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Borussia Mönchengladbach
Wo das Wetter Borussia früher schon plagte

Starkregen in Manchester stoppt die Borussia
Starkregen in Manchester stoppt die Borussia FOTO: afp
Mönchengladbach. Spielabbruch, Minuskulisse, Übelkeit im Flugzeug, Nebelbänke oder Seenplatten – die Gladbacher Europapokalhistorie hatte auch vor der Spielabsage in Manchester am Dienstagabend schon durchaus einige Kapriolen zu bieten. Ein Rückblick. Von Thomas Grulke und Stefan Klüttermann

Borussias Gastspiel in Manchester fand gestern nur einmal statt. Am Nachmittag. Zum Auftakt der Youth League verlor Gladbachs U19 bei Manchester City 1:4. Für in allen Belangen unterlegene Gladbacher traf lediglich der eingewechselte Milo Yosef zum zwischenzeitlichen 1:3. Mehr war nicht mit City vs. Borussia an diesem Dienstag, denn Unwetter und Dauerregen forderten am Abend eine Absage des Champions-League-Spiels der Profis - das wird heute, 20.45 Uhr, nachgeholt. Es war indes nicht das erste Mal, dass das Wetter ein Europacupspiel der Borussen durcheinanderwirbelte. Wir blicken zurück:

9. Mai 1973, Liverpool 28 Minuten sind gespielt im Hinspiel des Uefa-Pokalfinales an der Anfield Road, als der österreichische Schiedsrichter Erich Linemayr die Partie abpfeift. Zuvor hat der Unparteiische sich den Ball geschnappt und ihn in die riesigen Wasserlachen geworfen, die sich aufgrund der sintflutartigen Regenfälle gebildet haben. Der Ball bleibt in den Pfützen liegen, nichts geht mehr, das Spiel muss am Folgetag von Neuem beginnen. Borussia geht optimistisch in die Neuauflage, hat sie doch in jenen 28 Minuten die starke Offensive des FC Liverpool gut im Griff gehabt und ein 0:0 gehalten. Das gelingt beim zweiten Versuch aber nicht mehr, nach gut einer halben Stunde steht es bereits 2:0 für die Reds, am Ende gewinnt Liverpool 3:0. Zu hoch für Gladbach, das im Rückspiel am Bökelberg nur zu einem 2:0 kommt. "Dass das erste Spiel abgebrochen werden musste, war ein absolutes Glück für Liverpool. Wir waren in bester Verfassung und hatten das Spiel im Griff. Ich bin mir sicher, dass wir ein tolles Ergebnis erzielt hätten", erinnerte sich später Günter Netzer.

22. Oktober 1974, Mönchengladbach Vor dem Zweitrunden-Hinspiel im Uefa-Cup gegen Olympique Lyon glauben viele Fans bereits, dass aufgrund der heftigen Regenfälle nicht angepfiffen werden kann und bleiben dem Bökelberg fern. Doch der jugoslawische Schiedsrichter Marijan Raus sagt: "Morgen auch nix gut", und pfeift an. 4708 Zuschauer sehen den 1:0-Erfolg der Gladbacher im Stadion.

6. März 1979, Manchester Das Viertelfinal-Hinspiel im Uefa-Cup zwischen City und Borussia verläuft ohne besondere Vorkommnisse, Gladbach holt ein 1:1 und kommt durch ein 3:1 im Rückspiel weiter. Allerdings gerät die Mannschaft schon bei der Landung in England in ein derart heftiges Gewitter, dass vielen Spielern übel wird. Letztlich landet Borussia aber unversehrt.

8. bis 10. November 1984, Warschau Als die Europapokalsaison für die Borussia bereits beendet ist - am Vortag hat sie 0:1 bei Widzew Lodz verloren - beginnt das eigentliche Chaos. Denn dichter Nebel verhindert, dass die Gladbacher nach Hause fliegen können. Noch zwei weitere Tage sitzen sie in der polnischen Hauptstadt fest, so dass sogar das folgende Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München verlegt werden muss. "So etwas kann nur den Gladbachern passieren", sagt der Ex-Borusse Lothar Matthäus auf Seiten der Münchner.

30. September 1987, Barcelona Hans-Jörg Criens brachte es im Rückblick auf den Punkt. "Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber unsere Aufholjagd fiel buchstäblich ins Wasser. Unverständlich, dass der Schiedsrichter nicht abgebrochen hat", sagte der Stürmer zum Erstrunden-Aus bei Espanyol Barcelona, als heftiger Regen und Wasserpfützen auf dem Platz ein vernünftiges Spiel unmöglich machen. Borussia verliert nach dem 0:1 am Bökelberg auch das Rückspiel - 1:4.

Immerhin hatte Borussia Anfang August einen Spielausfall "trainieren" können, schließlich war das Testspiel in Ancona gegen Inter Mailand auch wegen Unwetters kurzfristig abgesagt worden.

Quelle: RP
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