WM-Qualifikation in Südamerika: Brasilien weiter Auswärtsschwach
zuletzt aktualisiert: 19.11.2007 - 12:07Lima/Montevideo (RPO). Rekordweltmeister Brasilien hat offenbar das Siegen verlernt. In der südamerikanischen WM-Qualifikation sorgte ausgerechnet "Selecao"-Kapitän Lucio von Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München mit einem unglücklich ins eigene Tor abgefälschten Ball für das 1:1 (1:0) gegen Peru.
Die schwarze Serie umfasst nun sechs Auswärts-Spiele ohne Sieg. Den letzten Triumph in der Fremde gab es im Eliminatorias-Turnier zur WM-Endrunde 2006 am 9. Oktober 2004 mit dem 5:2 in Venezuela.
"Am Mittwoch gegen Uruguay müssen wir mehr den Ball halten und Fehler in der Manndeckung abstellen", forderte Nationaltrainer Dunga, der wie beim 0:0 zum Auftakt in Kolumbien erneut Kreativität und Tempo bei seiner Startruppe vermisste, aber immerhin in seiner persönlichen Statistik im elften Spiel gegen einen südamerikanischen Konkurrenten ungeschlagen blieb. Darum hofft der 44-Jährige im Duell gegen die "Urus", die in Montevideo nur 2:2 (1: 0) gegen Chile spielten, auf Besserung.
Pechvogel Lucio gab nach seinem Patzer vor 60.000 Zuschauern im Monumental-Stadion zu: "Das war mein Fehler, keine Frage." In der 71. Minute war der Bayern-Innenverteidiger in einen haltbaren Schuss von Juan Vargas gegrätscht und hatte damit den Ball über Torhüter Julio Cesar hinweggelenkt. Zu allem Übel erhielt der 29-Jährige kurz vor Abpfiff die zweite Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und fällt für den Klassiker am Mittwoch (live bei Premiere) aus.
Für den Ex-Leverkusener Juan war das Remis zu wenig. "Es ist nicht normal, auswärts nicht zu gewinnen. Das beschäftigt uns schon", erklärte der Abwehrrecke vom AS Rom, dessen Kopfball bei der letzten Spielaktion an den Querbalken des peruanischen Tores klatschte. Dabei waren die Brasilianer, bei denen die Berliner Mineiro und Gilberto durchspielten, nach Kakas Kunstschuss (40.) in den Winkel dem geforderten Pflichtsieg lange Zeit nahe.
Über liegengelassene Punkte ärgerte sich auch Uruguays Coach Oscar Tabarez. "Ich bin wütend, dass wir unser Ziel, nämlich einen Heimsieg, nicht erreicht haben", wetterte der 60-Jährige nach dem Auftritt gegen Chile vor 40.000 Zuschauern im Centenario-Stadion. Spielverderber war Chiles Sturm-Oldie Marcelo Salas, der per Kopf (59.) und Foulelfmeter (70.) traf. Der 32-Jährige liegt jetzt nur noch ein Treffer hinter dem Argentinier Hernan Crespo, der mit 19 Toren Eliminatorias-Rekordtorjäger ist.
Für einen Sieg reichten die beiden Salas-Tore aber nicht, da zuvor Luis Suarez (42.) und anschließend Sebastian Abreu (81.) für die Hausherren trafen. Der Leverkusener Arturo Vidal, der den Chilenen am Mittwoch gegen Paraguay wegen einer Gelbsperre fehlt, erklärte dennoch zufrieden: "Die übrigen Teams sehen uns jetzt schon mit anderen Augen, da wir erneut gut gespielt haben."
Zum Auftakt des vierten Spieltages empfängt Kolumbien (5 Punkte) nun am Dienstag Spitzenreiter Argentinien (9) und Venezuela (3) erwartet Bolivien (1). Mittwoch stehen die Verfolgerduelle Brasilien (5) gegen Uruguay (4) sowie Paraguay (7) gegen Chile (4) an.
Das punktlose Schlusslicht Ecuador hofft mit dem von der U18 beförderten Interimscoach Sixto Vizuete, der den am Samstag nach dem 1:5 in Paraguay zurückgetretenen Luis Fernando Suarez ersetzt, auf den ersten Sieg gegen Peru (2).
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







