| 15.43 Uhr

Max Eberl
"Wir zahlen immer noch Lehrgeld"

Einzelkritik: Raffael überragend – Sommer mit Patzer
Einzelkritik: Raffael überragend – Sommer mit Patzer FOTO: ap
Mönchengladbach. Max Eberl verweist auf "brillante Spiele zu Hause in der Champions League". Das 1:2 gegen den FC Barcelona zählt für ihn dazu, wenngleich Borussias Sportdirektor am Mittwoch ebenso enttäuscht war.

… das Spiel gegen Barcelona:  "Wir haben verloren. Aber hier stehen und sich zu ärgern, dass man gegen Barca 1:2 verloren hat, ist doch das größte Kompliment. Wir hätten aber gern den Punkt mitgenommen, den wir aus meiner Sicht auch verdient gehabt hätten. Ich denke, wir haben in den ersten 20 Minuten auch Glück gehabt, da hatte Barcelona zwei große Chancen. Ab der 25. Minute haben wir dann aber ein herausragendes Spiel gemacht. Wir haben nichts mehr zugelassen, hatten selber zwei Superchancen und machen daraus ein Tor. Die zweite Halbzeit war dann ein bisschen paradox: Wir standen sehr gut, haben zwar nicht mehr viel nach vorn gemacht, weil in Raffael unser Schlüsselspieler raus war, aber Barcelona hat keinen Torschuss gehabt. Sie machen aber aus der ersten Chance das 1:1 und dann aus einer Ecke das 2:1. Das ist schon ärgerlich."

… die Steigerung im Vergleich zum Manchester-Spiel: "Wir haben vor allem brillante Spiele zu Hause gemacht in der Champions League. Aber wir zahlen immer noch Lehrgeld. Wir sind nicht eine Mannschaft, die Teams wie Barca, City, Juventus oder Sevilla auf Strecke besiegen kann, aber wir sind eine Mannschaft, die mit unglaublich viel Moral und Qualität gefährlich werden kann. Noch aber belohnen wir uns zu wenig mit Punkten für die Leistungen, die wir zu Hause gebracht haben. Gegen ManCity war es in der vergangenen Saison ein Elfmeter in letzter Minute, nun gegen Barca verlieren wir nach einer Ecke – das sind die Momente, in denen das letzte Quäntchen Qualität vielleicht noch fehlt im Vergleich zu Teams wie Barca. Aber ich denke, Barcelona hatte es nun sehr schwer gegen uns, weil wir bravourös gekämpft haben."

… über den "großen Abend": "Ich habe vor dem Spiel oft von einem großen Abend gesprochen und habe mich im Nachhinein etwas darüber geärgert, dass ich es zu häufig gesagt habe. Es ist auch nur ein Fußballspiel. Aber jetzt kann ich sagen, dass wir ein für uns großes Champions-League-Spiel gesehen haben – bei dem wir uns ärgern, dass wir verloren haben."

… Julian Korb und andere Talente: "Wenn man Julian Korb, Patrick Herrmann, Mo Dahoud und, nicht zu vergessen, Marc-André ter Stegen im Barca-Tor sieht, dann ist das schon bemerkenswert. Es sind alles unsere Jungs. Aber auch wenn man auf Andreas Christensen oder Nico Elvedi schaut, die beide und Julian dazu nimmt, ist es eine sehr junge Dreierkette, die gegen besten Sturm der Welt spielt, da muss man den Jungs Respekt zollen. Sie haben es aber auch schon vorher sehr gut auf hohem Niveau gemacht. Aber das ist unser Weg. Fehler sind möglich, ja, und die haben wir in den entscheidenden Momenten gegen diese große Mannschaft gemacht, aber wir können trotzdem erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen."

… mögliche "Endspiele" um Platz 3 in der Gruppe gegen Celtic Glasgow: "Wir haben gegen Barca einen großen Abend erlebt. Wir werden dann in Glasgow versuchen, uns für unsere Leistung mit Punkten zu belohnen. Die Schotten haben jetzt einen Punkt, dann müssen wir eben versuchen, vier gegen sie zu machen."

… das Spiel am Sonntag bei Schalke 04: "Wir hatten jetzt das Spiel gegen Barcelona, in dem wir gut gespielt, aber nichts mitgenommen haben. Und jetzt spielen wir bei Schalke. Das war früher für uns eines der größten Spiele des Jahres – und jetzt kommt es nach Barcelona. Dem müssen wir uns stellen, das sind die Herausforderungen. Wir müssen das Barcelona-Spiel sacken lassen und dann wieder unser Topniveau erreichen. Das Spiel gegen Barca hat uns gezeigt: Wenn wir so spielen, so arbeiten – Tore, werden wir immer erzielen – dann wird es schwer sein, uns zu schlagen. Aber: Es ist ein großer Aufwand, dieses Niveau wieder zu erzielen."

Aufgezeichnet in der Mixed Zone von Karsten Kellermann.

 
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