| 11.24 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Mit Siegermentalität zum 3:1 in Bern

Bern - Gladbach: Einzelkritik
Bern - Gladbach: Einzelkritik FOTO: ap
Meinung | Bern. Ein 3:1 ist natürlich keine Garantie. Weswegen die Borussen nach dem Sieg im ersten Play-off bei Young Boys Bern noch vorsichtig umgingen mit dem Blick nach vorn. Es gilt, die innere Spannung aufrecht zu erhalten, denn das Gefühl, eigentlich schon durch zu sein, könnte gefährlich werden. Der Fußball ist unberechenbar, er bestraft kleinste (mentale) Nachlässigkeiten zuweilen hart. Von Karsten Kellermann

Fasst man jedoch die Faktenlage kühl zusammen, bliebt nur der Schluss: Wenn nicht ein Wunder passiert, wird Gladbach am nächsten Mittwoch das Billett für die Champions League lösen und am Donnerstag um 18 Uhr im Lostopf sein, wenn die Gruppenphase zusammengestellt wird. Zu überlegen war der Bundesligist den wackeren Bernern als Team und individuell.

Die Gladbacher sind ihrer Favoritenrolle gekonnt gerecht geworden. Genau genommen, haben sie im Vergleich zum Play-off 2012 so gespielt wie damals Dynamo Kiew: cool, effektiv, abgezockt. Damals verlor Borussia 1:3, nun siegte sie mit eben diesem Resultat.  "Wir sind gereift", hatte Patrick Herrmann vorab angekündigt, und was auf dem Berner Kunstrasen passierte, unterstrich diese These. Bis auf die Phase rund um das 1:1 hatte Gladbach die Partie unter Kontrolle.

Bemerkenswert ist, wie die Gladbacher auf den Ausgleich reagierten: im Stil einer Spitzenmannschaft. Sicher, sie hatten Glück beim Kopfball von Guillaume Hoarau, doch dann waren sie eiskalt: Das 2:1 und das 3:1 binnen weniger Minuten waren zwei schallende Ohrfeigen für die Berner, deren Mut somit aufs Empfindlichste gekühlt wurde. "So nicht, meine Herren", war die Botschaft der Borussen, die in dem Moment die Muskeln spielen ließen. Zudem hielten die Borussen eifrig dort dagegen, wo sich Bern eine Vorteil erhoffte: im kämpferischen Bereich.

Das Mitbringsel aus der teuren Schweiz ist somit nicht nur eine ausgezeichnete Basis für das Rückspiel, sondern auch ein verdammt gutes Gefühl, das für den weiteren Verlauf der Saison beflügeln kann. Das Gefühl, bereit zu sein für große Taten. Max Eberl sprach von einer Mentalität, die in der vergangenen Saison in ein, zwei entscheidenden Spielen vielleicht gefehlt habe. Es ist die Siegermentalität. Die hat Borussia in Bern gezeigt.

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