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Borussia Mönchengladbach
Mo Dahoud ohne Zugriff

Borussia Mönchengladbach: Mo Dahoud ohne Zugriff
Mo Dahouds Rückkehr in die Startelf verlief glücklos. FOTO: dpa, pp ks
Mönchengladbach. Der Mittelfeldspieler kehrte in Manchester ins Team zurück, konnte aber keine Ordnung stiften. Für die Borussia setzte es ein 0:4. Von Jannik Sorgatz, Manchester

Mo Dahoud muss in diesen Tagen geduldig sein. Er gilt als eines der größten Talente, die Borussia hat, doch zeigen darf er das in dieser Saison bislang nur selten. 31 Minuten im zweiten Play-off zur Champions League, 64 im Pokal, da immerhin von Beginn an. In der Bundesliga saß er zweimal komplett auf der Bank, auch zuletzt beim 1:3 in Freiburg, als ihn viele in der Anfangsformation erwartet hatten. Nun in Manchester indes, da wählte Trainer André Schubert ihn aus für die Startelf. Nicht überraschend mithin, Dahoud gehörte in allen fünf Königsklassespielen unter Schubert in der Vorsaison zur Startelf. Doch erst mal musste Dahoud geduldig bleiben. 24 Stunden lang, wegen des Spielausfalls am Dienstag.

Gestern änderte sich nichts mehr an Schuberts Plan. Dahoud spielte beim 0:4 im Etihad-Stadion. Allerdings: Den erhofften spielerischen Zugewinn gab es mit dem Hochbegabten nicht. Ganz anders war das auf der anderen Seite. Rückkehrer Ilkay Gündogan, früher angestellt bei Borussia Dortmund, wo Dahoud gar als Nachfolger des Nationalspielers gehandelt wurde, kam und war gleich ein prägendes Element im Spiel seines Teams. Dahoud hingegen hatte, wie allerdings alle seine Teamkameraden, das Problem, dem Spieltempo der Citizens zu folgen. Er versuchte durchaus etwas, doch meist zahlte Dahoud Lehrgeld.

Er war, was das anging nicht der Einzige. Auch André Hahn, der mit seiner Körperlichkeit vorn als erster Anläufer aufgeboten war (wie im Mai beim 1:1 bei den Bayern, als sie noch vom Jetzt-City-Trainer Pep Guardiola betreut wurden) kam kaum in den Genuss nachhaltiger Aktionen. Nach 59 Minuten ging er mehr oder weniger unverrichteter Dinge vom Platz, Thorgan Hazard kam. Auch Fabian Johnson war gestern neu im Team, wie Dahoud zum zweiten Mal als Startelf-Teilnehmer. Der US-Amerikaner war viel unterwegs und an vielen Stellen zu finden, doch klare Aktionen gab es keine - er machte Kilometer ohne Effekt. Ohne Effekt spielte auch Dahoud. Oder besser: ohne echten Zugriff. Da wurde der Unterschied zum ball- und passsicheren Gündogan, den, wie viele vermuten, Dahoud künftig im DFB-Mittelfeld angreifen wird, dann doch deutlich. Die Späher aus dem nahen Liverpool dürften in Manchester kaum wertvolle Erkenntnisse mitgenommen haben von Dahoud, den der FC Liverpool angeblich auf dem Zettel hat. Dass André Schubert nach 38 Minuten Dahouds Nebenmann Kramer aus dem Spiel nahm und statt seiner Tobias Strobl vom Innenverteidiger zum zweiten Sechser machte, sorgte für etwas mehr Stabilität. Doch City hatte weiter Chancen. Eine nutzte Sergio Agüero zu seinem dritten Treffer.

Dahoud war immerhin zuweilen bemüht, etwas zu bewegen. Doch die zwei, drei schönen Pässen, die er spielte, verpufften, weil nach vorn einfach nichts zusammenging. Dahoud kann definitiv mehr, doch passt diese Analyse auf fast alle Gladbacher, vielleicht mit Ausnahme von Yann Sommer, der einige starke Paraden zeigte.

Dass die Borussen in der Summe kaum Struktur hatten - "Wir waren zu wenig kompakt und konnten uns nicht entscheiden, ob wir nun Pressing spielen oder nicht", sagte Sommer; André Schubert monierte: "Wir haben viel zu leicht das Zentrum preisgegeben und zu wenig im Eins gegen Eins bestanden" - lag auch an der Zentrale. Das war schon in Freiburg so, da jedoch ohne Dahoud. Ob er am Samstag gegen Werder Bremen sein Bundesliga-Debüt in dieser Saison feiern darf oder sich weiter gedulden muss in der Liga, wird sich zeigen. Werbung hat er in Manchester nicht für sich gemacht - allerdings auch die Kollegen nicht.

Quelle: RP
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