Ob beim FC Schalke oder Borussia Dortmund, Arsenal London oder VfB Stuttgart: Jens Lehmann ist immer für einen Aussetzer gut. Wir haben seine Eskapaden zusammengefasst.
4. November 1989:
Der Beginn einer großen Karriere: Schon als 20-Jähriger macht Jens Lehmann in der 2. Liga auf sich aufmerksam. Beim Spiel des FC Schalke 04 bei der SpVgg Unterhaching zieht er seinem Gegenspieler Bernd Müller an den Haaren. Immerhin darf er bis zum Ende weiter spielen, Schalke verliert aber 1:2. Bernd Müller erzielt das erste Tor.
16. Oktober 1993:
Schon ein Jahr zuvor kassiete Jens Lehmann im Trikot des FC Schalke sechs Gegentore bei Bayer Leverkusen. Nun sieht es nicht besser aus. Zur Pause hat sich der Torwart wieder drei gefangen. Trainer Jörg Berger wechselt ihn daraufhin aus und bringt Holger Gehrke. Lehmann passt das gar nicht. Er duscht und fährt mit der S-Bahn Richtung Heimat, noch bevor das Spiel abgepfiffen ist.
10. April 1999:
Gerade erst von seinem halbjährigen Intermezzo beim AC Mailand in die Bundesliga zurückgekehrt macht Jens Lehmann bei Borussia Dortmund negativ auf sich aufmerksam. Bei der 0:2-Niederlage bei Hansa Rostock zieht er Timo Lange an den Haaren. Die Folge: Der Torwart sieht in der Schlussminute Rot, Lange muss mit Gelb-Rot vom Platz.
17. März 2002:
Auf dem Weg zur Meisterschaft macht Borussia Dortmund beim SC Freiburg Halt - und der Stollen von Jens Lehmanns Schuh im Körper von Soumaila Coulibaly. Gegen den am Boden liegenden Mittelfeldspieler tritt der Torwart nach, der Schiedsrichter sieht es nicht und mit Lehmann im Kasten gewinnen die Gäste 5:1. Weil die Fernsehbilder ihn aber belasten, wird er nachträglich vier Spiele gesperrt.
22. Februar 2003:
Als sei das Revier-Derby beim FC Schalke 04, das 2:2 endet, mit zwei Doppelschlägen beider Teams binnen sechs Minuten nicht schon spektakulär genug gewesen, so setzt Jens Lehmann dem ganzen die Krone auf. Zehn Minuten vor dem Abpfiff faltet er nach einer Abseitsentscheidung seinen Mitspieler Marcio Amoroso so sehr zusammen, dass der Schiedsrichter ihm Gelb zeigt. Dumm nur, dass Lehmann zuvor schon den Karton gesehen hat und vom Schiri mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt wird.
21. Juli 2003:
Nicht nur in der Bundesliga fliegt Jens Lehmann vom Platz, sondern auch im Ligapokal. Schon nach 16 Minuten bekommt er nach einer Attacke gegen Kevin Kuranyi vom VfB Stuttgart die Rote Karte. Mit Roman Weidenfeller als Ersatz im Tor gewinnen die Dortmunder das Halbfinale dennoch 1:0.
6. April 2004:
Mit seinem FC Arsenal hat Jens Lehmann beste Chancen, ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Doch einen Schuss von Claude Makelele lässt Lehmann so abprallen, dass Frank Lampard zum Ausgleich abstauben kann. Anschließend erzielen die Gäste sogar den Siegtreffer und werfen den Stadtrivalen aus dem Wettbewerb.
17. Mai 2006:
Mit großartigen Paraden hatte Jens Lehmann erst dafür gesorgt, dass Arsenal London das Finale der Champions League erreicht. Doch das Endspiel ist schon nach 18 Minuten für ihn gelaufen. Nach einer Notbremse an Samuel Eto'o vom FC Barcelona muss der Schlussmann runter, Arsenal in Unterzahl spielen und kann die Führung nicht über die Zeit retten. Barca dreht das Spiel in der Schlussphase.
