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Borussia Mönchengladbach: Augsburg tut Borussia weh

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2011 - 08:05

Augsburg (RP). Gladbachs Fußballprofis verlieren beim Bundesliga-Aufsteiger mit 0:1. Ihr früherer Kollege Callsen-Bracker erzielt das Tor der Gastgeber. Schlussmann ter Stegen erleidet eine schmerzhafte Prellung des Brustkorbs.

Mönchengladbach/Augsburg Marc-André ter Stegen hatte nicht gut geschlafen. Borussias 0:1-Niederlage beim FC Augsburg tat ihren Teil dazu bei, vor allem aber schmerzte der Brustkorb. Ter Stegen brachte eine Thoraxprellung von der erfolglosen Dienstreise zum Aufsteiger mit. Filip Daems hat sich den Mittelfuß geprellt und Juan Aramgo die Schulter. Martin Stranzl hatte eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste. Ob einer der niederrheinischen Patienten ausfällt, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Dieses 0:1, das der abgefälschte Freistoß von Jan-Ingwer Callsen-Bracker besiegelte, war alles in allem eine Niederlage, die Borussia richtig wehtat. Nach den Festspieltagen gegen Bremen, Köln und Dortmund holte Augsburg das Team von Trainer Lucien Favre jäh zurück in den Alltag der Fußball-Bundesliga. Augsburg zeigte den Willen, sich im Abstiegskampf zu behaupten. Und "wir haben den Kampf nicht richtig angenommen", stellte Filip Daems fest.

Dabei wussten die Gladbacher, was auf sie zukommen würde. Erstens, weil Lucien Favre seine Spieler akribisch vorbereitet hatte. Und zweitens, "weil wir die Situation noch aus dem letzten Jahr kennen, als wir selbst da unten standen", sagte Daems. Doch Wissen schützt vor Verlieren nicht. Augsburg kämpfte die Borussen nicht nur nieder, sondern ging die Aufgabe auch taktisch klug an. "Sie haben uns vorne zugestellt, damit sind wir nicht klargekommen", sagte Mike Hanke. Schon Marc-André ter Stegen, der erste Aufbauhelfer der Favre-Borussia, wurde von den Augsburger Angreifern angegangen, wenn er den Ball hatte.

So konnten die Borussen nur anfangs ihr Spiel in Ruhe entwickeln, dann ließen die Augsburger sie nicht mehr kombinieren. "Wir haben zu viel mit langen Bällen agiert", gestand Stranzl. Das ist ein Stilmittel, das die Gladbacher nicht so gut können. Wegen seiner Wunde am Kopf wollte Stranzl nicht lange lamentieren. "Das passiert in so einem Spiel", sagte er. Weit mehr schmerzte die vierte Saisonniederlage. "Wir waren nicht gut", sagte Stranzl nach Borussias schwächster Saisonleistung. "Aber solche Spiele hat man immer in der Saison, und wenn es zwei oder drei sind, dann ist das noch okay". Die Borussen haben zu spüren bekommen, wie es sich anfühlt, als Spitzenmannschaft bei einem Abstiegskandidaten anzutreten. Die Augsburger hatten am Ende alle Weihnachtsmann-Mützen auf.

Geschenke hat jedoch nur Gladbach verteilt. Nicht nur, weil Raúl Bobadilla Callsen-Brackers Freistoß ins eigene Tor abfälschte. "Wir versuchen, in jedem Spiel unsere Leistung zu bringen, heute ist uns das nicht gelungen", gestand Stranzl. Möglich, dass der verletzte Marco Reus, der das Spiel daheim am Fernseher verfolgte, der Geschichte mit seinen Extra-Qualitäten einen anderen Dreh gegeben hätte. "Aber er ist eben nicht da –und er hat auch gegen Dortmund gefehlt", sagte Stranzl.

Ob Reus bis Sonntag, wenn Mainz kommt, wieder mitwirken kann, ist offen. Gegen den BVB hatte Borussia ohne ihn verblüffend gut gespielt, nun in Augsburg war sie verblüffend schlecht. "Ich habe immer gesagt, dass wir um jeden Punkt kämpfen müssen", sagte Lucien Favre. Der kämpferische Aspekt kam in Augsburg zu kurz. "Ob es ein Rückschlag oder ein Ausrutscher war, werden wir sehen. Aber wir hatten schon öfter solche Phasen und sind immer wieder gleich aufgestanden", sagte Stranzl. Nach Mainz kommt noch Schalke im Pokal. Schmerzhafte Erfahrungen wie in Augsburg wollen die Borussen jedoch nicht mehr machen.

Quelle: RP/can


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