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Borussia Mönchengladbach
Tore und Vorlagen gegen die Restaurant-Rechnung

Porträt: Das ist Thorgan Hazard
Porträt: Das ist Thorgan Hazard FOTO: afp, jd ej
Mönchengladbach. Wäre die Saison jetzt vorbei, wäre Thorgan Hazard dran. Er müsste die Rechnung übernehmen beim gemeinsamen Essen der drei Hazard-Brüder. Der mit der schlechtesten Ausbeute an Toren und Assist zahlt, so ist es verabredet. Derzeit ist es der Borusse.

Dreimal (zweimal im Pokal, zudem nun beim 4:0 gegen Stuttgart in der Bundesliga) hat er getroffen in dieser Saison, dazu hat er vier Tore vorbereitet - macht sieben Scorerpunkte. Eden Hazard, der beim FC Chelsea spielt und nun auf einen Marktwert von 70 Millionen Euro taxiert wird, sammelte beim 2:1 in Norwich den achten Assist ein, dazu kommen zwei Tore, das macht zehn Punkte in der Hazard-Wertung und Platz eins. Kylina, der jüngste Bruder, hat acht Scorerpunkte: vier Tore schoss er für Ujpest Budapest, dazu kommen ebenso viele Assists. Weswegen Thorgan klarstellt: "Ich muss nachlegen. Ich will das Essen nicht bezahlen."

Das kommt es ihm sehr gelegen, dass er seit dem 5:1 gegen Bremen regelmäßig spielt. Vorher war das nicht so. Auch darum liegt er hinten in der Bruder-Wertung. Nun nutzt er seine Chance, indes nicht nur mit Blick auf die Restaurant-Rechnung. Er hat seinem Trainer André Schubert überzeugt, dass er ins Team gehört, nachdem dieser ihn zuvor in die Pflicht genommen hatte, sein Defensivverhalten deutlich zu verbessern.

"Thorgan macht es jetzt sehr gut. Das Tor war für ihn jetzt das i-Tüpfelchen", befand Schubert, nachdem Hazard zuvor zweimal Vorbereiter war. Schon vor dem Spiel gegen Stuttgart, erzählte Schubert, hätten er und seine Co-Trainer darüber gesprochen, dass Hazard mal dran sei mit einem Treffer. Nach Fabian Johnsons toller Vorarbeit gelang dieser. "Endlich", sagte Hazard. Er sagte es in Deutsch. Auch das ist ein Fortschritt, den der Belgier gemacht hat. "Als ich kam, sprach er kaum Deutsch, daran hat er gearbeitet. Jetzt höre ich ihn immer öfter in der Kabine Deutsch sprechen. Das ist wichtig für ihn", sagte Schubert.

Schubert: "Thorgan hat lange auf ein Tor gewartet"

Der Trainer hatte Hazard wie schon in Augsburg, wo er den gesperrten Lars Stindl im Sturmzentrum ersetzte, eine Freude gemacht. "Er hat mich wieder auf meiner Lieblingsposition spielen lassen", frohlockte Hazard. Schubert hatte für das Stuttgart-Spiel, bei dem Stindl wieder da war, Borussia die Flügel gestutzt und ein 3-4-3-System mit einem Offensiv-Dreieck erdacht, in dem Hazard, Raffael und Lars Stindl wirbelten. "Wir wollen viel Tiefe, ich soll diese Läufe machen, hat mir der Trainer gesagt. Und er hat gesagt: Spiel einfach Fußball. Er hat mir alle Freiheiten gegeben", berichtete Hazard. Die nutzte er aus. Auch, um einen Fingerzeig an seine Brüder loszuwerden: "Jungs, ich hole auf!".

Karsten Kellermann

Quelle: RP
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