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Borussia Mönchengladbach
So können Stindl und Co. vorzeitig für Borussia ran

Porträt: Lars Stindl: Vielseitiger Profi und Führungsspieler
Porträt: Lars Stindl: Vielseitiger Profi und Führungsspieler FOTO: dpa, mb
Mönchengladbach. In diesem Jahr nehmen zwölf von 18 Bundesligisten ihr Training noch im Juni wieder auf. "Na und, ist doch egal", könnte man sagen, doch diese Tatsache ist für den Profifußball durchaus relevant. Und warum es durchaus relevant sein kann, ob eine Vorbereitung noch im Juni oder erst im Juli beginnt, steht hier: Von Stefan Klüttermann

Warum also könnte ein Trainingsauftakt im Juni für einen Profi ein Problem darstellen? Ein Problem kann es theoretisch dann darstellen, wenn dieser Profi in der Sommerpause den Verein gewechselt hat. Denn weil das gängige, reguläre Vertragsende im Profifußball nun mal der 30. Juni ist, steht ein solcher Neuzugang beim Trainingsauftakt für seinen neuen Klub noch bei seinem alten Klub unter Vertrag.

Was sagt denn das deutsche Arbeitsrecht ganz generell zum Übergang zwischen zwei Beschäftigungsverhältnissen in derselbe Branche? Greift das so genannte Konkurrenzverbot, darf ein Arbeitnehmer während eines Arbeitsverhältnisses nicht für ein Unternehmen tätig werden, das zu seinem bisherigen Arbeitgeber im Wettbewerb steht. Das gilt bis Ende der regulären Kündigungsfrist. Sollte ein Arbeitnehmer dagegen verstoßen, droht ihm eine einstweilige Verfügung, mit der ihm der neue Job bis zum Ablauf der Kündigungsfrist untersagt wird.

Okay, und wie gehen Vereine und Profis nun mit diesem Problem um? Sie bescheinigen sich gegenseitig rechtlich haltbare Ausnahmegenehmigungen, wie aktuell auch im Fall von Borussias Neuzugang Lars Stindl (im Bild). "Will ein Spieler vor dem Ende seines alten Vertrages noch im Juni das Training bei einem neuen Klub aufnehmen, bedarf er der Zustimmung des alten Klubs", erklärt Dr. Frank Rybak, Justiziar der Spielergewerkschaft VDV. Denn: Sowohl Spieler als auch Verein müssen bis 30. Juni ihren Vertragspflichten nachkommen.

Aber die Profis haben doch nach Saisonende eh Urlaub, also keine Trainingseinheiten oder Spiele bei ihrem bisherigen Verein mehr. Das stimmt, aber Urlaub allein ändert die rechtliche Grundlage nicht. "Auch während des Urlaubs bedarf der Spieler der Zustimmung seines Ex-Klubs", erklärt Rybak. Nur weil dieser Ex-Klub vielleicht erst im Juli seinen Trainingsauftakt und der Spiel folglich über den 1. Juli hinaus Urlaub hätte, darf er nicht vorher beim neuen Verein loslegen.

Wie regelt nun beispielsweise Borussia ganz konkret das Ganze mit ihren Neuzugängen? "Wir müssen jedes Mal beim abgebenden Verein nachfragen und uns die Erlaubnis schriftlich bestätigen lassen", erklärt Borussias Sprecher Markus Aretz. "Das ist ähnlich wie bei einer Gastspielgenehmigung."

Ist eine solche Übereinkunft zwischen den Vereinen bisweilen problematisch? Nein, in der Regel nicht. Vor allem deswegen, weil sich jeder Verein ja mal in der Rolle des abgebenden und mal in der Rolle des aufnehmenden Vereins befindet. Borussias Sportdirektor Max Eberl kann sich dann während seiner Amtszeit auch an keinen Fall erinnern, der problematisch gewesen wäre.

Wie steht es um den Versicherungsschutz beim Übergang? Hat der bisherige Verein die Erlaubnis zum gewünschten, früheren Dienstantritt erteilt, läuft der Versicherungsschutz ab dann über den neuen Arbeitgeber.

Quelle: RP
 
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