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Borussia Mönchengladbach
So ändert Borussias Erfolg die Lage der Talente

So ändert Borussia Mönchengladbachs Erfolg die Lage der Talente
Am Samstag gegen St. Pauli durften Mo Dahoud (l.) und Marvin Schulz mal wieder in einem Spiel von Borussias Profis mitwirken. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Der Weg für heutige Gladbacher Youngster ins Profiteam ist ein anderer als vor Jahren. Auch das ist eine Folge des Aufschwungs. Von Thomas Grulke und Stefan Klüttermann

Natürlich war es der Abwesenheit der Nationalspieler geschuldet, aber es war gleichzeitig auch ein Zeichen von Lucien Favre. Eine Geste. An Marvin Schulz und Mo Dahoud. Im Testspiel gegen den FC St. Pauli beorderte Borussias Cheftrainer beide Youngster hoch, während die U 23 in Lotte spielte. "Natürlich ist das eine Bestätigung für uns beide. Wir haben noch viel vor uns und müssen noch hart arbeiten, aber wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Schulz hinterher. Der Innenverteidiger weiß, dass jede Einsatzminute bei den Profis, jede Einheit ihn weiterbringt. Und er weiß, dass er wie Mittelfeld-Talent Dahoud in diesen Monaten vor allem eines aufbringen muss: Geduld.

Der Verein stattete zwar beide genauso wie Marlon Ritter und Nico Brandenburger in dieser Spielzeit mit langfristigen Verträgen aus, und man ist auch vollkommen überzeugt von ihrem Potenzial, aber in der Statistik der Bundesligaminuten steht eben auch bei allen eine Null. Schulz und Dahoud seien nicht nur nah dran, "sie sind da", sagt Favre oft. Und so standen sie auch schon im Kader. Doch der letzte Schritt fehlt. "Natürlich ist das so. Aber darauf habe ich mich schon vorbereitet, ich wusste es. Ich muss einfach auf meine Chance warten und die dann nutzen", sagt Schulz. Dahoud kam immerhin in der Europa League zum Einsatz.

Dass es für Borussias aktuelle Talente schwieriger ist als für ihre Vorgänger Tony Jantschke, Patrick Herrmann oder Marc-André ter Stegen, den letzten Schritt zum Bundesligaspieler zu machen, liegt ganz einfach an Borussias erfolgreicher Entwicklung der vergangenen Jahre. Jantschke sammelte 2008/2009 seine ersten Profieinsätze, als Borussia ums Überleben in der Liga kämpfte und die Konkurrenten auf seinen Positionen nachweislich keine Bäume ausrissen. Herrmann konnte sich in der vergleichsweise ruhigen Spielzeit 2009/10 aufdrängen und etablieren, weil vorne die Konkurrenz ebenfalls überschaubar war, und bei ter Stegen war die Ablösung Logan Baillys 2011 einfach der einzig logische Schritt.

Heute ist es anders. Heute ist Borussia dritter, der Kader ist in der Breite gut, und das "Einfach mal Reinwerfen" von Talenten ist nicht mehr so nötig und nicht mehr so möglich. "Alle Spieler machen ihre Arbeit richtig gut, sonst wären wir nicht da oben. Natürlich ist es jetzt schwer, reinzukommen. Aber die Zeit wird kommen. Und darauf muss ich halt warten", sagt Schulz. Es ist ein einkalkuliertes Warten.

Wenn die Youngster indes zu ihren Einsätzen kommen, haben sie gegenüber Jantschke und Co. den Vorteil, in eine funktionierende Mannschaft zu kommen. Das erleichtert den Einstieg, sobald der Einstieg mal geschafft ist. Und der führt über Trainingsleistungen und über Auftritte in der in dieser Saison sehr starken U 23 in der Regionalliga. Als aktueller Tabellenführer ist die Chance diesmal sogar da, die Dritte Liga zu erreichen. Dort wären die Ausbildungsmöglichkeiten, wäre das Niveau für Talente wie Schulz, Dahoud, Ritter und Brandenburger noch einmal ein anderes. Das alles kann indes keine Bundesligaerfahrung ersetzen, das weiß auch Schulz. "Es ist immer schön, bei den Profis mitzuspielen. Das ist schon was anderes, noch ein Stück mehr Arbeit. Ich freue mich immer, hier dabei zu sein", sagt er. Es ist eine Arbeit mit einem klaren Ziel.

Quelle: RP
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