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Borussia Mönchengladbach
Wendt: "Die Kraft ist kein Problem"

Das ist Oscar Wendt
Das ist Oscar Wendt FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias schwedischer Linksverteidiger hat seit dem 19. Februar kein Pflichtspiel verpasst. In dieser Saison hat er als einziger Borusse keine Sekunde der Saison verpasst. Von Karsten Kellermann

2015 läuft es gut für Oscar Wendt. Denn er tut stets das, was ein Fußballer am liebsten tut: Er spielt. 35 Pflichtpartien standen bislang in diesem Kalenderjahr an, und der Schwede hat nur eine davon verpasst - den Derby-Sieg gegen Köln am 14. Februar. Seit dem 19. Februar hat er alle Spiele mitgemacht, ob in der Bundesliga, im Pokal oder im Europapokal. Und alle über 90 Minuten. Das macht in der Summe 2820 gespielte Minuten ohne Unterbrechung (inklusive der Verlängerung beim Pokal-Aus in Bielefeld in der vergangenen Saison). Zwar waren auch Raffael und Mo Dahoud in allen 14 Pflichtspielen der laufenden Spielzeit dabei, doch hat Wendt als einziger Gladbacher noch keine Sekunde verpasst. Er ist Borussias große Konstante.

Und er ist ein Außenverteidiger ganz nach dem Gusto von Trainer André Schubert. Der mag es, wenn die Herren von hinten nach vorn stürmen an der Linie. "Unser Spiel ist so angelegt, dass wir unsere Außenverteidiger immer wieder vorne dabei haben wollen. Trotzdem haben sie ihre Defensivaufgaben im Griff, weil wir als Team gut abgestimmt sind. So stellen wir uns das vor", sagte Schubert. Deswegen hat ihn am Sonntag das erste Profi-Tor von Rechtsverteidiger Julian Korb erfreut. Und deswegen ist er auch von Wendt angetan. "Oscar spielt defensiv unglaublich zuverlässig, hat sehr gute Laufwege und spielt sehr abgeklärt. Gegen Juves Cuadrado zu spielen, ist schon eine Aufgabe - und Oscar hat ihn fast komplett aus dem Spiel genommen. Oscar ist eine Persönlichkeit auf dem Platz und darum wichtig für das Team", sagte Schubert.

Vielarbeiter Wendt erklärte nach dem Sieg gegen Schalke, warum er trotz der 14 Pflichtspiele am Stück in dieser Saison noch nicht ausgepowert ist und warum der Sieg gegen Augsburg so wichtig für das Gladbacher Team war.

Herr Wendt, erklären Sie mal, wie das geht: Vor vier Wochen war bei Borussia alles schlecht, so schlecht, dass sogar Trainer Lucien Favre keinen Ausweg mehr sah und ging. Nun läuft es wieder so wie in der vergangenen Saison. Wie kommt das?

Wendt Das ist eine extrem gute Frage. Ich wüsste gern eine Antwort darauf. Auch wenn ich jetzt 30 Jahre alt geworden bin, kann ich Ihnen das nicht erklären. Wenn es so wäre, hätten wir ja auch kein Spiel verloren. Denn dann hätten wir unsere Probleme in der Startphase einfach gelöst. Aber ich denke, dass der Sieg gegen Augsburg unsere Köpfe wieder frei gemacht und uns wieder das nötige Selbstvertrauen gegeben hat. Seit diesem Spiel ist alles wieder da, was in den ersten Spielen fehlte.

Was hat Trainer André Schubert zum Aufschwung beigetragen? Und was kam aus der Mannschaft?

Wendt Ich würde sagen, dass beides entscheidend war. Wir wussten, dass wir die Qualität in unserer Gruppe haben. Und André hat es sehr gut gemacht. Er hat gar nicht so viel verändert, sondern Kleinigkeiten, die der Mannschaft momentan guttun. Was das bewirkt hat, konnte man in den letzten Spielen sehen.

Am Samstag sind sie 30 Jahre alt geworden - das war das 3:1 gegen Schalke ja ein nachträgliches, sehr nettes Geschenk.

Wendt Natürlich, das gefällt mir gut. Es war wieder ein super Spiel von uns, vor allem die erste Halbzeit war sensationell. Wir haben super gespielt, super verteidigt, haben den Ball eine Sekunde nach einem Ballverlust schon wieder zurückerobert, über 30 Mal glaube ich. In der zweiten Halbzeit haben wir zwar nicht mehr so dominiert, aber wir waren klar die bessere Mannschaft auf dem Platz. Das 3:1 ist okay.

Fünf Siege in Folge haben Borussia nach dem schlechten Start mit fünf Niederlagen und Platz 18 wieder dahin gebracht, wo sie hinwill: auf einen Rang im oberen Drittel der Bundesliga-Tabelle. Und Rang sieben, den Sie und Ihr Kollegen derzeit belegen, ist ja auch schon ein Europa-Platz. Ist der Fehlstart damit ausgeglichen?

Wendt Noch nicht, nicht für mich. Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Wir kommen langsam dorthin zurück, wo wir hingehören. Die letzten fünf Spieler in unserer Statistik sind auf jeden Fall besser als die ersten fünf. Wir haben die Qualität im Kader, oben mitzumischen. Hoffentlich machen wir jetzt so weiter und können in der Tabelle weiter klettern.

Egal wie Borussia spielt - Sie sind immer dabei. Wie viel Power haben Sie noch? Lassen Sie in dieser Saison kein Pflichtspiel aus?

Wendt (lacht) Wenn wir so spielen wie jetzt, ist die Kraft kein Problem. In den ersten paar Wochen fiel es schwerer. Wenn man Erfolg hat, merkt man die Schmerzen nicht so sehr.

Jetzt steht am Mittwoch noch ein Spiel gegen den FC Schalke 04 auf dem Programm - dieses Mal im Pokal.

Wendt Das habe ich in dieser Art auch noch nicht erlebt. Normalerweise trifft man ja nur alle sechs Monate aufeinander, aber jetzt eben zweimal in vier Tagen. Wir wollen bei Schalke 04 wieder ein gutes Spiel machen und auch im Pokal unsere gute Serie der vergangenen Wochen fortsetzen.

Quelle: RP
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