Nürnberg kämpft um die Existenz: Auch für Manager Bader geht es um den Job
zuletzt aktualisiert: 13.05.2010 - 18:48Nürnberg (RPO). Wenn der 1. FC Nürnberg heute Abend (20.30 Uhr/Live-Ticker) gegen den FC Augsburg in der Relegation um den Klassenerhalt kämpft, steht auch der Job von Manager Martin Bader auf dem Spiel. Und die Zukunft eines ganzen Klubs.
Bader wird ein gehöriges Maß an Verantwortung dafür zugeschrieben, dass der Club auch in dieser Spielzeit wieder hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb. Dafür, dass Nürnberg immer mehr zu einem dieser heimatlosen Klubs wie Arminia Bielefeld oder der VfL Bochum wird, die irgendwo im Graubereich zwischen den Ligen anzusiedeln sind. Zu gut für die zweite, zu schlecht für die erste Liga.
"Es gibt sicher einige Leute im Umfeld des 1. FCN, die scharf auf seinen Job sind", sagt Club-Präsident Franz Schäfer. Eigentlich sollte Bader in der kommenden Saison in den Vorstand aufsteigen, im Abstiegsfall würde aber wohl nicht nur darüber diskutiert werden.
Schäfer hütet sich, Bader öffentlich zu kritisieren. "Man kann ihm nicht vorwerfen, dass wir ein schlechtes Stadion haben, das zu vermarkten eine Katastrophe ist. Alle anderen Vereine haben da uns gegenüber Vorteile", sagt der Boss. Der Spielraum, den Bader bei der Kaderzusammenstellung, dem Kernbereich seines Aufgabengebietes, hat, sei deshalb in Nürnberg geringer als anderswo, meint Schäfer.
Hecking lobt Bader
Hat Bader, der jetzt im siebten Jahr beim Club ist, das Optimum daraus gemacht? "Martin Bader macht hier sehr gute Arbeit", sagt Trainer Dieter Hecking, dessen Zukunft auch am Klassenerhalt hängt - nur dann verlängert sich sein Vertrag automatisch bis 2011. Das ist aus Sicht der Bader-Kritiker keine komfortable Lage für den Verein. Auch das von Bader mit Ex-Coach Michael Oenning entworfene Konzept, auf junge, meist ausgeliehene Spieler zu setzen, wird attackiert.
Bader ficht das nicht an. "Die 'Bader-raus'-Rufe gefallen mir nicht, aber das gehört zu meinem Job. Man darf die Rahmenbedingungen hier nicht vergessen", sagt er. Er weist zurecht darauf hin, dass er bei seinem Amtsantritt einen zehn Millionen Euro schweren Schuldenberg vorgefunden hat. Zudem habe ihm der Aufsichtsrat nach dem Aufstieg vorgeschrieben, dass es keine Neuverschuldung geben dürfe. "Der 1. FC Nürnberg kann keine großen Sprünge machen", sagt er.
Unter den Umständen habe er ganz gut gearbeitet, meint Bader. So sei es ihm etwa gelungen, "alle wichtigen Spieler" mit Verträgen auszustatten, die "zu reduzierten Bezügen" auch in der 2. Liga gelten. Er gibt aber auch eigene Fehler zu. "Vielleicht war es doch zu blauäugig zu glauben, dass die Dichte dieses Kaders mit den vielen jungen Spielern ausreichen würde."
Der Jugend-Weg habe allerdings auch "Werte geschaffen", betont Bader. "Die jungen Spieler bilden eine Substanz für den Verein, und sie brächten uns Geld, wenn wir sie verkaufen müssten." Daran will Bader aber nicht denken - denn das hieße, dass der Club gescheitert ist.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

























