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Borussia Mönchengladbach
Mehr Arbeit neben als auf dem Platz

Radtour und Rumpfteam im Training
Radtour und Rumpfteam im Training FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Lediglich ein Rumpfteam hat am Mittwoch das Training bei Borussia absolviert. Die meisten Profis fuhren Fahrrad. Einige waren noch nicht zurück von ihren Nationalteams. Von Jannik Sorgatz

Neben dem großen Trainingsplatz der Borussia herrschte etwas mehr Betrieb als auf dem Rasen. Dafür sorgten weniger die Zuschauer am Rand, denn bei einem Wetter, das der Niederrheiner gemeinhin als "uselich" bezeichnet, waren es trotz der Herbstferien nur ein paar Dutzend. Dagegen arbeitete dort, wo sonst die Übertragungswagen der Fernsehsender stehen, ein Bagger. Der Asphalt wurde aufgerissen, die Bauarbeiten für den neuen Gebäudekomplex zwischen Haupttribüne und Fohlenplatz samt Hotel haben begonnen. Zunächst werden Leitungen verlegt.

"In Arbeit" ist weiterhin Tobias Strobls Comeback. Der Defensivallrounder trainierte drei Tage vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV individuell. Ein Einsatz dürfte noch zu früh kommen, besonders angesichts der Tatsache, dass danach mit den Auswärtsspielen bei Celtic Glasgow und Bayern München Aufgaben anstehen, für die Strobl besonders benötigt wird. Etwas mehr gedulden muss sich Josip Drmic, doch der Angreifer steht kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.

Das absolvierten am Mittwoch nur fünf Profis. Da U23-Torwart Moritz Nicolas verletzt ist, stießen Tim-Oliver Hiemer und Steffen Scharbaum zu Tobias Sippel und Yann Sommer, der von der Länderspielreise mit der Schweiz zurück war. Gleiches galt für Ibrahima Traoré, Fabian Johnson und Oscar Wendt. Nach ein paar Pass- und Schussübungen war die Einheit nach etwa einer Stunde beendet. Die restlichen Profis regenerierten auf dem Fahrrad, am Dienstag hatten sie erneut gegen die eigene U23 getestet.

Andreas Christensen, Jannik Vestergaard, Mo Dahoud, Laszlo Bénes und Djibril Sow waren da noch mit ihren Nationalteams im Einsatz – oder eben auch nicht, wie unser Überblick über die Länderspielpause zeigt:

Andreas Christensen: Auch in der dänischen Nationalmannschaft mausert er sich zum Dauerbrenner. In dieser Saison hat Christensen alle vier Spiele über die volle Distanz absolviert. Nachdem die Reise Ende August und Anfang September noch zwei Zu-Null-Siege gebracht hatte, mussten die Dänen mit dem 2:3 gegen Polen und besonders dem 0:1 gegen Montenegro zwei große Rückschläge in der WM-Qualifikation hinnehmen.

Jannik Vestergaard: Die Heimniederlage gegen Montenegro erlebte Vestergaard auf der Bank, nachdem er in Warschau gegen Polen gemeinsam mit Christensen keinen guten Abend erwischt hatte.

Yann Sommer: Für seine Leistung beim 3:2-Sieg in Ungarn erhielt er vom "Blick" eine glatte Fünf – im Schweizer Notensystem ist das jedoch gut. In Andorra saß Sommer dann 90 Minuten auf der Bank, Roman Bürki von Borussia Dortmund durfte ran.

Nico Elvedi: Auch mit ihm und seinem Startelf-Debüt gegen Ungarn war der "Blick” zufrieden. In Andorra wurde Elvedi zur zweiten Hälfte eingewechselt. Hat seine Länderspielerfahrung nach Minuten mal eben versechsfacht.

Oscar Wendt: Neben Borussias Routinier hat Schweden in Martin Olsson (Dirk Nowitzkis Schwager) und Ludwig Augustinsson (wechselt wohl bald zu Werder Bremen) drei gelernte Linksverteidiger im Kader. Beim 3:0 gegen Bulgarien durfte Wendt in der Schlussphase knapp 20 Minuten im Mittelfeld ran. Da kam ihm die bei Borussia geforderte Vielseitigkeit zugute.

Ibrahima Traoré: Der Auftakt der WM-Qualifikation ging in die Hose. Beim 0:2 gegen die favorisierten Tunesier spielte Traoré durch.

Fabian Johnson: 90 Minuten durfte er mitwirken als Linksverteidiger beim historischen Gastspiel der US-Amerikaner auf Kuba (2:0 gewonnen). Den Test gegen Neuseeland in Washington, D.C. ließ er dann aus.

Thorgan Hazard: Am Freitag gegen Bosnien war er angeschlagen, am Montag gegen Gibraltar saß er die ganze Zeit draußen – Hazards Warten auf sein zweites Länderspiel geht weiter. Dafür wurde er in Abwesenheit zum "Spieler des Monats" bei Borussia gekürt.

Mo Dahoud: Als die U21 mit dem 4:3 gegen Russland das EM-Ticket löste, spielte Dahoud 72 Minuten. Beim 4:1 in Österreich am Dienstag saß er dann draußen, Trainer Stefan Kuntz hatte etwas rotiert.

Laszlo Bénes: Die slowakische U21 hat sich in einer Gruppe mit den Niederlanden direkt für die EM qualifiziert. Beim 2:0 gegen Zypern wurde Bénes nach einer Stunde eingewechselt, beim 1:1 gegen die Türkei spielte der Standardspezialist 84 Minuten. Er ist ja gerade erst 19 Jahre alt geworden.

Djibril Sow: Mit der U21 verpasste er die EM-Qualifikation, beim 4:2 der U20 gegen Italien tat sich Sow dagegen als Torschütze hervor.

Tsiy William Ndenge: 90 Minuten beim Sieg gegen die USA, eingewechselt bei der Niederlage gegen England, nicht im Einsatz bei der Niederlage gegen die Niederlande – das ist Ndenges Bilanz mit der deutschen U20.

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