste Trainingseinheit von Belek noch gar nicht absolviert. "Die Belastung im Flieger war schon sehr hoch", sagte der 35-Jährige und spielte damit schmunzelnd auf die im Ferienflieger gerade für einen 1,90-Meter-Mann wie ihn sehr begrenzte Beinfreiheit an.

Doch so wie Stranzl den Hinflug letztlich unbeschadet überstand, absolvierte er auch den ersten Trainingstag. Und seine Körpersprache verrät: Er will es in der vielleicht letzten Rückrunde seiner Karriere noch einmal wissen. "Ich bin so motiviert wie immer. Ich bin genauso ein Stinkstiefel im Training wie zuvor, weil ich jedes Trainingsspiel gewinnen will", sagt Stranzl.

Das ist Martin Hinteregger FOTO: Dirk Päffgen

Nach seinem Seuchenjahr 2015 mit nur einem Pflichtspiel seit März und der negativen Krönung der schweren Gesichtsfraktur aus eben diesem einen Spiel gegen Hamburg im September brennt Stranzl nun darauf, sich und allen anderen zu beweisen, dass er nach wie vor Führungsspieler sein kann - auf wie neben dem Platz. Kampflos will er anderen, jüngeren jedenfalls nicht den Vortritt lassen, und auch die Rolle Granit Xhakas als nun dauerhafter Kapitän will er, Stranzl, als eigentlicher Anführer nicht so ohne weiteres akzeptieren. "Ich hab nicht gehört, dass ich nicht mehr Kapitän sein sollte. Deswegen gehe ich davon aus, dass das so bleibt", sagte Stranzl gestern.

Dass die lange Verletzungszeit und das wiederholte Herankämpfen an die Mannschaft samt wiederholter Rückschläge dann aber auch an einem Kämpfer wie ihm nicht spurlos vorbeigegangen ist, daraus macht Stranzl indes keinen Hehl. "Als Spieler hinterfragt man sich dann doch immer wieder. Dass das nicht gerade förderlich für die Psyche ist, das muss man dann auch keinem erzählen", sagt Stranzl.

Dass nach seinem Augenhöhlenbruch nun immer ein gewisses Wagnis in seinen Aktionen mitschwingt, ist ihm durchaus bewusst. "Wenn da noch mal was passiert, wird es nicht mehr so glimpflich ausgehen. Aber daran darf man nicht denken. Das Taubheitsgefühl bei Belastungen oder Temperaturwechseln ist schon noch da, aber der Arzt hat gesagt, das könnte sich noch lange hinziehen. Geplant ist, dass wir im Sommer zumindest mal die Platten entfernen", sagt Stranzl.

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In seiner Abwesenheit konnten die Kollegen unter dem neuen Trainer André Schubert den katastrophalen Saisonstart noch in eine Hinrunde mit am Ende 29 Punkten korrigieren. "Der ein oder andere Spieler kann inzwischen sehr gut mit Drucksituationen umgehen. Das ist wichtig zu wissen für den Verein, dass Spieler heranreifen, die sich in schwierigen Situation zeigen und Verantwortung übernehmen", sagt Stranzl. Und er nennt auch ganz konkret Namen: "Granit hatte ja im letzten Jahr schon einen großen Schritt nach vorne gemacht. Fabian ist für mich der Spieler, der bei uns die größte Bedeutung in der Mannschaft gehabt hat. Lars hat zu seiner Form gefunden und wichtige Aufgaben übernommen. Yann als Torhüter sowieso, und auch Oscar hat dahingehend einen großen Schritt gemacht, Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen."

Und Verantwortung will auch Stranzl in den kommenden Monaten wieder übernehmen - und vielleicht doch auch noch darüber hinaus? "Natürlich haben schon die ersten Gespräche mit Max Eberl und Stephan Schippers stattgefunden. Als die Kopfverletzung passiert war, habe ich gesagt: Das war es jetzt! Aber nun sind der Verein und ich so verblieben, dass wir einfach mal gucken, wie die Rückrunde läuft und dass wir uns einfach mal im März zusammensetzen und dann definitiv eine Entscheidung treffen, ob im Sommer Schluss ist oder nicht", sagt Stranzl.

Quelle: RP
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