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Borussia Mönchengladbach
Schubert muss umbauen

Fotos: Xhaka sieht nach einem taktischen Foul die Gelb-Rote Karte
Fotos: Xhaka sieht nach einem taktischen Foul die Gelb-Rote Karte FOTO: dpa, mb kno
Mönchengladbach. Granit Xhakas Sperre und Alvaro Dominguez' Ausfall zwingen André Schubert zu Umstellungen. Diese hängen an einigen Unbekannten. Von Stefan Klüttermann

Die Vorbereitung auf sein erstes Bundesligaspiel als Borussias Cheftrainer morgen gegen Hannover (15.30 Uhr) dürfte für André Schubert in diesen Tagen nicht gerade ein Selbstläufer sein. Gladbach wie ganz Fußball-Deutschland beschäftigt die Sicherheitsfrage nach den Anschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover. Und mit Blick auf eine mögliche Aufstellung musste Schubert nach der Gelb-Rot-Sperre von Kapitän Granit Xhaka nun auch noch den langfristigen Ausfall von Innenverteidiger Alvaro Dominguez in seine Planungen einbeziehen. Umbaumaßnahmen sind also unabwendbar - allein, wie konkret diese aussehen hängt noch von einigen Faktoren ab.

Baustelle zentrales Mittelfeld Der naheliegende Ersatz für Xhaka ist Havard Nordtveit. Der Norweger kehrte mit doppeltem Frust von der Nationalelf zurück. Zum einen scheiterte man in den EM-Play-offs an Ungarn, zum anderen spielte "Howie" keine Minute. Im Verein indes hatte sich Nordtveits Position zuletzt wieder verbessert. Waren seine Einsatzchancen und Bereitschaft zu einer Vertragsverlängerung (seiner läuft im Sommer aus) in den letzten Wochen unter Lucien Favre arg bescheiden, spielt er unter Schubert nun wieder eine größere Rolle als vielseitiger Backup.

Granit Xhakas Platzverweise FOTO: afp, agz

Neben ihm ist Mo Dahoud gesetzt. Wobei dem Senkrechtstarter der vergangenen Wochen just nach erwartbarer und nachvollziehbarer schwächerer Leistung zuletzt gegen Ingolstadt angesichts von Xhakas Ausfall plötzlich eine größere Verantwortung als kreativer Ballverteiler neben dem er defensiv orientierten Nordtveit zufällt.

Baustelle Viererkette Nach Dominguez' Hiobsbotschaft mit seiner Rücken-OP und einem Ausfall von wohl gut drei Monaten ist Tony Jantschke die logische Alternative als linker Nebenmann vom bemerkenswert stabilen Andreas Christensen. Nach überstandener Kapsel-Bänderdehnung im rechten Schultereckgelenk steht Jantschke bereit. "Es wird immer besser mit der Schulter, ich denke also, einem Einsatz steht grundsätzlich nichts im Weg", sagte Schubert gestern.

Die Gelb-Rot-Sünder der Bundesliga FOTO: AP, AP

Immer besser wird es auch bei Julian Korb nach dessen tiefem Bluterguss im Oberschenkel. "Julian hat am Mittwoch wieder mittrainiert, und das auch ohne Probleme. Er hat die Phase des Schmerzempfindens überwunden", sagte Schubert. Kann Korb spielen, ist er als Rechtsverteidiger erste Wahl. Ist er noch keine Option für Samstag, dürfte Jantschke von innen nach rechts außen in der Viererkette wandern, wodurch der Platz neben Christensen wieder vakant wäre.

Kandidaten wären Roel Brouwers, der unter Schubert indes noch gar keine Rolle spielte, Marvin Schulz oder Nico Elvedi, den Schubert zuletzt nach seinem Liga-Debüt auffällig lobte. Schubert müsste sich in dem Fall also entscheiden, ob er auf Brouwers' Routine setzt oder wie Favre zu Saisonbeginn auf eine "Bubi-Abwehr". Mittelfristig dürfte die Frage nach Martin Stranzls Rückkehr maßgeblich die Überlegungen von Sportdirektor Max Eberl hinsichtlich eines Wintertransfers (Salzburgs Martin Hinteregger?) beeinflussen. "Wir hoffen, dass Martin schon ein bisschen früher als erst zur Rückrunde zurückkommt. Er arbeitet ja schon auf dem Platz. Man ist dabei, auch eine Maske anzufertigen. Das ist allerdings nicht so einfach wie bei einem Nasenbeinbruch. Da gucken wir von Woche zu Woche", sagte Schubert.

Porträt: Lars Stindl: Vielseitiger Profi und Führungsspieler FOTO: dpa, ve sab

Generell sorgen die vielen Ausfälle natürlich dafür, dass Eberl den Markt etwas intensiver sondiert. "Es spekulieren ja alle richtig, dass wir uns Gedanken machen zum Kader. Hinzu kommt die Frage: Sind es in der Rückrunde noch drei Wettbewerbe, zwei oder einer? Gibt es einen Vorgriff auf die neue Saison? Wir werden nicht händeringend irgendetwas machen, nur etwas, was Sinn macht", sagte Eberl.

Quelle: RP
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