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Borussia Mönchengladbach
Patrick Herrmanns Tor reicht nicht

Fotos: Borussia-Frust nach Null-Punkte-Start
Fotos: Borussia-Frust nach Null-Punkte-Start FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussias Flügelstürmer gehörte gegen Mainz zum ersten Mal zur Startformation. Er traf auch zum 1:1. Das schien der Wendepunkt zu sein. Doch Gladbach ließ einige Chancen aus, der Gegner war hingegen effektiv und kam zum Siegtor. Von Karsten Kellermann

Patrick Herrmann hat seine Chance genutzt. Als er die Lücke sah im Mainzer Abwehrverbund tat er, was er in der vergangenen Saison elfmal getan hatte, so oft wie nie zuvor: Er schoss den Ball nach Lars Stindls Pass ins Tor. Zum 1:1. Dies schien der Wendepunkt zu sein in diesem Spiel, in dem sich Borussia zuvor so schwer getan hatte. Und dann gab es Chance um Chance: Raffael schob den Ball freistehend am Tor vorbei, Thorgan Hazard tauchte allein vor dem Mainzer Torwart Loris Karius auf, schoss diesen aber an, später zielte der Belgier am langen Pfosten vorbei. Und Patrick Herrmann drosch den Ball von der Strafraum-Grenze über das Tor.

"Wir hatten einige hundertprozentige Torchancen. Von denen müssen wir einfach ein, zwei machen, dann geht das Spiel auch anders aus", sagte Patrick Herrmann. Effektiv waren aber nach seinem Einschuss nur noch die Mainzer, die ihren einzigen echten Konter zum Siegtreffer nutzten. Herrmanns Tor war in der Summe zu wenig. Das 1:2 verdarb Patrick Herrmann dann auch die Freude an diesem Tag. "Ich habe mich gefreut, wieder von Anfang an zu spielen. Ich bin aber sehr enttäuscht, ich kann mich über mein Tor überhaupt nicht freuen", gab Herrmann zu.

Pressestimmen: "Zarte Titelträume" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Dabei hatte er alles dafür getan, seine eigene Geschichte zu wiederholen. In der vergangenen Saison hatte er auch auf sein Startelf-Debüt in der Liga warten müssen, fünf Spiele sogar, doch auch da machte er gleich im ersten Spiel von Beginn an sein Tor beim 2:1 in Paderborn. Doch da liefen die Dinge noch ganz anders für die Borussen: In ihrer Pracht-Saison gönnten sie dem Gegner kaum Chancen und waren vorn total effektiv. Das ist nun anders. "Es hapert momentan an beidem. Wir lassen wenig zu und machen dann zwei, drei kleine Fehler, die zum Gegentor führen. Beim 1:2 wird der Ball abgefälscht und fällt genau vor den Fuß eines Mainzer Spielers, das ist ein bisschen sinnbildlich", analysierte Herrmann.

Der andere, der neu war im Sturm, machte in Herrmanns Augen "ein richtig gutes Spiel": Thorgan Hazard. Doch wie bei Herrmann war es eine unvollendete Geschichte. "Macht Thorgan seine Tore, wäre es sogar ein überragendes Spiel gewesen", befand Herrmann. Hazard ersetzte Josip Drmic in der Anfangsformation. Mit Raffael bildete er die Doppel-Zehn-Spitze. Wie sich Trainer Lucien Favre die Zusammenarbeit der beiden vorstellte, war in der 22. Minute zu besichtigen: Oscar Wendt flankte, Raffael legte ab zu Hazard - doch dessen Treffer gab Schiedsrichter Denis Aytekin nicht, weil er Hazard im Abseits sah.

Hazard erzielt knappes Abseitstor FOTO: afp, agz

"Es war um Längen besser als in Dortmund", fasste Patrick Herrmann seinen Gesamteindruck der Darbietung der Borussen zusammen. Doch von der Rundheit der Vor-Saison ist sein Team auch noch Längen entfernt. Und der Punkte-Ertrag war gegen Mainz derselbe wie beim BVB: null. "Wir müssen die kleinen Fehler abstellen, vor dem Tor eiskalt werden - dann werden wir auch wieder Punkte holen", sagte Herrmann. In der Theorie klingt das recht einfach. Wie kompliziert es aber ist, die gewohnte Selbstverständlichkeit auf den Platz zu bringen, zeigte das Mainz-Spiel, die zweite Niederlage in Folge.

"Es ist ja klar, dass der Druck jetzt steigt", weiß Herrmann. Sein Arbeitstag war nach 81 Minuten zu Ende. Lucien Favre brachte in Josip Drmic und Branimir Hrgota noch zwei Männer mit ausgewiesenem Torinstinkt. Doch auch sie konnten den Tag nicht mehr retten, ebenso wenig wie Ibrahima Traoré, der seine Kollegen gestenreich antrieb in der Schlussphase - doch ohne den entscheidenden Effekt. Die Gladbacher sind nach zwei Spielen Letzter. "Wir haben uns den Start natürlich anders vorgestellt", gab Patrick Herrmann zu.

Noten: Unkreativer Raffael, Unsicherheitsfaktor Wendt FOTO: dpa, lre
Quelle: RP
 
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