| 08.43 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Ticketschranke für Borussen in Turin und Manchester

CL 15/16: Borussen-Fans zeigen tolle Choreo
CL 15/16: Borussen-Fans zeigen tolle Choreo FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Kommenden Mittwoch spielt Borussia Mönchengladbach in der Champions League gegen Turin - ein Highlight für jeden Fan. Nur mit den Tickets gibt es ein Problem: Sich um Karten für die Auswärtsspiele bei Juve und City jenseits des offiziellen Kontingents zu bemühen, ist so gut wie aussichtslos. Von Stefan Klüttermann

Es gibt die Geschichte von Gladbach-Fans, die 175 Pfund, also knapp 235 Euro, für einen Premium Sitzplatz beim Champions-League-Spiel in Manchester am 8. Dezember bezahlten. Diese Fans bekamen auch zunächst eine Bestätigung ihres Kartenkaufs seitens Manchester City. Doch auf die Freude folgte die Ernüchterung in Form eines Schreibens der Citizens, in dem diese den Kauf stornierten. Das Geld werde zurücküberwiesen, heißt es in dem Schreiben. Man bedauere den Vorgang, heißt es ebenfalls.

Borussen feiern Sieg in Stuttgart mit den Fans FOTO: Dirk Päffgen

Doch warum stornierte City den Ticketerwerb aus Deutschland? Die Begründung liefert der Klub in besagtem Schreiben in Kurzform und auf Anfrage unserer Redaktion ausführlicher. "Aus Sicherheitsgründen müssen Gästefans ihre Tickets über den Gastverein, also über Borussia kaufen", schreibt die City-Sprecherin. Allein: das Karten-Kontingent, das Borussia zusteht, ist noch nicht mal fix, wird aber bei knapp 2750 liegen. Nicht viel für reisefreudige und Europacup-begeisterte Gladbach-Anhänger. "Ein öffentlicher Verkauf von Tageskarten wird voraussichtlich nicht möglich sein", teilte Borussia schon vor Wochen mit Blick auf die drei Auswärtsspiele in der Königsklasse mit.

Also machten sich Fans, wie die aus der Geschichte mit den Premium-Sitzen daran, auf eigene Faust beim gastgebenden Verein Karten zu kaufen. Doch City zog eine dort seit Jahren übliche Ticketschranke hoch. Besagte Premium-Sitze können Menschen außerhalb Großbritanniens beispielsweise nur dann erwerben, wenn sie früher schon mal eine Karte fürs Etihad-Stadion gekauft hatten. Heißt übersetzt: Käufer mit deutscher Adresse haben quasi keine Chance auf ein Ticket auf direktem Weg. BVB-Fans hatten bereits 2012 dieselbe Erfahrung machen müssen. "Wir können nicht dazu raten, sich jenseits unseres Kontingents um Karten zu bemühen", sagt dann auch Borussias Sprecher Markus Aretz. Und: Ja, natürlich habe man in Manchester und Turin angefragt, ob man mehr Karten bekommen könne, aber, so Aretz, das sei abgelehnt worden.

Fürs Spiel in Turin am Mittwoch bekam Borussia 2099 Tickets zugewiesen. Insofern versuchten auch hier Gladbach-Anhänger, direkt in Italien, also in einem Land mit der gängigen Praxis personalisierter Tickets, Karten zu bestellen. Doch schon bei der Bestellung im Internet erscheint der Hinweis, dass Karten an deutsche Fans auf diesem Wege nicht verkauft werden dürfen. Es gibt zwar auch hier Geschichten von Borussen-Fans, die trotzdem freudig von einem erfolgreichen Kauf berichten, aber sie müssen eben mit einer Stornierung rechnen. Denn auch davon berichten Fans des BVB. So sind nun viele Borussen dabei, Freunde, Bekannte oder sonst wen zu finden, der mit englischer oder italienischer Adresse Tickets für das jeweilige Spiel für sie ordert.

Borussia feiert ersten Saisonsieg mit den Fans FOTO: Dirk Päffgen

Hinter all den kreativen Bemühungen steht der Wunsch, noch einmal so eine bemerkenswerte Fan-Präsenz hinzubekommen wie in der Europa League in Rom oder Marseille. Doch damals war es eben so, dass sich Lazio und Olympique mit Blick auf das geringe einheimische Karteninteresse aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden hatten, Borussias Kontingent massiv zu erweitern. Das steht in den Fällen von Juve und City nun aber nicht zu erwarten. Beide Gastgeber nehmen lieber frei bleibende Sitze als zusätzliche Gästefans in Kauf.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ticketschranke für Borussia Mönchengladbach in Turin und Manchester


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.