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Borussia Mönchengladbach
Perfekter Zeitpunkt fürs Königsklassen-Debüt

Borussia trainiert für Hoffenheim
Borussia trainiert für Hoffenheim FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Die Champions League wird finanziell noch mal lukrativer. Mögliche Mitstarter würden Borussias TV-Attraktivität zudem erhöhen. Von Stefan Klüttermann

Man wird sich vermutlich schwer tun, jemanden zu finden, der einem erklärt, wann es für einen Klub ein schier ungünstiger Zeitpunkt wäre, sich für die Champions League zu qualifizieren. Was es aber durchaus geben kann, ist ein perfekter Zeitpunkt, um das Ticket für die Königsklasse zu lösen.

 
Fotos: Borussia trainiert trotz Sturmtief "Niklas" FOTO: Dirk Päffgen

Auf Borussia bezogen wäre die aktuelle Saison ein solch perfekter Zeitpunkt, denn eine neue Konstellation und veränderte Rahmenbedingungen machen die Champions League für die Fohlen noch einmal attraktiver als sie es ohnehin wäre. Es geht um Einnahmemöglichkeiten, und es geht um aussichtsreiche TV-Präsenz.

Einnahmemöglichkeiten Am Dienstag gab die Uefa bekannt, wie viel Geld die Klubs von 2015 bis 2018 jährlich in der Champions League verdienen können (wir berichteten). Die Quintessenz: Es ist mehr, viel mehr als bislang. Im Schnitt steigen die Prämien, die der europäische Verband über sein Premiumprodukt ausschüttet, um fast 44 Prozent. Was Borussia an fixen Einnahmen über diese Prämien schon vor dem ersten Spiel sicher hätte, lässt sich damit schon jetzt ziemlich genau beziffern.

Als Tabellendritter hieße das: Nimmt man die künftige Startprämie für die Gruppenphase in Höhe von zwölf Millionen Euro plus einem kalkulierten Anteil am fixen Teil des so genannten Marktpools, sprich, der Erlöse aus der TV-Vermarktung, in Höhe von rund fünf Millionen Euro, kommt man auf 17 Millionen Euro. Qualifizierte sich Borussia als Vierter über die Play-offs, fällt der Anteil am Marktpool geringer aus, dafür gäbe es aber zwei Millionen Euro für überstandene Play-offs – unter dem Strich wären es rund 16,5 Millionen Euro.

Aussichtsreiche TV-Präsenz Die Pay-TV-Rechte bleiben weiterhin bei Sky, die Free-TV-Rechte hält ab Sommer ebenfalls weiterhin das ZDF. Die Mainzer dürfen an jedem der sechs Gruppenspieltage ein Mittwochsspiel einer deutschen Mannschaft übertragen – das ganze nach freier Wahl, also nach dem angenommenem Zuschauerinteresse. In der laufenden Saison übertrug das ZDF so zwei Gruppenspiele des FC Bayern, zwei von Borussia Dortmund und je eins von Schalke 04 und Bayer Leverkusen.

Borussia bei Wind und Wetter

Sollte sich nun am Ende der Saison Borussia gemeinsam mit den Bayern, dem VfL Wolfsburg und Bayer 04 für die Champions League qualifizieren, würde Gladbach wohl in den Augen der ZDF-Macher direkt hinter den Bayern in Sachen Zuschauerinteresse einsortiert werden. Eine einmalig günstige Konstellation für die Borussen, die sich eben durch die Abwesenheit von Dortmund und Schalke ergeben würde.

Doch noch ist die Champions League eben nur ein ganz großes Ziel und noch längst kein planbares Faktum, weswegen Patrick Herrmann gestern nach dem Training mit Blick auf das anstehende Spiel in Sinsheim (Samstag, 15.30 Uhr/Live-Ticker) noch mal sagte: "Wir sollten nicht so viel davon reden, sondern einfach weiter unsere Leistung bringen."

Indes: Selbst wenn es nach 34 Spieltagen "nur" die Europa League für Borussia werden würde – auch hier gibt es ab Sommer deutlich mehr Geld zu verdienen. Die Uefa-Prämien steigen hier im Schnitt sogar um fast 63 Prozent. Zum Vergleich: In dieser Saison sammelte Borussia in der Europa League nur an Prämien (ohne TV-vermarktung und Zuschauereinnahmen) 2,8 Millionen Euro ein. In der neuen Spielzeit brächte dasselbe Abschneiden 4,8 Millionen Euro ein.

Quelle: RP
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