Mönchengladbach - Stuttgart 2:3: 2:0-Führung vergeigt, dem Abstieg nah
VON ANDRE SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 05.02.2011 - 20:33Mönchengladbach (RP). Es war spannend, nicht immer hochklassig – doch ein wahrer Abstiegsfight. Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart, der Tabellenletzte und der Vorletzte, kämpften beim Kellerduell im Borussia-Park wahrlich um ihre Existenz. Borussia führte bereits 2:0. Doch zehn komplett verschlafene Minuten nach der Halbzeit und ein kurz vor Schluss kassierter Elfmeter werfen Borussia im Kampf gegen den Abstieg komplett zurück: Stuttgart triumphierte mit 3:2.
Trainer Michael Frontzeck hatte es schon unter der Woche gemutmaßt – Mike Hanke begann gegen Stuttgart nur auf der Bank. Der Stürmer bekam vor einer Woche in Frankfurt rustikal eins' auf die Nase – und erlitt wohl eine leichte Gehirnerschütterung. Für ihn spielte Karim Matmour. Ansonsten setzte Frontzeck auf Bewährtes: In der Innenverteidigung spielten Dante und Martin Stranzl, davor auf der Doppelsechs der Nachwuchs in Person von Havard Nordtveit und Roman Neustädter.
Frontzecks Trainerkollege Bruno Labbadia hatte sein Team hingegen auf gleich drei Positionen umgestellt. Martin Harnik, der noch vor einer Woche gegen Freiburg das leere Tor verfehlt hatte, rückte ins Team, genau wie Arthur Boka und Timo Gebhart. Letzterer sorgte früh in der Partie für Aufregung, als er im Borussia-Strafraum zu Boden ging. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer ließ sich jedoch nicht beirren – Gebhart sah Gelb für eine Schwalbe. Er hatte sich bei Martin Stranzl eingefädelt.
Es war der einzige Aufreger vor dem Borussia-Tor in der ersten Hälfte. Ansonsten reichten der Frontzeck-Mannschaft fünf dolle Minuten, um das Spiel zunächst in die richtige Richtung zu lenken. Einen Eckball von Marco Reus wuchtete Verteidiger Dante per Kopf hinter VfB-Keeper Sven Ulreich. Nur zwei Minuten und 35 Sekunden später gab's den nächsten Jubel. Mo Idrissou hatte sich den Ball hervorragend erkämpft und Marco Reus in den Lauf gelegt, dieser legte uneigennützig quer. De Camargo schob ein – 2:0. Es waren nur zwei von insgesamt fünf hochkarätigen Möglichkeiten binnen für Borussia im Minutentakt.
Und die Belohnung für eine gelungene Systemumstellung. Denn nach einer verschlafenen Anfangsphase tauchten Reus und Matmour nach gut einer Viertelstunde die Positionen – Matmour rückte auf rechts, Reus dafür in den Sturm. Als hängende Spitze entfachte der 21-Jährige eine unglaubliche Gefahr. Ein besonderes Fleißkärtchen verdiente sich aber Mo Idrissou. Die Aktionen des Kameruners sahen zwar nicht alle so wirklich grazil aus – doch dafür legte der 30-Jährige einen unglaublichen Willen an den Tag, erkämpfte sich viele Bälle.
Und Stuttgart? Die Mannschaft verfügt über hervorragende Einzelspieler. Doch mehr als eben einzelne Aktionen sprangen nicht heraus. Die Labbadia-Mannschaft wirkte angeschlagen und verunsichert. Der VfB-Trainer versuchte in der Halbzeit, den Schaden ansatzweise zu reparieren, wechselte seine beiden Außenverteidiger Patrick Funk und Cristian Molinaro aus, brachte dafür Zdravko Kuzmanovic und Offensiv-Zugang Tamas Hajnal. Sofort präsentierte sich Stuttgart in ganz anderer Verfassung, setzte Borussia sofort nach der Pause unter immensen Druck. Und traf ebenfalls per Doppelpack. Pavel Pogrebnyak profitierte von Unachtsamkeiten in der Innenverteidigung. Nur kurz darauf traf Harnik zum Ausgleich. Erneuten hatten die Stuttgarter viel zu viel Platz.
Plötzlich ein neues Spiel, Gladbach nun verunsichert, ließ sich von den erstarkten Schwaben tief hintenreindrängen. Frontzeck reagierte ebenfalls, brachte Mike Hanke für den enttäuschenden Matmour. Borussia versuchte zurück ins Spiel zu kommen, brachte den Ball sogar ins Tor – doch Schiedsrichter Kinhöfer hatte Dantes Kopf-Einsatz gegen Ulreich als Foul gewertet. So blieb Idrissou, der den Ball über die Linie brachte, sein Treffer verwehrt. Der fiel auf der anderen Seite. Dante verursachte einen Foulelfmeter, sah Gelb-Rot. Gebhart traf. Und stürzte Borussia wieder in den ganz großen Frust.
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Statistik
Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter (89. Arango) - Reus, Idrissou - de Camargo (83. Herrmann), Matmour (67. Hanke). - Trainer: Frontzeck
Stuttgart: Ulreich - Funk (46. Kuzmanovic), Tasci, Niedermeier, Molinaro (46. Hajnal) - Träsch, Gentner - Gebhart, Boka - Harnik (79. Schipplock), Pogrebnjak. - Trainer: Labbadia
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore: 1:0 Dante (29.), 2:0 de Camargo (32.), 2:1 Pogrebnjak (51.), 2:2 Harnik (56.), 2:3 Gebhart (87., Foulelfmeter)
Zuschauer: 39.132
Gelb-Rote Karte: Dante wegen wiederholten Foulspiels (87.)
Gelbe Karten: Reus (7) - Gebhart (5), Niedermeier (5)
Torschüsse: 15:10
Ecken: 5:3
Ballbesitz: 42:58 Prozent
Fouls: 18:13
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