27. September 2008:
In seinem sechsten Spiel nach seiner Rückkehr in die Bundesliga ist Jens Lehmann mit den Entscheidungen der Unparteiischen noch nicht ganz einverstanden. Felipe Santana erzielt für Borussia Dortmund das 2:0, der Torwart fühlt sich angegangen und will nicht, dass der Treffer zählt. Wegen der Entscheidung für das Tor zeigt Lehmann dem Schiedsrichter den Vogel. Dafür bekommt er Gelb.
29. Oktober 2008:
Per Elfmeter besorgt Piotr Trochowski vom Hamburger SV die Führung gegen Stuttgart. Jens Lehmann ist so böse, dass er den Ball aus seinem Tor holt und wegwirft - direkt in Richtung des Hamburgers David Jarolim, den er aber nur an der Hacke trifft. Eine Unsportlichkeit.
8. Januar 2009:
Eigentlich möchte der Fan nur ein Foto mit Jens Lehmann. Doch der lehnt ab. Begründung: Der Anhänger habe nicht "Bitte" gesagt. Der Torhüter scheint sich mehr bei anderen als bei sich selber um Umgangsformen zu scheren.
18. Februar 2009:
Jens Lehmann glaubt, dass sein Mannschsftakollege Khalid Boulahrouz Probleme hat, den Anweisungen des Torhüters Folge zu leisten. Darum zieht er ihm im Uefa-Cup-Spiel bei Zenit St. Petersburg das Stirnband ab und wirft es hinter sein Tor.
21. Februar 2009:
Der Hoffenheimer Salid Salihovic verliert im Spiel beim VfB Stuttgart einen Schuh. Jens Lehmann weiß, was er damit anzufangen hat. Er wirft ihn runter vom Spielfeld auf sein Tor. Salihovic sucht gefühlte Minuten nach seinem Schuh, Lehmann hilft ihm nicht, diesen wiederzufinden.
19. September 2009:
Die Krise beim VfB Stuttgart ist schon zu Saisonbeginn groß, da siegt der 1. FC Köln 2:0 bei den Schwaben. Zurück in seiner Wahlheimat in Bayern, wo er sich mit dem Hubschrauber hinfliegen lässt, ärgert sich Lehmann aber weniger über die Pleite als man meinen mag. Mit Freunden ist er abends zu Gast auf dem Münchner Oktoberfest.
24. Oktober 2009:
Bei der 0:1-Pleite des VfB Stuttgart bei Hannover 96 gerät Jens Lehmann mit einem Balljungen aneinander. Der Torwart will ob des Rückstandes schnell einen Ball haben, um diesen einzuwerfen und noch auszugleichen. Doch der Balljunge wirft ihm den Ball nicht zu, sondern über ihn. Anschließend beschwert sich der 40-Jährige über die Erziehung des Jungen.
9. Dezember 2009:
Was genau in der Schlussphase des Champions-League-Spiels gegen Unirea Urziceni passiert, will Jens Lehmann nicht sagen. Doch der Verdacht liegt nahe, dass er sich - während das Spiel läuft - hinter der Bande erleichtert. Wenige Sekunden hockt er dort und fummelt in seiner Hose rum.
10. Dezember 2009:
Angeblich bekommt Jens Lehmann wegen seiner Kritik an der Entlassung von Stuttgarts Trainer Markus Babbel eine Geldstrafe von 40.000 Euro aufgebrummt. Diese will er aber partout nicht zahlen.
13. Dezember 2009:
Der VfB Stuttgart hat den Sieg beim FSV Mainz fast sicher. Doch dann spielt Jens Lehmann nach einer Kollision mit Aristide Bance minutenlang den sterbenden Schwan. Kurz darauf geraten die beiden wieder aneinander, diesmal steigt der Torhüter dem Stürmer auf den Fuß. Der Schiedsrichter wertet es als Revanche, zeigt Lehmann Rot und entscheidet auf Elfmeter, den die Gastgeber verwandeln. Das Spiel endet 1:1, Stuttgart bleibt in der Krise.