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Borussia
Vorfreude auf Dortmund

Die Duelle der beiden Borussen-Mannschaften waren zuletzt richtungsweisend. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck erlebte in Dortmund zuletzt eine tiefe Enttäuschung. Dennoch freut er sich auf das Wiedersehen. Von O. E. Schütz

Der Stachel sitzt immer noch tief, auch wenn Michael Frontzeck versucht, sich gewohnt cool zu geben. Der 16. Mai 2009 war ein Tag, den der Fußballlehrer nie vergessen wird. Es war der vorletzte Saisonspieltag. Arminia Bielefeld mit Frontzeck als Trainer verlor in Dortmund, und zwar 0:6.

"Es war ein skurriles Spiel. Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, nutzten aber drei Torchancen nicht. Nach 43 Minuten stand es 0:0. Und dann haben wir uns sechs Tore eingefangen", schildert Frontzeck nüchtern. Und dann kommt es für seine Verhältnisse zu einem fast schon emotionalen Ausbruch: "Dieses 0:6 hat zu der glorreichen Entscheidung Arminias geführt, nach dem 33. Spieltag und und auf einem Relegationsplatz stehend den Trainer zu entlassen."

Der Rest ist ebenfalls Fußball-geschichte: Bielefeld erreichte im letzten Saisonspiel mit dem vermeintlichen Retter Jörg Berger als Coach im Heimspiel gegen Hannover nur ein 2:2 und stieg ab. Mönchengladbach spielte zu Hause gegen Dortmund 1:1, schaffte als Tabellen-Fünfzehnter noch soeben die Rettung – und holte eineinhalb Wochen später nach dem Rücktritt von Retter Hans Meyer einen neuen Trainer – Michael Frontzeck.

Der hat nun morgen seinen nächsten Auftritt im Dortmunder Stadion. Und will von bösen Erinnerungen nichts wissen – im Gegenteil! "Ich freue mich, wieder nach Dortmund zu kommen. Es ist immer schön, dort vor 80 000 Zuschauern zu spielen", sagt Frontzeck. Angst vor einem erneuten Debakel hat er keine.

Nicht, weil Dortmund vier seiner fünf letzten Spiele verloren hat: "Sie sind immer noch Fünfter und können nächste Saison international spielen. Sie werden alles tun, diesen Platz zu halten", warnt er. Frontzeck und seine Borussen fahren dennoch selbstbewusst nach Dortmund: "Weil wir in Mainz und Hoffenheim gut gespielt haben. Jetzt müssen wir aber noch einen Tick drauflegen."

Die beiden letzten Duelle der Borussia-Teams waren wegweisend. Dortmund verspielte mit dem 1:1 am letzten Spieltag der Vorsaison einen Platz in der Europa League, Gladbach rettete sich vor dem Abstieg. Der 1:0-Sieg im Hinspiel am 3. Oktober in Gladbach war dann für die verunsicherten Dortmunder Auftakt zu einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage, von der das Team von Frontzecks Kollegen Jürgen Klopp heute noch zehrt. Für Gladbach markierte das 0:1 einen spielerischen Tiefpunkt – und den Ansatz zu einer beständigen Aufwärtsentwicklung, Abstiegssorgen weitgehend vergessen lässt.

Borussia hat an Michael Frontzeck, anders als damals Bielefeld nach der Schlappe in Dortmund, auch in der Misserfolgsphase nicht gezweifelt, sondern unbeirrt an an ihm festgehalten. Eine richtige Entscheidung.

Quelle: RP
 
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