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Borussia Mönchengladbach
Xhaka kehrt zurück - mit wem spielt er?

Borussia Mönchengladbach: Xhaka kehrt zurück - mit wem spielt er?
Läuft Granit Xhaka neben Havard Nordtveit (l.) oder Mahmoud Dahoud auf? FOTO: Dirk Paeffgen (Päffgen)
Mönchengladbach. Borussias Kapitän feiert am Sonntag beim Hamburger SV wohl sein Rückrunden-Debüt nach der Rotsperre. Die Frage ist, wer an seiner Seite spielt: Mo Dahoud oder Havard Nordtveit? Beide waren gegen Bremen gut, einer muss aber weichen. Von Karsten Kellermann

Für Granit Xhaka gibt es am Sonntag in Hamburg ein doppeltes Debüt. Der Stratege wird erstmals in diesem Jahr zum Aufgebot der Borussen gehören. Zudem wird er zum ersten Mal in dieser Spielzeit gegen den Hamburger SV antreten. Denn beim 0:3 im Hinspiel fehlte er, da er sich zuvor in Bremen die Ampelkarte eingebrockt hatte. Nun war er, wie schon gegen Borussia Dortmund und bei Mainz 05, beim Rückrundenvergleich mit Werder nicht dabei, weil er wegen des Platzverweises gegen Darmstadt im letzten Spiel des vergangenen Jahres für drei Spiele gesperrt war. In Hamburg gibt es jetzt das Xhaka-Comeback.

Zwei der drei Partien ohne Xhaka gingen verloren, die dritte wurde haushoch gewonnen. Die beiden Männer, die auf Xhakas Position Dienst taten, waren beim 5:1 richtig gut. Mo Dahoud legte sozusagen seine Reifeprüfung als Chef im Mittelfeld ab. Er produzierte beachtlich viel Brauchbares im Vorwärtsgang: Er hatte die meisten Torschüsse und die meisten Vorlagen seines Teams. Neben Dahoud verdiente sich Havard Nordtveit Fleißpunkte und schoss am Ende das schönste Tor des Tages zum Endstand. Beide haben ihre Sache also gut gemacht - und doch wird, so Trainer André Schubert nicht ein massives Dreier-Mittelfeld konstruiert, einer weichen müssen. Denn Xhaka wird spielen. Die Frage ist: Mit wem? Mit Dahoud? Oder mit Nordtveit?

Granit Xhakas Platzverweise FOTO: afp, agz

In der Hinrunde waren Xhaka und Dahoud ab dem fünften Spieltag die nahezu ständige Doppelsechs. Sie waren das Duo des Aufschwungs nach dem Fehlstart in der Hinrunde. Xhaka als Kapitän, als emotionaler Antreiber aus der Tiefe, als Vordenker des Spiels, Dahoud als laufstarker Kreativling. Nordtveit war Backup für diesen Job, oft wurde er aber woanders gebraucht, Schubert nutzte die Flexibilität des Norwegers weidlich aus: Als Innenverteidiger kam er zum Einsatz, auch hinten rechts. Nun muss Schubert entscheiden: Wohin mit Nordtveit? Vielleicht muss er auch auf die Bank. Doch war er zuletzt ein wichtiger Mann, in Mainz zum Beispiel, da machte er die Arbeit im defensiven Mittelfeld zwischen zwei Viererketten allein. Schubert war zufrieden. Gegen Bremen war Nordtveit der Borusse mit den meisten Ballaktionen und eben Torschütze. Er ist nebenbei das einzige Mitglied des zentralen Trios, das in dieser Saison schon HSV-Erfahrung eingesammelt hat. Denn er war dabei beim 0:3, die anderen nicht - neben Tony Jantschke. Was aber eher keine Rolle spielt bei der aktuellen Besetzung der Doppelsechs. Denkbar ist, dass Schubert Nordtveit mit einem anderen Job betraut: Vielleicht in der Innenvereidigung, wo er schon gute Spiele machte. Dann müsste wohl Martin Hinteregger weichen, denn Andreas Christensen wird der Trainer kaum rausnehmen. Christensen und Nordtveit haben auch schon gemeinsame Erfahrung gemacht als Innenverteidiger-Duo. Hinten rechts wäre Nordtveit die Alternative zu Nico Elvedi und Julian Korb.

Grundsätzlich hat Borussia derzeit das eine oder andere Luxusproblem. Die Doppelsechs-Frage gehört dazu. Weswegen - das wäre dann das schwärzeste Szenario zum Thema - in der neuen Saison keiner der drei mehr da sein könnte. Denn alle drei haben das Interesse betuchter Klubs geweckt. Xhakas Abgang ist angesichts der anzunehmenden Angebotslage nicht unwahrscheinlich, doch auch Nordtveit (Dortmund, englische Klubs) und nun auch Dahoud (Manchester City, Manchester United) sind Spekulationsobjekte. Nordtveit indes wird den Gedankenspielen, die seine Zukunft betreffen, wohl schon bald ein Ende setzen. Er hat angekündigt, sich zeitnah zu erklären. Und es ist zu vermuten, dass er Gladbacher bleiben wird. Dahoud hat einen Vertrag bis 2018 und täte wohl auch gut daran, vor allem körperlich zuzulegen, bevor er sich auf den Fußball auf der Insel einlässt. Indes: In den Champions-League-Spielen gegen "City" hat er gut dagegengehalten.

Doch aktuell geht es darum, das in Hamburg zu tun, egal mit welcher Kombination vor der Abwehr. Wichtig ist, dass die, für die sich Schubert entscheidet, die Balance hinkriegen. Bei Xhaka kommt hinzu, dass er es regelkonform tun sollte. Er hat vier Gelbe Karten auf dem Konto - die fünfte (oder jedwede Form des Platzverweises) würde ihn das Derby gegen Köln kosten. Das würde Xhaka treffen. Dass er aber beim HSV wegen der gelben Gefahr geschont wird, ist kaum denkbar.

Granit Xhaka – Schweizer, Ex-Borusse, Führungsspieler FOTO: dpa
Quelle: RP
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