| 07.13 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Nico Schulz kämpft für sein Comeback

Hier riss sich Nico Schulz das Kreuzband
Hier riss sich Nico Schulz das Kreuzband FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Selten zuvor ist wohl ein namhafter Zugang nach seiner Ankunft in Mönchengladbach so viele Monate unter dem Radar der Öffentlichkeit geblieben wie Nico Schulz. Der letzte Zugang des vorigen Sommers, immerhin deutscher U21-Nationalspieler und als Baustein von Borussias Zukunft Max Eberl immerhin rund drei Millionen wert, könnte sich fraglos in kommenden August zum zweiten Mal als Zugang ablichten lassen. Denn er ist es, seit ihn ein Kreuzbandriss Mitte Oktober aus der Saison im neuen Verein riss. Von Stefan Klüttermann

Seitdem ist es still geworden um den heute 22-Jährigen. Wir sind an diesem Dienstagmorgen mit ihm im Borussia-Park verabredet. "So weit geht es mir ganz gut", beginnt Schulz das Gespräch. "Wir sind gerade dabei, den Kraftausgleich zwischen rechtem und linkem Bein zu optimieren. Wenn das gegeben ist, sollte es relativ schnell vorwärtsgehen." Gerissen war bei Schulz im linken Knie das vordere Kreuzband. In einem Testspiel gegen Duisburg. Ohne gegnerische Einwirkung. Die Ärzte prognostizierten sechs Monate Ausfallzeit, die Verantwortlichen bei Borussia früh das Saisonaus. Zwei Monate und zwei Einsätze nach seinem Wechsel von Hertha BSC an den Niederrhein trat die Laufbahn für Schulz also erstmal auf eine harte Bremse, statt bei Borussia durchzustarten.

Nach der Operation ("Beim vorderen Kreuzband geht es nicht konservativ") quält er sich nun also seit Monaten durch die Reha. Er, der Berliner Junge, musste mehr oder weniger von jetzt auf gleich Vertrauen aufbauen zu einem neuen medizinischen Staff. "Einfach ist es nicht, wenn du keinen kennst. Aber ich habe schnell Vertrauen aufgebaut. Man sieht ja auch, dass das gute Leute sind, die hier arbeiten", sagt Schulz, der nach eigenem Messen fünf bis sechs Zentimeter Oberschenkelumfang eingebüßt hatte.

Reha als Herausforderung

Die Reha stellte ihn vor eine Herausforderung, der auch andere vor ihm schon begegnet waren und die Belastung von der Physis auf die Psyche ausweitet. "Die ersten sechs, sieben Wochen nach der Operation macht man gute Fortschritte. Du kriegst die feste Schiene, dann die bewegliche Schiene, dann kommt auch die ab. Du merkst, wie es vorangeht. Und dann werden die Fortschritte aber immer kleiner, und das ist für den Kopf erstmal zu verarbeiten", erzählt Schulz. In der aktuellen Phase sind die Fortschritte klein, und es gibt sogar auch Rückschritte. "Prognosen sind immer schwer zu geben, den einen Tag läuft es gut, den anderen Tag nicht so", sagt Schulz. Sein Nahziel ist das Laufband. "Und wenn das ohne Probleme geht, schauen wir uns die nächsten Schritte an." Wie die aussehen, hat er bei Patrick Herrmann, André Hahn und Tony Jantschke gesehen. Sie alle haben mit ihm in der Reha geschuftet, sie alle sind inzwischen wieder zurück auf dem Platz.

Das mit dem Saisonaus hat Schulz für sich auch so eingeordnet. Warum soll er sich jetzt auch den Druck machen, Ende April wieder dabei zu sein? Sein Blick geht da schon eher fest Richtung Juli. "Die Vorbereitung ist auf jeden Fall mein Ziel, im besten Fall so, dass ich alle Einheiten mitmachen kann, ohne Einschränkung. Alles andere, was vorher kommt, ist Zusatz", sagt Schulz. Wieder richtig bei der Mannschaft dabei zu sein, darauf freut sich der Vater einer fast zweijährigen Tochter. Obwohl er auch sagt: "Wir sind ja alle in derselben Kabine, ich bin ja nicht völlig raus."

Raus indes ist er für ein Turnier, für das er bis zu seiner Verletzung quasi einen Freifahrtschein hatte: Olympia in Rio. "Vor der Verletzung war es eine feste Planung, auf jeden Fall, ich meine, ich war letztes Jahr im EM-Kader der U21, und habe gespielt. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir uns für Olympia qualifiziert haben. Und ich war auch für den Olympia-Kader vorgesehen, so wie es Horst Hrubesch damals gesagt hat."

Doch eine Reha kann Pläne und Ziele schon mal neu ordnen. In Schultz' Fall geht es einfach darum, alles noch mal auf Null zu stellen. "Auf jeden Fall. Etwas anderes bleibt mir ja nicht übrig", sagt er. Von null aus kann man aber eben auch durchstarten. Diesmal als erster Zugang.

Quelle: RP
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