Bundesliga: ARD droht mit Aus für Sportschau
VON A. V. GERSDORFF UND G. VOOGT - zuletzt aktualisiert: 14.01.2008 - 07:52Düsseldorf/Berlin (RP). Im Kampf um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga zeichnet sich ein harter Kampf zwischen der ARD und dem Bezahl-Sender Premiere ab. Ein Sprecher von Premiere erklärte gestern im Gespräch mit unserer Redaktion, der Sender werde darauf beharren, dass die Bundesliga-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen ab 2009 nicht vor 22 Uhr gezeigt werden dürfen.
Günter Struve, Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens und ARD-Sportkoordinator, sagte, die ARD habe "kein Interesse" an Bundesliga-Rechten nach 20 Uhr. Nach 20 Uhr dürfe im Ersten keine Werbung mehr gezeigt werden. Die Möglichkeit der Refinanzierung sei daher deutlich eingeschränkt.
Die offensive Position von Premiere hängt nach Ansicht von Experten mit dem Einstieg des Medienunternehmers Rupert Murdoch bei dem Sender zusammen. Murdoch hat bereits in England einen Pay-TV-Sender übernommen und den Spitzenfußball durch Millionen-Zahlungen aus dem frei empfangbaren Fernsehen verdrängt.
Während die Deutsche Fußball Liga derzeit rund 420 Millionen Euro aus den Rechten erzielt, liegt diese Summe in der französischen Liga bei 600 Millionen. Dort hat der Pay-TV-Sender Canal plus alle Rechte erworben.
Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, plädierte für die "weiterhin zeitnahe Zusammenfassung der Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen".
Für die Zukunft setzt der SPD-Politiker auf Gehaltsobergrenzen im europäischen Fußball: "Sobald der EU-Vertrag ratifiziert ist, kann jedes Parlament solche Obergrenzen beschließen. Das würde das Ende des Wettbietens um Top-Fußballer und damit des Zwangs zu immer höheren Einnahmen aus dem Fernsehgeschäft einläuten."
Der SPD-Fraktionsvize im NRW-Landtag, Marc Jan Eumann, sagte unserer Redaktion: "Ich rate der Deutschen Fußball-Liga dringend, das Qualitätsprodukt ,Sportschau’ nicht beiseite zu schieben. Damit täte sie sich keinen Gefallen."
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