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Borussia Mönchengladbach
Borussia kann personell noch nachlegen

Das ist Max Eberl
Das ist Max Eberl FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Manager Max Eberl schließt angesichts der Verletztensituation Winter-Transfers nicht aus, doch auch der vorhandene Kader bietet weitere Optionen. Von Karsten Kellermann

André Hahn ist auf Krücken unterwegs, Patrick Herrmann trägt nach wie vor eine imposante Gelenkstütze am Knie, Nico Schulz humpelt nach seinem Kreuzbandriss noch gehörig und Martin Stranzl ist nach seinem Jochbeinbruch in der Reha-Phase. Julian Korb und Tony Jantschke hat es nicht ganz so schwer erwischt, doch beim 0:0 der Borussen gegen Ingolstadt waren auch die beiden Defensivspieler in Zivil unterwegs im Borussia-Park.

Korb und Jantschke werden vermutlich nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen. Die anderen vier Gladbacher Patienten fehlen indes noch länger. "Bei Patrick Herrmann wird sich in Kürze entscheiden, ob er operiert werden muss oder nicht. Sollte eine OP notwendig sein, hätten wir in ihm und Nico Schulz zwei Spieler, die die ganze Saison ausfallen würden. André Hahn wird voraussichtlich auch erst Ende Januar wieder auf den Platz zurückkehren", sagte Sportdirektor Max Eberl nun. "Dadurch sind wir im Offensivbereich nicht optimal aufgestellt."

Eberl wird sich in den kommenden Tagen mit André Schubert zusammensetzen, nicht nur, um über die Zukunft des Trainers selbst zu sprechen, sondern auch über die personellen Planungen. Dabei wird es unter anderem darum gehen, ob nachgebessert werden muss in der Winterpause, sofern der Markt die nötige Qualität hergibt - Qualität, die Borussia wirklich besser macht. "Wir werden keine Transfers tätigen, nur um quantitativ besser aufgestellt zu sein", versicherte Eberl. Das nötige Geld für eventuelle Zukäufe ist demnach vorhanden.

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Doch auch ohne Zuwachs ist Borussia in der Lage nachzulegen. "Wir haben einige Spieler, die noch nicht zeigen konnten, was sie können", befand Eberl. Gerade in der Offensive. Denn Josip Drmic, Thorgan Hazard und Branimir Hrgota haben kaum gespielt, seit André Schubert Trainer ist. Hazard indes kam schon öfter rein, und zuletzt hatte auch Drmic Einsatzzeiten. Gegen Ingolstadt gingen sie am Ende zusammen auf Torjagd, und um ein Haar hätte Hazard sogar den Siegtreffer geschafft. Doch erst vereitelte Ingolstadts Torhüter Ramazan Özcan die Großchance, dann verfehlte Gladbachs 10 das Ziel.

Drmic, der lange gar keine Rolle bei Schubert spielte, durfte sich im Pokalspiel "auf" Schalke von Beginn an zeigen und kam nun gegen Ingolstadt recht zeitig rein. So recht schaffte er es noch nicht, sich in Szene zu setzen, doch dürften ihm die Einsätze zeigen, dass er nicht ganz außen vor ist. Drmic kann auch eine Option für den Flügel sein, wenn dort Bedarf ist. Dass er im Winter geht (diesbezügliche Gerüchte gibt es), ist eher unwahrscheinlich angesichts der offensiven Ausfälle - und auch Drmic muss sich nach dem verlorenen Jahr in Leverkusen eigentlich Durchsetzungsvermögen nachweisen. Hrgota hat seinen Torinstinkt schon nachgewiesen, auch er kann vorn eine Alternative sein. In der Defensive hat Schubert einen jungen Mann in der Hinterhand, der gegen Ingolstadt in der Schlussphase sein Bundesliga-Debüt feierte: Nico Elvedi, der Verteidiger, der im Sommer für vier Millionen Euro vom FC Zürich geholt wurde.

"Unser Kader bietet noch Optionen", sagte Eberl. André Schubert kann die Praktikabilität der internen Variationsmöglichkeiten ausloten während der dritten Englischen Wochen seiner Amtszeit, die am 21. November mit dem Spiel gegen Hannover beginnen und mit der Partie gegen Darmstadt am 20. Dezember enden. Was eventuelle externe Personalien angeht, "werden wir die Augen offenhalten", sagte Eberl. Ob es noch Zukäufe gibt, das hängt wohl auch davon ab, ob die Borussen im neuen Jahr noch international (Europa League) und im DFB-Pokal dabei sind.

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Es gibt also reichlich Klärungsbedarf nach der Länderspielpause. Das grundsätzliche Gefühl, nachlegen zu können, intern wie extern, das ist indes eher beruhigend.

Quelle: RP
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