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Borussia Mönchengladbach
Stimmungsloses Derby verläuft friedlich

Borussia Mönchengladbach: Stimmungsloses Derby verläuft friedlich
Der Gästeblock in Köln blieb im Derby fast leer. FOTO: dpa, rwe
Köln. Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben den angekündigten Boykott des 100. rheinischen Pflichtspiel-Derbys beim 1. FC Köln größtenteils durchgezogen - rund um das Spiel blieb es in Köln ruhig. Es habe keine Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine gegeben, teilte die Polizei mit.

Dies sei auf "konsequente polizeiliche Vorbereitungsarbeit" zurückzuführen, unter anderem mit etwa 150 Bereichsvertretungsverboten und zusätzlichen Meldeauflagen. Doch auch die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verfügte Personalisierung der Tickets habe "aus Sicht der Polizei entscheidend zu einem störungsfreien und friedlichen Einsatzverlauf" beigetragen.

"Das Fernbleiben und die Solidarisierung zahlreicher Fußballanhänger gegen die ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen finde ich bedauerlich", erklärte Einsatzleiter Volker Lange: "Letztendlich haben aber genau diese Maßnahmen zu der Beruhigung des Fußballfestes geführt, welches in der Vergangenheit immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten war."

Mit dem Entlastungszug traten lediglich 45 Borussia-Fans die rund 60 Kilometer lange Reise an. Im Gäste-Block im Stadion fanden sich kaum mehr als 100 Anhänger ein, die jedoch ihr Team nach Kräften mit Gesängen anfeuerten. "Wollt ihr das? Gegen Kollektivstrafen - für eine freie Fankultur", stand auf einem Plakat am Zaun. 

Viele Gladbach-Fans kamen aus Protest gegen eine Verkleinerung des Kartenkontingents für Gäste-Anhänger von 5000 auf 3500 Tickets am Samstag nicht ins Rhein-Energie-Stadion. Mit ihrer Aktion wehren sie sich zudem gegen die Personalisierung der Karten.

Anstatt ihr Team zum Auswärtsspiel zu begleiten, waren viele Borussia-Fans in Mönchengladbach geblieben. Rund 1500 Anhänger drückten in Mönchengladbach ihren Protest mit einem Demonstrationszug in die Innenstadt aus.

Einige Fangruppen des 1. FC Köln feuerten ihre Mannschaft ebenfalls nicht wie gewohnt an. Aus Protest gegen begrenzte Kartenkontingente verzichteten sie auf eine organisierte Unterstützung. Deutlich weniger Fahnen als sonst wehten durch das Stadion und kein Vorsänger stimmte die Gesänge in der Südkurve an.

Die Anhänger stellen sich damit gegen Entscheidungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der hatte nach den Ausschreitungen nach dem letzten Derby in Mönchengladbach, als vermummte Kölner Chaoten den Innenraum des Borussia-Parks stürmten, angeordnet, dass Gästekarten nur personalisiert verkauft werden, das Gladbacher Kontingent schrumpfte zudem aufgrund von baulichen Gegebenheiten im Kölner Stadion.

Aus Sicht der Gladbacher Fanszene war dies "ein ausgesprochener Ausdruck von Ungerechtigkeit".

(dpa)
 
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