1. Bundesliga 16/17
| 09.55 Uhr

Appell an Fußball-Fans
Rauball: Keine Pyro-Technik in derzeit sensibler Situation

Porträt: Das ist Reinhard Rauball
Porträt: Das ist Reinhard Rauball FOTO: AP
Frankfurt/Main. Reinhard Rauball, Interims-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), appelliert demonstrativ an die Fans, auf Pyro-Technik in deutschen Stadien zu verzichten.

"Pyro-Technik ist grundsätzlich verboten, weil damit große Gefahren verbunden sind. Eine Verwendung in der sensiblen Situation, in der wir uns derzeit befinden, wäre aber an Unverantwortlichkeit kaum zu überbieten", sagte der 68-Jährige in der Bild-Zeitung.

Zudem glaube Rauball nicht, "dass der Fußball im Fokus der Terroristen steht. Es geht mehr darum, ein höchstes Maß an Aufmerksamkeit zu erzielen." Diese Einschätzung würden auch viele Experten teilen, mit denen er gesprochen habe.

Dass die Nationalmannschaft ein großes Ziel für Terroristen sei, bezeichnete Rauball als Spekulation. "Die Sicherheitsbehörden sagen, dass es keine Erkenntnisse in diese Richtung gibt. Es ist ganz wichtig, dass wir nicht mit Gerüchten absichtlich oder unabsichtlich Angst schüren, die den Terroristen in die Hände spielt."

DFB-Interimspräsident Rainer Koch will die Spiele in der Bundesliga nicht um jeden Preis austragen lassen. Sicherheit habe "oberste Priorität", eine Partie werde nur dann angesetzt, wenn alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden, sagte Koch am Donnerstag dem Radiosender "Bayern 2". Nach der Absage des Länderspiels zwischen der deutschen Nationalmannschaft und den Niederlanden am Dienstagabend zeigte sich Koch aber zuversichtlich, dass der Bundesliga-Spieltag am Wochenende problemlos über die Bühne geht. Klubs, Verbände und Behörden seien "bestens aufgestellt", betonte er. Aktuell gebe es keine konkreten Gefährdungen.

Freitag befürchtet Auswirkungen

Dagmar Freitag, die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages, rechnet nach den Terroranschlägen von Paris mit spürbaren Auswirkungen für künftige sportliche Großveranstaltungen. "Zumindest in näherer Zukunft" würden viele Menschen "mit diffusen Gefühlen ins Stadion gehen", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag dem "SWR".

"Man hat im Kopf, was in Paris passiert ist, was in Hannover hätte passieren können", urteilte sie. Es bestehe immerhin die Hoffnung, dass die Zeit der Angst bald vorübergehe. "Wir wissen auch aus der Geschichte, dass solche Phasen anschwellen und auch irgendwann wieder abschwellen – hoffentlich jedenfalls", kommentierte Freitag.

In der französischen Hauptstadt hatten Terroristen am Freitag während des Länderspiels zwischen Deutschland und der Equipe Tricolore Anschläge auch in Stadionnähe verübt. Die in Hannover angesetzte Partie zwischen der DFB-Elf und den Niederlanden war am vergangenen Dienstag wegen einer akuten Gefahrenlage kurzfristig abgesagt worden.

(can/dpa/sid)
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