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Borussia Mönchengladbach
Yann Sommer: "Ich bin ein Torwart, der mitspielt"

Yann Sommer trainiert erstmals in Gladbach
Yann Sommer trainiert erstmals in Gladbach FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbachs neuer Schlussmann aus der Schweiz spricht mit unserer Redaktion über seinen Vorgänger und seine Vorfreude.

Herr Sommer, Sie haben Ihre erste Trainingseinheit im Borussia-Park mit Gladbachs Torwarttrainer Uwe Kamps absolviert. Wie war der erste Eindruck?

Yann Sommer Sehr gut. Ich habe mich auf mein erstes Training bei Borussia gefreut. Ich hatte Uwe Kamps ja vorher schon kennengelernt. Wir haben ein paar Übungen gemacht und auch viel gequatscht. Es tat gut, endlich in Mönchengladbach auf dem Platz zu stehen.

Haben Sie sich vorher bei Jörg Stiel, dem ersten Schweizer im Borussen-Tor, über die Arbeit mit Kamps informiert?

Sommer Nein, darüber habe ich mit Jörg nicht gesprochen. Aber er hat mir viel erzählt: über die Fans, über den Klub, über die Stadt. Es ist gut, jemanden zu kennen, der schon in einem Klub gespielt hat, das erleichtert den Einstieg.

Sie hatten während der Weltmeisterschaft in Brasilien, wo sie die Nummer zwei der Schweiz waren, ja auch reichlich Gelegenheit, sich mit Ihrem Teamkollegen Granit Xhaka über den gemeinsamen Arbeitgeber zu unterhalten.

Sommer Natürlich. Er hat mir viel von der Mannschaft erzählt und wie es ist, für Borussia zu spielen. Granit hilft mir in den ersten Tagen hier auch sehr, zum Beispiel holt er mich vom Hotel ab und zeigt mir viel.

Jörg Stiel sagt über Sie, Sie seien der kompletteste Torhüter, den die Schweiz je hatte.

Sommer Es ehrt mich natürlich, wenn er so etwas über mich sagt. Es war immer mein Ziel, aus meinen Anlagen das Beste herauszuholen und möglichst nah an das Komplette heranzukommen. Daran arbeite ich Tag für Tag im Training.

Beschreiben Sie Ihre Art des Torwartspiels.

Sommer Ich spiele sehr gerne mit - ähnlich, wie es Marc-André ter Stegen hier gemacht hat. Ich denke, dieses Mitspielen ist heutzutage für einen Torhüter äußerst wichtig. Der Torwart muss Bälle nach vorne spielen, er ist der erste Aufbauspieler und muss sich auch mal etwas trauen, ohne zu viel Risiko einzugehen. Ich möchte Borussia mit meinen fußballerischen Qualitäten helfen.

In Basel waren die Fans traurig, dass Sie gehen. Aber alle haben Ihnen gute Wünsche mit auf den Weg gegeben.

Sommer Ich habe mich sehr über das gefreut, was die Menschen gesagt haben. Das ist ja nicht selbstverständlich, wenn man einen Verein verlässt. Beim FC Basel stand das Publikum immer hinter uns, ich glaube, dass das in Gladbach auch so ist. Für mich ist es eine ganz neue Situation, ich will mich so schnell wie möglich einleben. Ich will ein guter, konstanter Torwart für Borussia werden. Aber ich weiß natürlich, dass ich in große Fußstapfen trete als Nachfolger von Marc-André ter Stegen.

Setzt Sie das unter Druck?

Sommer Wenn überhaupt, ist es ein schöner Druck. Marc ist ein sehr kompletter Torwart. Jetzt hat er den tollen Schritt zum FC Barcelona gemacht. Ich möchte ihn hier nicht vergessen machen, sondern meine eigene Geschichte schreiben. Marc hatte eine tolle Zeit bei Borussia, jetzt will ich eine tolle Zeit haben.

Sie haben mit dem FC Basel schon in der Champions League und in der Europa League gespielt. Wie groß ist die Herausforderung Bundesliga?

Sommer Das Niveau in der Bundesliga ist sehr hoch. Die Spiele in der Champions League und in der Europa League waren gut für mich. Der Wechsel ist ein Schritt nach vorn. Ich bin gespannt und freue mich auf mein erstes Bundesligaspiel.

Sehr gespannt sind auch die Gladbacher auf ihre neue Nummer eins. Was für ein Typ ist Yann Sommer? Bringen Sie eine Freundin mit?

Sommer Nein, ich komme allein. Ich bin eher ein ruhiger Typ und habe habe auch keine sonderlichen Macken. Ich freue mich darauf, meine neue Umgebung kennenzulernen. Es ist mir wichtig, mal vom Fußball abzuschalten.

Erleichtert es Ihnen den Einstieg, dass Sie in Lucien Favre einen Landsmann als Trainer haben?

Sommer Natürlich. Er hat ja mit dem FC Zürich zwei Titel geholt, seitdem wird in der Schweiz sehr positiv über ihn gesprochen. Alle sagen, dass er einen sehr schönen Fußball-Stil pflegt. Das sieht man auch in Gladbach. Borussia spielt sehr attraktiv. Das ist zu einem Großteil Lucien Favre zu verdanken. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

KARSTEN KELLERMANN FASSTE DAS GESPRÄCH ZUSAMMEN

Quelle: RP
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