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Borussia Mönchengladbach
Nordtveit kehrt mit einer Maske zurück
Das ist Havard Nordtveit
Das ist Havard Nordtveit FOTO: Dieter Wiechmann
Fussball. Borussias Norweger kann in Wolfsburg auflaufen. Seine Genesung sorgt für die Qual der Wahl beim Trainer. Von André Schahidi

Sie sieht fast makellos aus. Kein Knick, keine Blutergüsse, auch keine Buckel. Die Nase von Havard Nordtveit ist ein Prachtstück. Borussias Norweger muss lachen. "Ich sehe, dass sie schief ist", sagt er. Es wird nachgeschaut. Tatsächlich. Aus gefühlten zehn Zentimetern Abstand ist tatsächlich ein kleiner Knick zu erkennen.

Ansonsten erinnert aber so wirklich gar nichts an das, was dem 22-Jährigen vor knapp zwei Wochen widerfahren war. Mit dem Riechorgan prallte Nordtveit auf den Kopf von Stuttgarts Georg Niedermeier. Und musste heftig blutend ausgewechselt werden: Nasenbeinbruch. "Ich spüre es noch ein bisschen, manchmal habe ich noch etwas Kopfschmerzen", sagt Nordtveit. Und eine schicke Maske hat er auch. "Sie wurde noch ein wenig verändert", sagt er. "Aber es sollte gehen. Wenn ich die Maske aufhabe, habe ich keine Angst. Ich kann wieder spielen. Auch in Wolfsburg."

Nordtveits Genesung sorgt bei Trainer Lucien Favre für ein positives Dilemma. Er hat nun drei gleichwertige defensive Mittelfeldspieler. Nordtveit war bis zu seiner Verletzung eine Bank bei Borussia, genau wie zuletzt Thorben Marx. Doch Ersatzmann Granit Xhaka hatte ausgerechnet gegen Stuttgart und Augsburg seine wohl bisher besten Spiele im Borussia-Trikot absolviert. Wie üblich schweigt sich Borussias Chefcoach zu Personalfragen aus. Doch eigentlich kann er es sich nicht leisten, Xhaka wieder auf die Bank zu verbannen. Heißt: Entweder erachtet er Nordtveit noch nicht als fit genug, wieder von Beginn an aufzulaufen – oder er gönnt Thorben Marx einmal eine Pause.

Ähnliche Denkaufgaben erwarten Favre auch in der Planung des Defensivverbunds. Martin Stranzl ist wieder voll im Training und fühlt sich fit. "Aber Roel Brouwers hat einen guten Job gemacht", betont Favre. "Und Stranzl hat drei Wochen nicht trainiert." Wahrscheinlich lässt Favre den Niederländer gegen Wolfsburg auflaufen – und gibt Stranzl noch eine weitere Woche Zeit, Trainingspraxis zu erhalten.

Zurück zu Nordtveit. Er sagt, Wolfsburg habe viele gute Spieler. "Das ist eine gute Mannschaft, sagt er, du weißt nur nie so genau, wer von all denen jetzt spielt. Ist aber auch nicht so wichtig. Wir wissen, was sie gut können. Noch wichtiger ist, was wir können." Für ihn ist die Diskussion über Borussias Formkurve der vergangenen Wochen deshalb vor allem eine psychische. "Das ist alles Kopfsache", sagt er. "Wenn wir auswärts in Wolfsburg genau so auftreten wie gegen Augsburg, haben wir eine gute Chance, drei Punkte zu holen." Geht es nach Trainer Favre, sollte das kein Problem sein. "Wir versuchen", sagt der Schweizer, "doch immer, auswärts zu spielen wie zu Hause."

Quelle: RP/rl/seeg
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