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Borussia Mönchengladbach
Raffael ist schon wieder richtig gut drauf

Borussia Mönchengladbach: Start in die Trainingswoche am Borussia-Park
Borussia Mönchengladbach: Start in die Trainingswoche am Borussia-Park FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. An vier der zehn Tore, die Borussia in den bisherigen Vorbereitungsspielen erzielte, war der Brasilianer direkt beteiligt. Von Karsten Kellermann

Raffael ist total entspannt. Der Mann hat richtig viel Freude an seiner Arbeit, das spürt man. Und so spielt der Borusse auch Fußball: Er ist leichfüßig auf dem Platz unterwegs, strotzt vor Spielfreude und ist voll von guten Ideen. Dass die Saisonvorbereitung sehr anstrengend ist, merkt man ihm nicht an. "Ich freue mich total auf die neue Saison", sagt er und grinst das typische Raffael-Grinsen: freundlich, sympathisch, ein bisschen spitzbübisch.

Fotos: "Fohlen" bereiten sich im Borussia-Park auf die Saison vor FOTO: Dirk Päffgen

Wie es scheint, darf sich Borussia auch in der kommenden Spielzeit auf diesen Raffael freuen. Denn er ist schon richtig gut drauf. In der vergangenen Saison, seiner ersten in Gladbach, schoss er 15 Tore, dazu kamen sieben Vorlagen. Nur Max Kruse, mit dem der Brasilianer das Angriffsduo bildete, lag mit 24 Punkten (zwölf Tore, zwölf Vorlagen) in der internen Scorerliste vor ihm. Derzeit ist Raffael der effektivste Borusse. Zuletzt beim Telekom-Cup in Hamburg schoss er gegen den HSV sein erstes Tor, in den Spielen zuvor hatte er schon drei Treffer seiner Kollegen eingeleitet. Somit war Raffael an vier der zehn Tore (bei zehn Gegentoren), die die Gladbacher während der Vorbereitung bislang schafften, direkt beteiligt.

"Raffa ist einfach überragend. Er weiß schon jetzt genau, wie er die Pässe auf uns spielen muss", sagt Ibrahima Traoré, dem Neuling vom VfB Stuttgart. Gegen 1860 München schickte ihn Raffael in die Tiefe, Traoré vollstreckte zum 1:0. Fast spiegelgleich war die Situation beim Telekom-Cup gegen die Bayern: Wieder war der Pass von Raffael perfekt, doch Traoré scheiterte an Tom Starke. Auch André Hahn, wie Traoré neu im Team, profitierte schon von einer Idee Raffaels: In Wiesbaden schoss er sein Debüttor nach einer Vorlage des Brasilianers. "Die beiden sind sehr schnell, es klappt schon richtig gut mit uns", sagt Raffael über seine neuen Mitstreiter in der Abteilung Attacke. Gerade mit dem filigranen Traoré kann er ausgezeichnet kombinieren. Das dritte Tor, das er vorbereitete, schoss Oscar Wendt, es war der 1:0-Siegtreffer gegen Stade Rennes. "Es war ein überragender Pass von Raffa", sagte Wendt danach.

Fotos: Bayern München gegen Borussia FOTO: Dirk Päffgen

Neben Hahn und Traoré hat auch der dritte neue Offensivmann schon getroffen. Thorgan Hazard, der vorn nahezu alles Positionen spielen kann, eroberte den Ball selbst, bevor er ihn ins Tor von Stoke City trat. Zweimal traf Branimir Hrgota gegen 1860 München, danach knickte er auf einer Treppe um und zog sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. Doch nach nur 14 Tagen ist Hrgota wieder da - und hofft, schon am Samstag in Enschede wieder spielen zu können. Einen Doppelpack schaffte auch Max Kruse. Er verwandelte beim Telekom-Cup gegen die Bayern zwei Elfmeter (plus einen im Elfmeterschießen). Der junge Marlon Ritter brachte es immerhin auf zwei Assists, einmal bediente er Hrgota, einmal Raffael. Ibrahima Traoré leitete das erste Tor der Vorbereitung überhaupt ein, seine Ecke verwandelte Verteidiger Alvaro Dominguez zum 1:0 in Wiesbaden.

Allein Patrick Herrmann ist noch ohne Gutschrift in der Scorerliste. Das grämt ihn jedoch nicht. "Ich hebe mir die Tore für die Pflichtspiele auf", sagt Herrmann. Gleichwohl wäre er nicht böse, wenn er schon am Samstag im vorletzten Testspiel bei Twente Enschede seinen Erstling produzieren würde. "Es ist doch klar, dass es für einen Stürmer immer gut ist, wenn er trifft", sagte Herrmann.

Fotos: Lewandowski erzielt Traumtor gegen die Borussia FOTO: dpa, ah lof

Dass es nun mehr schnelle Flügelspieler gibt als zuvor, sieht er als Vorteil auch für sich. "Damit sind die Passgeber mehr auf unsere Laufwege fixiert", sagt Herrmann. "Wir sind da vorne alle sehr gute Fußballer. Jeder will unbedingt spielen - und es ist wichtig, dass in einer Saison mit Europapokal alle Positionen doppelt besetzt sind", sagt er.

Raffael ist indes als kreativer Anführer kaum zu ersetzen. Zumal, wenn der bekennende Spaßfußballer so viel Spaß an seinem Job hat wie im Moment.

Quelle: RP
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