Krisengipfel gegen Kaiserslautern: 1. FC Köln vor der Zerreißprobe
zuletzt aktualisiert: 17.08.2011 - 07:58Köln (RPO). Der 1. FC Köln steht nach zwei Niederlagen in der noch jungen Bundesliga-Saison mit null Punkten und 1:8 Toren auf dem letzten Tabellenplatz. Vor dem Duell mit dem Vorletzten 1. FC Kaiserslautern am Samstag schrillen am Dom schon die Alarmglocken.
1. FCK gegen 1. FCK: Bereits am 3. Bundesliga-Spieltag erlebt die neue Saison der Fußball-Bundesliga ihren ersten Krisengipfel zwischen dem Tabellenletzten Köln und dem Vorletzten Kaiserslautern. "Lautern wird für alle im Klub ein Finale", sagte der neue FC-Trainer Ståle Solbakken nach der 1: 5-Schmach bei Schalke 04 am vergangenen Wochenende.
"Lautern wird für alle im Klub ein Finale"
Da wusste der Norweger aber noch nicht, dass die "Roten Teufel" zu allem Überfluss der Angstgegner der Kölner sind. Der letzte Bundesligasieg der Geißböcke über die Pfälzer liegt bereits 22 Jahre zurück. Am 16. Dezember 1989 gewannen die Kölner unter Trainer Christoph Daum 2:1, wurden anschließend Vizemeister.
Und ausgerechnet Daum goss nach der Kölner Pleite auf Schalke zusätzliches Öl ins Feuer. Der ehemalige FC-Chefcoach kritisierte bei Sport.1.de offen seinen Nachfolger und monierte, Solbakken habe im Umgang mit Nationalspieler Lukas Podolski wenig Fingerspitzengefühl bewiesen und damit für zusätzliche Spannungen am Geißbockheim gesorgt. Podolski die Kapitänsbinde zu entreißen, sei unklug gewesen, da der Nationalspieler in Köln Identifikationsfigur und Publikumsliebling zugleich sei.
Die hausgemachten Probleme beim FC täten ihr übriges. Auch er habe damals während seiner zweiten Amtszeit (2006 bis 2009) mehr gegen interne Widerstände als gegen die Bundesliga-Gegner kämpfen müssen, sagte der in Köln lebende Daum, der eine Rückkehr zu seinem Ex-Klub unter diesen Umständen auschloss.
"Ich will auch jetzt nichts auslösen, was diesen Verein in noch größere Probleme bringt. Man hat Volker Finke installiert, und der ist jetzt dazu da, die Dinge zu klären", sagte Daum über den FC-Sportdirektor. Der frühere Freiburger Coach Finke hatte Ende vergangener Saison Solbakken als Nachfolger des beliebten Retters Frank Schaefer zum FC gelotst.
Overath sprach Machtwort
FC-Präsident Wolfgang Overath sprach aber am Dienstag zunächst mal ein Machtwort. "Ich stehe voll hinter unserem Trainer und unserem Sportdirektor, das sind beides gute Leute", sagte der Weltmeister von 1974 und ergänzte: "Ich werde mich zurzeit zu sportlichen Dingen nicht äußern, denn das würde Unruhe bringen. Wir brauchen aber Ruhe."
Nach dem Horrorstart mit null Punkten und 1:8 Toren weiß der neue Coach Solbakken, der eigentlich schon einen Vertrag als norwegischer Nationaltrainer unterschrieben hatte, was die Stunde geschlagen hat: "Das wird ein sehr großes Spiel, wir brauchen dringend drei Punkte." Und auch seine Spieler sind sich ihrer Lage bewusst. "Wir müssen gegen Kaiserslautern ein Feuerwerk ablegen", sagte Kevin McKenna, und FC-Neuzugang Sascha Riether forderte, "dass wir uns gegen Kaiserslautern erheblich besser präsentieren".
Das ist auch vonnöten, um die FC-Fans einigermaßen zu beruhigen. Nach dem Debakel auf Schalke gingen bereits viele Anhänger auf die Barrikaden. "Das ist halt der FC. Wie immer die Lachnummer der Liga! ", schrieb "FC.Trikotsammler" auf der Fanseite www.fc-brett.de, und "Katho" fügte treffend hinzu: "Auf jeden Fall hat der FC es wieder geschafft, jegliche Hoffnung zu zerstören, die man vor der Saison hatte."
Damit die Wut nicht noch größer wird, muss Köln am Samstag seinen ersten Dreier einfahren. Sonst dürften die Fanproteste auch ganz schnell wieder die Vorstandsetage mit Präsident Wolfgang Overath und vor allem auch Finke erreichen. Pulverfass 1. FC Köln.
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