| 11.57 Uhr

Tobias Strobl im Interview
"Wir müssen mit Mann und Maus wieder besser verteidigen"

Das ist Tobias Strobl
Das ist Tobias Strobl FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. 2:3 verloren gegen Borussia Dortmund und vor allem in der ersten Halbzeit klar unterlegen – Borussia hatte sich, das gestand Trainer Dieter Hecking, das Topspiel gegen den BVB, oder besser: dessen Verlauf, "anders vorgestellt". Nach dem Spiel sprach Tobias Strobl über die Leistung der Borussen. Von Karsten Kellermann

Das Ansinnen, zum ersten Mal ein Team aus den Top vier der Liga zu bezwingen, ging daneben, alles Vergleich in der Rückrunde wurden verloren – 1:2 gegen Leipzig, 0:1 gegen die Bayern, eine Woche zuvor 3:5 bei 1899 Hoffenheim und nun das 2:3 gegen Dortmund. Wie die fünfte Heimniederlage der Saison zustande kam, warum Borussia derzeit instabil ist (zehn Gegentore in drei Spielen) und welche Folgen das BVB-Spiel hat, darüber sprach Sechser Tobias Strobl.

Herr Strobl, wie ordnen Sie die Niederlage gegen den BVB ein?

Strobl Wenn man die erste Halbzeit sieht, ist es eine verdiente Niederlage. Wir müssen nicht um den heißen Brei reden: Wir haben da nicht das gezeigt, was wir uns vorgestellt hatten. Das war nicht die Borussia, die wir in der Rückrunde eigentlich sind.

Dieter Hecking hat vorab gesagt, Borussia wolle gegen den BVB mutig auftreten und Druck machen. Nach vorn ging kaum etwas. Fehlte der Mut?

Strobl Ich glaube, dass wir zu mutig waren. Wir wollten immer von hinten raus unbedingt spielen, alles fußballerisch lösen, damit haben wir den BVB eingeladen. Außerdem gab es mehrere Abspielfehler, damit haben wir Dortmund stark gemacht. Natürlich hat der BVB gut gepresst, aber wir hätten uns da cleverer anstellen müssen. Wir hätten den Ball schneller nach vorn befördern und dann auf den zweiten Ball gehen müssen. Insgesamt hätten wir besser in die Zweikämpfe kommen müssen. Wir haben dann nach der Pause umgestellt und sind dann, finde ich, besser ins Spiel gekommen. Wir haben unverdient das 2:1 gemacht, waren auch besser in den Zweikämpfen. Aber alles in allem war es eine verdiente Niederlage.

Zehn Gegentore in den letzten drei Spielen – das ist viel.

Strobl Das stimmt. Wir müssen in der Defensive wieder mit mehr Leidenschaft agieren. Wir müssen mit Mann und Maus wieder besser verteidigen, bei den Standards wieder besser reinrumpeln, um das Ding zu klären.

Haben Sie eine Erklärung, warum die Mannschaft in der Defensive nicht mehr so griffig ist?

Strobl Gute Frage. Wir müssen das jetzt schnell analysieren und dann besser machen. Mit Hoffenheim und Dortmund hatten wir jetzt zwei Gegner, die hinten raus spielen, die sich gut rauskombinieren können. Da entstehen Räume und die Topteams nutzen so etwas natürlich. Die Räume dürfen wir ihnen nicht geben.

Es gab gegen den BVB Pfiffe gegen Mo Dahoud, der nächste Saison nach Dortmund wechselt.

Strobl Ich habe die Pfiffe wahrgenommen, auch die in der ersten Halbzeit, als es nicht lief. Das Publikum hat auch gesehen, dass wir schlecht ins Spiel gekommen sind und dann hat es vielleicht Mo ausgepfiffen, weil er nach Dortmund geht. Man sollte auf das schauen, was er für den Verein geleistet hat und bis zum Saisonende noch leistet – da sind Pfiffe unangebracht , finde ich. Zumal man einem jungen Spieler wie Mo damit sicher nicht hilft. Und unbestritten ist, dass Mo ein wichtiger Spieler für uns ist, den wir als Mannschaft in den restlichen Spielen brauchen. Genauso wie wir die Unterstützung unserer Fans brauchen. Schließlich wollen wir alle das eine: Unsere Ziele erreichen.

Bekommt man die Niederlage bis Dienstag, wenn Eintracht Frankfurt zum Pokal-Halbfinale kommt, aus den Köpfen?

Strobl Es ist doch gut, dass wir so schnell wieder spielen. Dann können wir das Spiel, das wir heute abgeliefert haben, wieder vergessen machen und wieder die Borussia zeigen, die wir in der Phase waren, als wir uns unten rausgespielt haben. Wir müssen unseren bestmöglichen Fußball auf den Platz kriegen, um das Ding zu gewinnen.

Befürchten Sie, dass Borussia das, was sie sich erarbeitet hat, am Ende noch verspielt?

Strobl Schauen wir erst mal zurück, wo wir im Januar standen. Da hat niemand damit gerechnet, dass wir noch oben rankommen und so eine Ausgangsposition haben würden. Wir sollten realistisch sein. Es ist klar, dass man nicht jedes Spiel gewinnen und super spielen kann.

Das Ziel für Dienstag dürfte eindeutig sein …

Strobl … wenn man im Halbfinale ist, will man auch ins Finale.

 
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