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Borussia Mönchengladbach
Yann Sommer: Bälle halten und Songs schreiben

Das ist Yann Sommer
Das ist Yann Sommer FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Yann Sommer wird grell sein im Derby am Sonntagabend gegen den 1. FC Köln. Zumindest ist das anzunehmen, denn er hat da neue, grellgelbe Outfit, das sich Borussias Nummer eins für diese Saison ausgesucht hat, bei Instagram gepostet und dazu geschrieben: "Ready! 'Derbytime." Von Karsten Kellermann

Sommer hat sich viel vorgenommen für die Prä-WM-Saison, das hat er nun im Interview mit dem "Tages-Anzeiger" in seiner Schweizer Heimat verraten. "Ich denke schon", antwortet Sommer da auf die Frage, ob er bereit sei für eine Saison auf Weltklasse-Niveau. "Ich will der Mannschaft von Anfang an ein richtiger Rückhalt sein und eine Saison auf konstant hohem Niveau spielen", präzisiert Sommer.

Die Ansage seines Nationalmannschafts-Konkurrenten Roman Bürki, er wolle die Nummer eins der Schweiz werden, reagiert Sommer gewohnt diplomatisch. "Roman hat Ambitionen, ich habe natürlich auch welche, wir pushen uns gegenseitig. In der Schweiz haben wir auf der Goalie-Position ein Luxusproblem. Das ist doch gut."

Nebenbei verrät Sommer, der er nicht nur gern kocht und Gitarre spielt, sondern nun auch Klavier spielt, Gesangsunterricht nimmt und Liedtexte schreibt. "Ich spiele seit zwölf Jahren Gitarre, und irgendwann dachte ich: Schau einmal, ob du eine Stimme hast, die sich fürs Singen eignet. Und ich merkte: Es lässt sich einiges machen. Die Musik erweitert meinen Horizont. Ich hahe gelernt, Noten zu lesen und fange jetzt an, selbst Texte zu schreiben und Lieder zu komponieren", berichtet Sommer.

Borussias Torhüter auf dem Weg zum Singer-Songwriter. Musik macht er nur privat, Bälle halten in aller Öffentlichkeit, wie heute Abend beim Derby. Kochen und die Musik sind für ihn kreative Alternativen zum Job Fußball. "Der Fußball ist mein Beruf, er gibt mir sehr viel, aber nicht so viel, dass ich sagen kann: So, das ist mein ganzes Leben. Nur trainieren, nach Hause gehen und warten bis ich wieder ins Training fahren kann, das wäre nicht erfüllend für mich", gesteht er.

Sommer, der es überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie er zum dem Image "brav" kommt, bekommt den Spagat hin zwischen der Profi-Fußball-Welt und der jenseitigen. "Es gibt den Menschen Yann Sommer und es gibt den Fußballer Yann Sommer. Wenn ich ins Training gehe, mache ich den Check-in und bin dann der Goalie. Wenn ich nach Hause komme, mache ich das Check-out und bin wieder im Privatleben", sagt er. Heute Abend ist er indes nur und ganz allein der Torhüter. Als solcher will er glänzen im Derby. Nicht nur wegen des grellen Torwart-Outfits. Und vielleicht ist ein tolles Derby-Erlebnis später mal Anlass für einen guten Song. Emotional genug dafür wird es sicher allemal.

 
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