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Borussia Mönchengladbach
Hazard blüht in Gladbach auf

Bundesliga 16/17: Hazard trifft innerhalb von sechs Minuten doppelt
Bundesliga 16/17: Hazard trifft innerhalb von sechs Minuten doppelt FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Der Belgier erzielt in dieser Saison im Schnitt alle 63 Minuten ein Tor. Beim 4:1 der Borussia gegen Bremen traf er doppelt. Von Karsten Kellermann

Es hätte noch ein Tor mehr sein können für Thorgan Hazard. Doch Raffael schnappte sich den Ball, als Schiedsrichter Tobias Stieler gegen Werder Bremen Elfmeter gepfiffen hatte. Hazard fühlte sich ebenfalls bereit für den Job, gerüstet auch durch das Selbstvertrauen eines zuvor fabrizierten Doppelpacks. Aber wenn sich Raffael den Ball nimmt, wird bei Borussia Mönchengladbach nicht diskutiert. Raffael ist der Zampano, der Maestro.

Raffael schoss also und traf, zum ersten Mal in der Bundesliga seit dem 12. März. Später erzielte er noch ein zweites Tor. Zum zweiten Mal in dieser Saison teilten sich der Brasilianer und Hazard die Tore bei einem Kantersieg. Beim 6:1 gegen Bern in den Champions-League-Play-offs trafen beide dreimal, nun beim 4:1 gegen Werder Bremen waren sie jeweils zweimal erfolgreich. Beide kommen wettbewerbsübergreifend auf sechs Tore und drei Vorlagen in sieben Spielen. Hazard jedoch ist im Einsatzzeit/Tor-Verhältnis der Effektivere. Er brauchte 379 Minuten für seine Tore, das ist ein Treffer alle 63 Minuten. Wäre der Ball gegen Bremen nach der Pause nicht am Pfosten abgeprallt, wäre die Quote noch besser. "Ich freue mich, dass ich dem Team so helfen konnte", sagte Hazard.

Diese Effektivität ist eine neue Qualität des 23 Jahre alten Belgiers. Er hat sie sich in der Rückrunde der vergangenen Saison angeeignet. Bis dahin ließ er zu viele Chancen aus. Wie gegen Mainz im zweiten Spiel der Vorsaison. Dreimal stand er allein vor dem Tor, dreimal vergab er. Das Spiel ging 1:2 verloren. Die Niederlage war ein Baustein der Selbstdemission Lucien Favres. Bei André Schubert spielte Hazard zunächst nur eine Nebenrolle. Sein Defensivverhalten war Schubert zu lax. Hazard arbeitete daran, und als Schubert in der Rückrunde auf ein Dreierkonstrukt mit drei Zehner-Typen setzte, blühte Hazard immer mehr auf. "Ich spiele jetzt weiter vorn und zentraler, kann mehr in die Tiefe gehen, da ist es normal, dass ich jetzt mehr Tore mache als in der Saison davor", sagte er. In seiner ersten Saison in Gladbach traf er in der Liga einmal, in der vergangenen Spielzeit viermal. Nun hat er nach drei Bundesligaspielen drei Treffer beisammen.

Gegen Bremen, befand Präsidiumsmitglied Hans Meyer, habe Hazard eines seiner besten Spiele als Borusse gemacht. Von der ersten Minute an war sein unbedingter Wille zu spüren, an diesem Tag etwas zu bewegen. In der 5. und 8. Minute scheiterte er an Jaroslav Drobny, dann blieb Hazard zweimal cool (11./18.). Geschwindigkeit, Balltechnik, Torinstinkt - diese Mischung war Borussia acht Millionen Euro wert, die sie an den FC Chelsea überwies, um den zuvor Ausgeliehenen zu kaufen. Es war, das zeigt sich nun, eine lohnende Investition.

"Er ist sehr laufstark, hat viel Tempo und eine sehr gute Technik, er ist seit Beginn der Rückrunde sehr zielstrebig und torgefährlich, wenn man sieht, wie viele Tore er vorher gemacht hat und seitdem, zeigt dass, dass er eine sehr gute Entwicklung gemacht hat. Ich hoffe, es geht so weiter", sagte André Schubert über Hazard, der die 10 auf dem Rücken trägt. Auch sein großer Bruder Eden hat die 10. Beim FC Chelsea. Eden ist dort ein großer Star. Hazard ist dabei, in Gladbach einer zu werden. Thorgan hat Eden in dieser Saison indes etwas voraus. Er spielt in der Champions League. Chelsea hat sich nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Ein bisschen stellt das die bisherigen Kräfteverhältnisse zwischen den belgischen Brüdern auf den Kopf.

Trotz seiner guten Quote hat Hazard derzeit nur eine halbe Stelle im Sturm. Er teilt sich den Job mit André Hahn. Hazard ist der spielende Stürmer, Hahn der Typ klassischer Mittelstürmer. Auch Hahn trifft gut, wenn er spielt. "Die Konkurrenz pusht mich", gesteht Hazard. Borussias neunter Liga-Heimsieg in Folge belegt das. Nach den Niederlagen in Freiburg und Manchester "haben wir eine gute Antwort gegeben. Ich hoffe, dass wir so weitermachen können", sagte Hazard.

Quelle: RP
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