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Borussia Mönchengladbach
Taktgeber gesucht

Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder
Bilder: Xhaka wettert nach Gelb-Rot gegen Werder FOTO: ap
Mönchengladbach. Granit Xhaka ist sowohl gegen Hamburg als auch in Sevilla gesperrt. Eine Doppel-Sechs ohne ihn oder Christoph Kramer gab es zuletzt in 87 Pflichtspielen nur einmal. Von Stefan Klüttermann

Der 8. März 2014 nimmt eigentlich keine exponierte Stellung in Borussias Historie ein. Das 1:2 damals gegen den FC Augsburg war allein schon wegen des späten K.o. durch Tobias Werners Siegtreffer kein erinnerungswürdiger Nachmittag für die Borussen. Indes: Mit Blick auf das Heimspiel gegen den Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker) rückt oben genannte Partie dann doch noch mal in den Fokus. Warum? Weil besagtes 1:2 das einzige von 87 Pflichtspielen seit August 2013 war, in dem in Borussias Startelf auf der Doppelsechs weder Christoph Kramer noch Granit Xhaka auftauchten. Genau das wird übermorgen nun also erstmals wieder der Fall sein. Und es ist beileibe kein Szenario, das man sich in Gladbach gewünscht hätte.

Kramer hätte man bekanntlich gerne als Borussen weiterbeschäftigt, er ging aber zurück nach Leverkusen, und Xhaka fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte aus Bremen nun gegen den HSV genauso wie er vier Tage später bei Borussias Champions-League-Auftakt beim FC Sevilla wegen der Gelb-Roten Karte fehlt, die er am 26. Februar beim Rückspiel im Sechzehntelfinale der Europa League gegen denselben Gegner gesehen hatte. Also heißt es: Eine neue Doppel-Sechs braucht das Borussen-Land - und darin mindestens einen neuen Taktgeber. Als im März 2014 Kramer und Xhaka beide wegen der 5. bzw. 10. Gelben Karte aussetzen mussten, stellte Trainer Lucien Favre Havardt Nordtveit und Tony Jantschke als Duo ins Zentrale Mittelfeld.

Das ist Patrick Herrmann FOTO: afp, agz

Beide sind auch aktuell wieder Optionen – allerdings kaum gemeinsam. Die naheliegendste Lösung dürfte Nordtveit an der Seite von Lars Stindl vorsehen. Denn während Stindl und Xhaka als Duo zuletzt zu viele Räume im Rücken anboten, dürfte Stindl neben Nordtveit eine gewisse Offensiv-Defensiv-Balance gewährleisten. Da würde es Favre kaum in den Kram passen, sollte nun auch noch Stindl passen müssen. Der ging gestern Vormittag nach einem langen Sprint mit bandagiertem linken Oberschenkel vom Trainingsplatz, sagte aber immerhin: "Es ist nichts Schlimmes. Hoffentlich." Ohne Stindl bliebe Favre letztlich nur die Möglichkeit, Raffael eine Position nach hinten zu ziehen oder in einem so eminent wichtigen Spiel von Beginn an auf Youngster Mo Dahoud zu setzen, der zudem dieser Tage mit der U 20-Nationalelf unterwegs ist.

Eine Alternative zum in Bremen auch nicht wirklich überzeugenden Nordtveit wäre indes Jantschke - vor allem, nachdem Favre ihn im Testspiel am vergangenen Freitag gegen den FC Sion just auf dieser Position neben Stindl hatte auflaufen lassen. "Natürlich, er kann das. Er hat das früher oft gespielt. Aber gegen Sion war es nun auch so, dass einfach kein weiterer Sechser zu Verfügung stand", sagte Favre allerdings gestern. Auch Sportdirektor Max Eberl hatte zuvor nicht zuviel in diese Maßnahme interpretieren wollen: "Tony hat da früher schon häufig gespielt und gezeigt, dass er dort eine Variante sein kann", hatte er gesagt.

Borussen-Frust nach historischem Fehlstart FOTO: Dirk Päffgen

In jedem Fall muss Favre ein harmonierendes Duo finden, um endlich den ersten Sieg der Bundesligasaison einzufahren. Mit Blick auf Sevilla kann er danach wohl noch einmal neu überlegen. Denn während Borussia gegen den HSV dringend einen Taktgeber à la Xhaka braucht, um das Spiel aktiv zu gestalten, wird man Sevilla die Rolle des Spiel machenden Favoriten unschwer überlassen können.

Quelle: RP
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