| 17.21 Uhr

2:1-Erfolg
Schulz führt Borussia zum Sieg in Mainz

Mainz - Gladbach: Einzelkritik
Mainz - Gladbach: Einzelkritik FOTO: Dirk Päffgen
Mainz. Nach zwei Liga-Niederlagen und dem bitteren Pokal-Aus im Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt ist Borussia zurück in der Erfolgsspur. Beim FSV Mainz 05 gab es einen 2:1-Erfolg. Kapitän Lars Stindl traf zur 1:0-Führung, Mann des Tages war aber Nico Schulz. Von Karsten Kellermann, Mainz

Schulz bereitete Stindls Tor mit einem schönen Flankenlauf vor und erzielte das zweite Tor selbst. Mit nun 42 Punkten halten die Gladbacher in der Tabelle Anschluss an die Europa-Plätze. Rang sechs ist drei Punkte entfernt.

Dieter Hecking setzte im Zentrum auf Kreativität und jugendlichen Elan. Mo Dahoud und Laszlo Bénes bildeten die Doppelsechs, der Slowake kam für den erfahreneren Tobias Strobl in Spiel. Zudem brachte Hecking mit Patrick Herrmann mehr Geschwindigkeit ins Spiel, der 26-Jährige spielte auf dem rechten Flügel. Hinten links verteidigte wie erwartet Schulz für den verletzten Oscar Wendt. U23-Stürmer Mike Feigenspan war erstmals im Profi-Kader dabei.

Die Verunsicherung nach dem DFB-Pokal-Aus war zu Beginn durchaus spürbar, das Mainzer Prinzip, den Gegner gleich anzurennen, hatte daher erste kleine Erfolge. Vor allem mit langen Bällen operierte das Heimteam, getragen von dem Motto "100 Prozent Einsatz für unser Ziel". Doch mehr als ein harmloser Kopfball von Yoshinori Muto sprang nicht heraus. Die Borussen waren auf Konter ausgelegt – doch so recht liefen die nicht an, weil im Umschaltspiel die Präzision fehlte. Nach 22 Minuten gab es die bis dahin beste Gelegenheit, als Stindl durch war, aber den besser postierten Herrmann übersah. Stattdessen versuchte der Kapitän den Mainzer Keeper mit einem Lupfer zu überlisten, doch Jannik Huth war auf der Hut.

Herrmann harmoniert gut mit Elvedi

Gleichwohl war der Anfangselan der Mainzer etwas verpufft und die Borussen waren nun besser im Spiel. Das lag auch an Herrmann, der auf der rechten Seite mit Nico Elvedi einige Mal gut durchkombinierte. "Wir müssen mehr in die Box kommen", hatte Herrmann vorab im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. Zweimal spielte ihn Elvedi dort frei, doch die Hereingaben wurden abgeblockt. Der Weg indes war zu erkennen. Kurz darauf führte er auch ans Ziel.

In der "Box", also im Strafraum, war nach 31 Minuten nämlich Lars Stindl, als Schulz nach einem starken Solo über den halben Platz von links in den Strafraum passte. Stindl schob den Ball zum 1:0 für Borussia ins Netz, sein elftes Saisontor. Zum ersten Mal in seiner Karriere traf er in vier aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen, vorher hatte er das Derby-Siegtor, das 2:2 in Hoffenheim und das 1:1 gegen Dortmund erzielt. Mit dem Führungstor war der Plan der Borussen aufgegangen: Mainz kommen und sich ein wenig die Hörner abstoßen lassen, und dann möglichst zuschlagen.

Die anfangs etwas verunsichert wirkenden Borussen wurden mit der Führung im Rücken selbstsicherer. Bénes übernahm in seinem zweiten Spiel von Beginn an die Rolle des Spieleröffners aus der Tiefe, Dahoud rückte bei eigenem Ballbesitz nach vorn. Einmal schoss er den Ball auch von der Strafraumgrenze ins Tor, doch hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann wegen eines Fouls abgepfiffen – wohl zu Unrecht. So war es auch, als Andreas Christensen nach einer Ecke per Kopf traf, Bénes‘ Hereingabe soll aber im Toraus gewesen sein. Es blieb beim verdienten 1:0 zur Pause.

Die ersten 45 Minuten belegten, warum Mainz eine derart komplizierte Rückrunde hat. Kaum Druck, kaum spielerische Elemente brachte das Team von Martin Schmidt zuwege. Borussia schaffte es auch, Standardsituationen am und um den eigenen Strafraum herum weitgehend zu vermeiden – zuletzt waren sieben von zehn Gegentoren nach eben solchen Standards passiert. So kam Mainz kaum zu Zug.

Schulz mit doppeltem Debüt

Anders Nico Schulz. Der frühere Berliner, der so lange hatte warten müssen auf eine echte Chance, war kurz nach der Pause da, als es nötig war. Ein Mainzer Klärungsversuch im Strafraum landete bei Schulz und er schoss ihn mit einem lehrbuchmäßigen Innenseitstoß ins Tor zum 2:0 für die Borussen. Sein Debüt-Tor für Gladbach im ersten Ligaspiel von Beginn an (zuvor hatte er nur beim Champions-League-Spiel in Barcelona im Dezember zur Startelf gehört). Entsprechend ausgelassen war die Freude des 24-Jährigen nach dem Treffer. Er spurtete quer über den Platz hinüber zur Borussen-Bank, die ihn kollektiv in die Arme schloss.

Mainz versuchte hernach mit dem bulligen Stürmer Jhon Cordoba Akzente zu setzen. Borussia war nach wie vor das spielerisch reifere Team, zog sich aber recht weit zurück, nur André Hahn blieb vorn, konnte aber keinen Stich setzen. Ein gewisses Risiko barg die Taktik, doch Mainz blieb in der Summe zunächst harmlos. In der 89. Minute schlugen die Mainzer dann aber doch zu und verkürzten durch Muto. So gab es zwar nicht defensiv die erste Null seit dem 5. April (1:0 gegen Berlin), aber den ersten Dreier seit dem Derby in Köln am 8. April. Auswärts haben die Borussen in der Rückrunde 17 Punkte in neun Spielen geholt.

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