1. Bundesliga 17/18
| 17.39 Uhr

Nullnummer in Hannover
Köln ermauert sich mit etwas Glück den ersten Punkt

Hannover - Köln: Bilder des Spiels
Hannover - Köln: Bilder des Spiels FOTO: dpa, pst
Hannover. Kein Befreiungsschlag, aber immerhin auch kein Negativrekord: Der 1. FC Köln hat seine Pleitenserie gestoppt und im sechsten Saisonspiel den ersten Punkt geholt. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger erkämpfte sich bei Aufsteiger Hannover 96 ein torloses Remis.

Köln entging damit haarscharf dem schlechtesten Saisonstart der Bundesliga-Geschichte. Damit bleibt die blamable Start-"Bestmarke" bei Fortuna Düsseldorf, das in der Spielzeit 1991/92 seine ersten sechs Spiele allesamt verloren hatte.

"Die Basis ist da, die Mannschaft lebt", sagte Verteidiger Dominique Heintz nach dem ersten kleinen Erfolgserlebnis: "Jetzt haben wir die Köpfe frei und können mehr Selbstvertrauen einbringen. Es geht in die richtige Richtung, wir haben gekämpft und waren unangenehm."

Das Überraschungsteam von Hannover blieb unterdessen auch im saisonübergreifend 16. Pflichtspiel unter Coach André Breitenreiter ungeschlagen, musste in der eigenen Arena nach zuvor acht Heimsiegen hintereinander allerdings erstmals wieder Federn lassen. Mit zwölf Punkten liegt der Liga-Neuling als bester Nordklub aber weiterhin auf einem glänzenden vierten Rang.

"Wir waren die bessere Mannschaft und hatten mehr Chancen, aber es sollte nicht sein", sagte Hannover-Manager Horst Heldt bei Sky: "Die Kölner haben gut verteidigt und waren auch manchmal gefährlich. Am Ende müssen wir alle mit dem 0:0 zufrieden sein."

Temporeich, zweikampfstark, selbstsicher: Hannover begann im Duell der Gegensätze seiner Tabellensituation entsprechend und suchte mit dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte im Rücken gleich den Weg nach vorne.

Bebou ein Aktivposten bei Hannover

Vor allem Neuzugang Ilhas Bebou sorgte bei seinem Startelf-Debüt über die rechte Seite für Betrieb und war gleich an den besten Szenen beteiligt. Erst verfehlte er mit einem Kopfball den FC-Kasten (6.), fünf Minuten später legte er mustergültig für Niclas Füllkrug auf. Doch der Stürmer schob das Leder aus kurzer Distanz um Zentimeter am Pfosten vorbei. Für noch größere Gefahr sorgte nach einer halben Stunde Abwehrchef Salif Sané, der aus sechs Metern an die Latte köpfte.

Und Köln? Ließ es angesichts des Horrorstarts betont ruhig angehen und war zunächst auf die Sicherung des eigenen Tores bedacht. Die beste und im ersten Abschnitt einzige Szene in der Offensive hatten die Gäste, die in den drei vorherigen Liga-Spielen nicht getroffen hatten, nach einem leichten Ballverlust von Sané - doch Jhon Cordoba traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (27.).

Köln nach der Pause mutiger

Anderes Bild im zweiten Durchgang: Köln wurde mutiger - und hatte binnen sieben Minuten plötzlich gleich drei Mal die Führung auf dem Fuß. Doch Lukas Klünter (56.) und Leonardo Bittencourt (59.) zielten knapp neben das Tor. Und Yuya Osako scheiterte aus fünf Metern am glänzend reagierenden 96-Keeper Philipp Tschauner.

In der Folge entwickelte sich vor den 47.000 Zuschauern ein offener Schlagabtausch. Hannover, das in allen vorherigen fünf Partien erst im zweiten Abschnitt getroffen hatte, drängte auf den Treffer. Köln verteidigte mit Leidenschaft und lauerte auf den entscheidenden Konter.

(sid)
 
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