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Borussia Mönchengladbach
"Wir haben sehr gute Charaktere im Team"

Fotos: Gladbachs Kramer und Kölns Vogt geraten aneinander
Fotos: Gladbachs Kramer und Kölns Vogt geraten aneinander FOTO: dpa, rwe nic
Mönchengladbach. Borussias Defensivmann spricht über das torlose Derby in Köln, die Rotation von Trainer Lucien Favre und das Spiel am morgigen Mittwoch gegen den Hamburger SV. Seine Bilanz der ersten Saisonwochen: "Im Moment sind wir absolut im Soll."

Herr Jantschke, sind Sie mit dem 0:0 im Derby beim 1. FC Köln zufrieden?

Jantschke Wir hatten zwei gute Chancen, die Kölner eine. Wir hatten sicherlich die bessere Spielanlage und die größeren Spielanteile. Letztlich zählt aber nur das, was in den Strafräumen passiert da haben beide Mannschaft zu wenig gemacht. Demzufolge geht das 0:0 auch in Ordnung.

Warum war für Borussia nicht mehr möglich?

Jantschke Man hat gesehen, warum die Kölner noch kein Gegentor bekommen haben. Sie stehen mit elf Leuten am eigenen Strafraum und machen das da dann sehr gut. Sie probieren dann über lange Bälle nach vorn zu kommen. Das war ihr Plan, und den haben sie gut umgesetzt. Es ist nie einfach, gegen so eine Mannschaft Torchancen zu kreieren. Wenn Max Kruse mit seinem Kopfball das 1:0 macht, sieht es vielleicht anders aus. Aber wir haben sehr stabil gestanden und können mit dem Ergebnis leben.

Positiv ist vor allem, dass Borussia nach acht Pflichtspielen noch unbesiegt ist.

Jantschke Ich denke, wenn man den Start in die Saison sieht, ist er sehr positiv. Wir stecken die Belastungen bisher super weg. Wir können zufrieden sein - aber es geht ja Schlag auf Schlag weiter. Wir wollen jetzt natürlich zu Hause gegen Hamburg gewinnen.

Sie haben in dieser Saison schon auf zwei Positionen gespielt: als Innenverteidiger, wie jetzt in Köln, und zweimal als Rechtsverteidiger. Wie flexibel muss man inzwischen sein, wenn man bei Borussia spielt?

Jantschke Es ist für unseren Trainer eine sehr gute Sache angesichts der vielen Wettbewerbe, in denen wir spielen, dass er immer wieder rotieren kann und den Spielern immer wieder Pausen geben kann. Alvaro Dominguez hat zum Beispiel in Köln auf der Bank gesessen, obwohl er vorher sehr gut gespielt hat. Das zeigt unsere Stärke im Kader. Es wird sicher auch am Mittwoch gegen den Hamburger SV den einen oder anderen treffen, der dann draußen sitzt. Aber solche Rotationen sind normal in so einer Situation, das ist bei den anderen Mannschaften nicht anders. Leverkusen hat ja auch in Wolfsburg Stefan Kiesling draußen gelassen. Man kann heutzutage einfach nicht mehr alle Spiele über 90 Minuten spielen.

Sie waren in Köln, der Einzige in Borussias Startelf, der auch beim letzten Derby dabei war. Damals gab es ein 3:0 in Köln. Ist Borussia seitdem besser geworden?

Jantschke Das 3:0 war in der Saison, in der wir Vierter geworden sind. Das ist schwer zu toppen, weil wir damals auch nicht weit vom Dritten entfernt waren. Das war eine Saison, mit der man nichts vergleichen kann, da ist bei uns alles optimal belaufen. Trotzdem haben wir in dieser Saison eine super Mannschaft, vor allem auch charakterlich. Wir können problemlos rotieren und keiner ist stinkig deswegen. Das wird uns noch sehr weiterhelfen.

Ist es wirklich so, dass alle es klaglos hinnehmen, wenn sie nicht spielen?

Jantschke Das ist wirklich so, sonst würde ich es nicht sagen. Ihr wisst, dass ich da relativ ehrlich bin. Wir haben viele Neue bekommen und es ist erstaunlich, wie wir das hinkriegen. Alle, die auf der Bank sitzen, fiebern mit. Im Moment läuft es wirklich gut, wir haben sehr gute Charaktere im Team.

Hat Köln heute dem HSV gezeigt, wie man gegen Gladbach spielen muss, um etwas zu holen?

Jantschke Es kann schon sein. Aber das sind Mittel, die jede Mannschaft kennt. Der HSV hat ja auch 0:0 gegen die Bayern gespielt. Wenn man in einer schwierigen Phase ist, stellt man sich halt tief rein und lauert auf Konter. Das ist ja auch legitim. Was der HSV gegen uns macht, werden wir sehen. Aber wir haben ein Heimspiel und sind stark genug, es zu gewinnen.

In den letzten Heimspielen gab es viele Tore. Sieben gegen Sarajevo, vier gegen Schalke. Wie sieht es in solchen Spielen von hinten aus, wenn Sie Ihren Offensivkollegen so zusehen?

Jantschke Es gefällt mir ganz gut. Wir haben durch die neuen Spieler viele Variationsmöglichkeiten und es klappt ja auch schon gut. Aber warten wir mal ab, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Nach zehn Spieltagen kann man schon absehen, sehen, wohin unser Weg führt. Jetzt ist alles noch eng.

Erst Ziele wurden aber erreicht: Die zweite DFB-Pokalrunde, die Gruppenphase der Europa League, in der Bundesliga gab es zudem noch keine Niederlage.

Jantschke Im Moment sind wir absolut im Soll. Es hätte sicherlich der eine oder andere Sieg mehr sein können, aber es gibt in der Bundesliga keine Laufkundschaft. Das weiß jeder. Dortmund hat schon zweimal verloren, am Sonntag auch Leverkusen. Es ist alles brutal eng, das sieht man immer wieder. Darum strömen die Leute ja auch in die Stadien, weil es immer wieder Überraschungen geben kann.

KARSTEN KELLERMANN SPRACH MIT TONY JANTSCHKE

Quelle: RP
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