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Borussia Mönchengladbach
Stindl führt Borussia ins Achtelfinale

Stindl nutzt Matip-Patzer eiskalt aus
Stindl nutzt Matip-Patzer eiskalt aus FOTO: dpa, gki jhe
Mönchengladbach. Auch ohne den gewohnten Spielpartner Raffael, der krank war, bleibt der Offensivmann effektiv: Beim 2:0 "auf" Schalke trifft er und holt den Elfmeter heraus, den Thorgan Hazard zum 2:0 nutzt. Tony Jantschke verletzt sich an der Schulter. Von Karsten Kellermann

Josip Drmic musste lange warten. Fünf Bundesligaspiele und zwei in der Champions League, insgesamt also 630 Minuten. So lange spielte der Stürmer nicht. Und nun bekam er gestern seine Chance. Weil Raffael vorn fehlte, durfte der Zehn-Millionen-Einkauf aus Leverkusen zum ersten Mal, seit André Schubert Borussias Trainer ist, von Beginn an spielen. "Ich will Borussia mit Toren helfen", hatte Drmic zuletzt angekündigt. Es gelang ihm gestern im Pokalspiel bei Schalke 04 nicht. Gladbach siegte zwar 2:0, doch für Drmic war es ein persönlich enttäuschender Abend. Nach 45 Minuten war sein Arbeitstag schon wieder vorbei. Drmic blieb ohne Torschuss und kam nicht im Spiel an.

Ein anderer hingegen, der wie Drmic unter Schubert hinten dran war, tankte richtig Selbstvertrauen, ganz einfach, weil er traf: Thorgan Hazard, der den Elfmeter zum 2:0 verwandelte. Der begabte Belgier begann auf dem linken Flügel. Dort tat er sich schwer, hatte kaum brauchbare Offensiv-Aktionen und ließ Junior Caicara allzu viel Spielraum. Nach der Pause gab es für ihn einen Ortswechsel: Hazard rückte für Drmic ins Zentrum. Fabian Johnson übernahm wie gewohnt den Job auf der linken Außenbahn.

Nun hatte Schubert wieder ein Angriffsduo von der Machart beisammen, wie er es seit seinem Amtsantritt bevorzugt: Eines ohne echten Stürmer, eine Doppel-Zehn, wenn man so will. Gewöhnlich sind es Lars Stindl und Raffael, die vorn zusammen Dienst tun, doch der Brasilianer war gestern krank. Stindl und Drmic kamen in der Kürze der Zeit nicht wirklich zusammen, wohl auch wegen der fehlenden Spielpraxis von Drmic. Doch das hielt Stindl nicht davon ab, weiter effizient zu sein. Als Joel Matip in der 42. Minute ausrutschte, reagierte Stindl sofort, rannte los und schob den Ball zum 1:0 für die Gladbacher ins Tor - es war Borussias erster Torschuss. Schalke hatte sich bis dahin siebenmal erfolglos versucht. Auch so etwas macht den Unterschied. Für Stindl war es das dritte Pokal-Tor dieser Saison und der siebte Treffer insgesamt. Eine starke Quote. Auch den Treffer von Hazard initiierte er mit, weil er den Ball nicht aufgab und dann von Schalke-Torwart Michael Gspurning gelegt wurde.

Das ist André Schubert FOTO: dpa, fg fdt

Hazard schoss sicher nicht den besten Elfmeter seiner Laufbahn, doch Gspurning kam nicht entscheidend an den Ball (53.). Das war ein netter Schub für das Selbstvertrauen des 22-Jährigen. 13 Minuten später zeigte er eine Kostprobe seiner Schusskunst, doch nun wehrte Gespurning ab. Zuvor hatte er Pech mit einem Hackenkick. Auch den einen oder anderen hübschen Pass hatte Hazard noch zu bieten. Nach 75 Minuten war auch für ihn Schluss. Anders als Drmic hatte er den Abend zumindest ein wenig für Eigenwerbung genutzt.

Der Mann des Spiels war, indes neben Yann Sommer, der bei Schalkes Chancenflut in Durchgang eins stark hielt, Lars Stindl. Er verkörperte gestern das, was den Borussen letztlich den Erfolg einbrachte: Er war hellwach in den entscheidenden Momenten, blieb stets cool, gab keinen Ball auf und war brutal effektiv ohne viel Schnickschnack.

Hazard verwandelt Elfmeter auf Schalke FOTO: dpa, gki jhe

Stindl übernahm Verantwortung und stärkte damit gehörig seine Position im Team. Der 27-Jährige wurde als ein Anführer aus Hannover geholt, und nach der Positions-Odyssee in den ersten Wochen der Saison ist er als "Stürmer Stindl" nun eine der Leitfiguren im Gladbacher Spiel. Gestern führte er Borussia ins Achtelfinale.

Wie schon am Sonntag, als das 3:1 gegen Schalke in der Liga durch die schwere Verletzung von André Hahn überschattet wurde, gab es auch gestern einen Wermutstropfen: Tony Jantschke hat sich bei einem Zweikampf mit Pierre Emil Höjbjerg möglicherweise schwer an der Schulter verletzt. Sportdirektor Max Eberl befürchtet jedenfalls, dass schon wieder ein Borusse länger ausfallen könnte.

Quelle: RP
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