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Borussia Mönchengladbach
Mund abputzen, weitermachen
DFB-Pokal 11/12: Dante und Nordtveit verschießen gegen die Bayern
DFB-Pokal 11/12: Dante und Nordtveit verschießen gegen die Bayern FOTO: dpa, Federico Gambarini
Borussia Mönchengladbach. Direkt nach der Pokal-Niederlage gegen München besinnen sich die Borussen auf das Wesentliche: Nun geht es darum, in der Liga möglichst gut auszusehen. am Freitag spielt Borussia gegen Hoffenheim. Für Trainer Lucien Favre ist klar: Der größte Gegner ist der eigene Kopf. Von André Schahidi

Fussball Er hat wahrscheinlich das beste Spiel seiner noch so jungen Karriere gemacht. Aber so richtig freuen konnte sich Tony Jantschke nicht. Borussias Rechtsverteidiger sorgte über 120 Minuten im Pokalschlager dafür, dass Bayerns Franck Ribéry kaum am Spiel teilnahm. Und stand dann dennoch wie ein Häufchen Elend in der Mixed-Zone des Borussia-Parks. "Wir haben Bayern zweimal in dieser Saison geschlagen", sagte er. "Und heute haben wir Unentschieden gespielt. Das war keine Niederlage für mich, wenn du 120 Minuten ein 0:0 hältst". Doch weil nacheiner torlosen Verlängerung dieses unvermeidliche Elfmeterschießen folgt, standen die Borussen nach der Partie dennoch mit leeren Händen da.

Über seine eigene grandiose Leistung wollte Jantschke angesichts der Niederlage gar nicht zu viele Worte verlieren. "Wenn du es als Mannschaft gut machst, glänzt auch jeder Einzelne", betonte der 21-Jährige. "Ich konnte mich auf meine Außenbahn konzentrieren, weil die anderen die Mitte gut zugemacht haben. Dass man Ribéry und die Bayern nicht immer stoppen kann, ist klar. Auch, dass sie ihre Chancen haben würden. Aber wir haben das gut gemacht."

Für Trainer Lucien Favre war das Pokalspiel – zumindest nach außen – mit dem Schlusspfiff abgehakt. "Pokal ist vorbei, Meisterschaft ist da", sagte der Schweizer in der ihm eigenen Ausdrucksweise. "Das nächste Spiel ist jetzt wichtig." Und das bestreiten die Gladbacher bereits morgen (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim. "Das ist auch ein guter Gegner", betonte Favre. Vor allem würden der Mannschaft jetzt 120 intensive Pokalminuten in den Knochen hängen. "Das hat man am Ende auch gesehen", fand Jantschke. Manche Spieler, wie Juan Arango, waren vor lauter Krämpfen gar nicht mehr in der Lage, überhaupt an eine Beteiligung im Elfmeterschießen zu denken.

"Wir haben jetzt nur wenig Zeit, das zu verdauen", sagte Favre. "Nur zwei Tage sind wirklich sehr kurz. Aber gerade im Kopf müssen wir das Spiel abhaken, der Kopf ist extrem wichtig." Das "Scheißgefühl", wie es Kapitän Filip Daems verwortete, muss raus – und neuer Optimismus rein. Und genau da könnte das Spiel gegen die Bayern für Aufschwung sorgen. Denn auch wenn es am Ende nicht zum Finale gereicht hat, so hat Borussia gegen den Rekordmeister doch ein Duell auf Augenhöhe abgeliefert. "Wir haben alles in die Waagschale geworfen, was man gegen einen übermächtigen Gegner in die Waagschale werfen kann", sagte Sportdirektor Max Eberl.

Und mit Verlaub: Solch ein Gegner ist Hoffenheim wahrlich nicht. Die Abwehr stand gegen München, Chancen wurden kreiert – und Offensiv-Wirbelwind Patrick Herrmann feierte nach viereinhalb Wochen Verletzungspause sein Comeback. Das sind gute Voraussetzungen, den Frust über das Bayern-Spiel mit einem starken Auftritt gegen Hoffenheim wegzuspülen. Frei nach dem Motto: "Mund abputzen, weitermachen."

Quelle: RP
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