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Borussia Mönchengladbach
Wochen der Wahrheit

Rangliste: Das sind Borussias Topscorer 2014/15
Rangliste: Das sind Borussias Topscorer 2014/15 FOTO: dpa, dna jai
Mönchengladbach. Am Sonntag kommt Hannover 96, der Zwölfte der Bundesliga, in den Borussia-Park. Trumpf ist momentan die Gladbacher Heimstärke. Danach stehen hohe Hürden wie der FC Bayern im Weg. Von Karsten Kellermann

Der Status quo ist ausgezeichnet. Borussia Mönchengladbach logiert auf Rang drei der Bundesliga-Tabelle. Wären nicht noch zehn Spiele übrig, wären die Gladbacher jetzt zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte Teilnehmer an der Gruppenphase der Champions League. Aber es sind eben noch diese zehn Spiele, bis abgerechnet wird.

Und das Restprogramm der Gladbacher hat es in sich. Sie bekommen es in der Schlussphase noch mit nahezu allen Konkurrenten im Kampf um das internationale Geschäft zu tun. Schalke ist der einzige Klub aus dem ersten Drittel des Klassements, mit dem sich Borussia in der Rückrunde gemessen hat (es gab eine 0:1-Niederlage in Gelsenkirchen).

Die Bayern (Tabellenplatz 1), Wolfsburg (2.), Leverkusen (4.), Augsburg (6.), Hoffenheim (7.) und die erstarkten Bremer (8.) warten noch, dazu die Borussia aus Dortmund (10.), die nach schwacher Hinrunde in der aktuellen Form auch noch als sehr ernsthafter Kandidat für Europa eingestuft werden muss. Zudem stehen die Reisen nach Frankfurt und Berlin an. "Jetzt kommen die großen Spiele, schwere Heimspiele und schwierige Auswärtspartien", erklärt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Eine gängige Sprachregelung ist, dass die Borussen "die Herausforderung annehmen". Sie wollen behalten, was sie haben, sie wollen im nächsten Jahr in der Meisterliga dabei sein. Und da gilt Bangemachen nicht. "Unser Restprogramm ist nicht schwieriger, als unsere zurückliegenden Aufgaben waren", stellt Abwehrchef Martin Stranzl klar. Da wurde gegen Teams aus dem unteren Abschnitt der Tabelle ein ordentlicher Ertrag eingefahren, insgesamt 14 Punkte wurden in sieben Partien eingesammelt. Wie schmerzhaft der Verlust der beiden Punkte in Mainz ist, wo aus einer 2:0-Führung ein 2:2 wurde, wird sich im Nachhinein erweisen.

Stranzl jedenfalls weiß, dass es ohnehin keine Ausreden gibt. Wer große Ziele hat, muss nachweisen, dass er reif dafür ist – und das wird nur auf dem Platz geregelt. "Wenn du oben dranbleiben willst, musst du deine Heimspiele gewinnen und auswärts fleißig punkten", sagt der Kapitän.

Der erste Akt der Wochen der Wahrheit wird morgen im Borussia-Park aufgeführt, der Spielpartner ist Hannover 96, ein eigentlich gut besetztes Team, das sich unversehens im Abstiegskampf wiederfindet. "Wir wollen einen guten Einstieg in den Endspurt hinlegen", sagt Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof. Das ist eine klare Ansage. Das Heimspiel gegen die Niedersachsen ist eminent wichtig. Ein Sieg ist fast schon Pflicht. Denn sollten sich die Borussen eine Blöße geben, kann der schöne dritte Platz schon weg sein, bevor der Endspurt richtig losgeht.

Dann wäre aus der gejagten Borussia ein Jäger geworden, was bedeuten würde: Sie hätte nicht mehr alles selbst in der Hand. Die Partie gegen Hannover sei "ein Heimspiel, in dem wir probieren wollen, unsere Ausgangslage weiter zu festigen", sagt Sportdirektor Max Eberl entsprechend.

Der Manager verweist, auch mit Blick auf die weiteren Heimspiele gegen den BVB, Wolfsburg, Leverkusen und Augsburg, auf die bisherige Bilanz im Borussia-Park. Nur ein Spiel ging dort in dieser Saison verloren, acht von zwölf Partien wurden gewonnen. "Es ist doch so, dass es schwer ist, bei uns zu spielen", sagt Eberl. Gegen Hannover 96 wollen die Borussen morgen am frühen Abend erneut den Beweis für diese Behauptung antreten.

Quelle: RP
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