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Borussia Mönchengladbach
"Wir hatten uns eigentlich gut eingestellt"

Einzelkritik: Abwehr wackelt – Angriff zu harmlos
Einzelkritik: Abwehr wackelt – Angriff zu harmlos FOTO: dpa, pg hpl
Borussia wusste, was sie gegen Eintracht Frankfurt erwarten würde. Trotzdem fand Dieter Heckings Mannschaft hinten erst kein Mittel gegen die robusten Gegner und nach dem frühen Rückstand vorne keinerlei Ideen. Von Jannik Sorgatz

Im März 2016 war Niko Kovac erstmals als Frankfurt-Trainer in Gladbach zu Gast, und er hätte nach dem 0:3 vermutlich selbst nicht gedacht, dass er in der Zukunft mal so gerne wiederkommen würde. Es folgte ein 0:0 im Oktober 2016, der umjubelte Erfolg im DFB-Pokal-Halbfinale im April dieses Jahres und nun der 1:0-Sieg am dritten Bundesliga-Spieltag. "Gerade in den ersten 30 Minuten hat meine Mannschaft ein sehr gutes Spiel gemacht", sagte Kovac. "Die Gladbacher wussten nicht ganz, wie ihnen geschah."

Tatsächlich wurde die Partie bereits in der Anfangsphase entschieden – nicht weil die Eintracht mit dem Tor von Kevin-Prince Boateng uneinholbar davongezogen wäre, sondern weil Borussia es nie schaffte, das Phlegma der ersten halben Stunde zu überwinden. "Gefühlt war jeder lange Ball, jeder Einwurf mindestens eine Halbchance", sagte Christoph Kramer. Aus einem Einwurf entstand auch Boatengs Tor, genauso wie der Treffer nach nicht einmal einer Minuten, den er selbst verhinderte, weil er in Abseitsposition noch an den Ball ging.

"In der Vergangenheit hat es uns ausgezeichnet, dass wir zu Beginn hellwach waren", monierte Gladbachs Kapitän Lars Stindl. Beim 2:2 in Augsburg vor zwei Wochen hatte Borussia bereits nach 35 Sekunden zurückgelegen, war aber schnell zurückgekommen. Gegen Frankfurt hätten die Gastgeber wohl noch deutlich länger als die letztendlich 98 Minuten spielen können und wären trotzdem torlos geblieben. "In der zweiten Halbzeit haben wir viel investiert, da kann ich niemandem einen Vorwurf machen. Aber es ist zu wenig dabei herumgekommen", sagte Stindl, der selbst zwei der wenigen klaren Möglichkeiten vergab.

"Das schmeckt mir überhaupt nicht", sagte Trainer Dieter Hecking über die Startprobleme seines Teams, zumal er es nach eigenen Angaben exakt auf die Spielweise vorbereitet hatte, die Frankfurt an den Tag legte. "Wir hatten uns eigentlich gut eingestellt auf die langen Bälle und wollten verhindern, dass die großen Spieler im Zentrum zum Tragen kommen", bestätigte Stindl dann auch. Gegen Frankfurts robuste Defensive sei es nach einem frühen Rückstand besonders schwer.

Borussia sah die erste Pflichtspielniederlage seit dem 22. April (gleichzeitig nur fünf Siege in den vergangenen 18 Spielen) sozusagen hilflos auf sich zukommen. Auch eine Umstellung auf eine Dreier- bzw. Fünferkette sorgte nicht für mehr Durchsetzungsvermögen und Ideenreichtum, auch die Hereinnahme der beiden Stürmer aus Paraguay, Raúl Bobadilla und Julio Villalba, brachte nicht mehr den Ausgleich. In den Schlussminuten ging sogar Jannik Vestergaard mit nach vorne. Vier Punkte und 3:3 Tore sind die Ausbeute der ersten drei Spiele.

 
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