| 10.15 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Seltsamer Spielverlauf und Bierduschen

Hinteregger und Nordtveit produzieren Billard-Eigentor
Hinteregger und Nordtveit produzieren Billard-Eigentor FOTO: ap
Mönchengladbach. Jene, die in der Arena auf Schalke am Freitagabend zum Reisetross der Gäste aus Mönchengladbach gehörten, konnten es nicht fassen. Schalke 04 hat ganz unverfrohren ein Spiel gewonnen, in dem die Borussen in allen Belangen die bessere Mannschaft waren. Von Karsten Kellermann

"Sehr ungerecht", fand zum Beispiel Sportdirektor Max Eberl den Erfolg des Gegners. "Wir haben Schalke an die Wand gespielt und dementsprechend ist es enttäuschend, dass wir jetzt ohne etwas dastehen", monierte Eberl. Dass er nicht nur den, mit Verlaub, seltsamen Spielverlauf über sich ergehen lassen musste, sondern offenbar auch die eine oder andere Bierdusche von den Schalker Fans hinter der Bank der Borussen, war eine Mixtur, die Ebel nach dem Spiel lauf schimpfend den Innenraum der Arena verlassen ließ.

Pech, ein grandioser Schalker Torwart Ralf Fährmann ("Weltklasse", urteilte S04-Manager Horst Heldt) und, natürlich, auch eine ausgesprochene Ungenauigkeit beim Abschluss gewährten Schalke die Möglichkeit, ein Spiel zu gewinnen, in dem es "null Prozent Chancen" hatte, wie Granit Xhaka befand. "Es ist sehr ärgerlich, dass wir solche Spiele machen und verlieren. Wir waren 95 Minuten die bessere Mannschaft", sagte Borussias Kapitän Granit Xhaka.

Einzelkritik: Schlechte Chancenverwertung verhindert bessere Noten FOTO: afp, PST

"Es ist sehr bitter. Aber ich nehme das Positive mit: Wenn wir so weiterspielen, werden wir die Vielzahl der noch ausstehenden Spiele gewinnen. Wir haben es schon in Wolfsburg, wo wir 85 überlegen waren und fünf Minuten geschlafen haben, gut gemacht, und auch gegen Frankfurt. Auf Schalke war es über 90 Minuten ein überragendes Spiel. Es tut weh, so ein Spiel zu verlieren, dass man nicht verlieren darf", sagte Eberl.

22:6 Torschüsse für Gladbach, über 60 Prozent Ballbesitz, ein Latten- und ein Pfostentreffer, der erste Gegentreffer ein Eigentor, der zweite sehr entscheidend abgefälscht – "es gab in unserer Vereinsgeschichte sicherlich schon Spiele, in denen der Fußballgott nicht für uns da war, aber heute war er mal wieder auf Schalke zu Gast", sagte Schalkes Manager Heldt angesichts des Gladbacher Dilemmas.

Jetzt kommt Hertha

"Wir haben es nach vorn überragend gemacht, haben viele Chancen gehabt, haben keine Chance zugelassen und Schalke macht zwei Tore – und da sind wir auch noch mit dabei. Das passt zum Abend. Irgendwann hat man natürlich gemerkt, dass es schwer wird, etwas mitzunehmen. Aber unser Anspruch muss sein, in den nächsten Wochen auch solche Leistungen zu bringen. Dann werden wir auch die Punkte holen", sagte Eberl.

Nach der Länderspielpause ist Hertha BSC im Borussia-Park zu Gast. Es folgen Duelle mit dem FC Ingolstadt, Hannover 96 und der TSG Hoffenheim.

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