Verdruss bei Ex-Nationaltorwart: Balljunge trickst Jens Lehmann aus
zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 00:06Hannover (RPO). Jens Lehmann war außer sich. "Mamma Mia", schrie der Torhüter des VfB Stuttgart nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei Hannover 96 durch die Stadionkatakomben und stapfte mit großen Schritten in Richtung Kabine: "Was ist das für eine Kultur hier? Selbst die Balljungen sind Betrüger." Für einen Moment schien der Keeper fast den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören.
Es war die 81. Spielminute, die Lehmann derart aus der Bahn geworfen hatte. Der VfB lag zurück, drängte auf den Ausgleich und kämpfte um jede Sekunde. Lehmann eilte zur Außenlinie um einen Einwurf auszuführen, doch der zuständige Balljunge wollte irgendwie nicht so wie Deutschlands ehemalige Nummer eins und warf die Kugel über den heranstürmenden Keeper hinweg aufs Feld. Auf Lehmanns Kopf machte der Ball eine kurze Zwischenstation.
"Ich habe nur meinen Job gemacht. Ich habe ihm den Ball hoch zugeworfen und er kam dann auf seinem Kopf runter. Lehmann hat mich dann gefragt: 'Was soll der Scheiß?'", beschrieb der 14-jährige Aron Schulz die Szene der Bild am Sonntag. Während der Vorfall bei manchem Zuschauer für Amüsement sorgte, hatte sich Lehmann selbst frisch geduscht noch nicht über das vermeintliche Zeitspiel beruhigt.
"Jetzt gehe ich nach Hause und muss meine Kinder erziehen, damit wenigstens die korrekt werden", moserte der 39-Jährige: "Mit so etwas muss man in der Bundesliga aber wohl leben. Das ist typisch für unsere Kultur - betrügen." 96-Coach Andreas Bergmann schüttelte nach Lehmanns Ausbruch nur den Kopf: "Wenn Herr Lehmann meint, dass die Aktion eines Balljungen spielentscheidend ist, habe ich dafür kein Verständnis."
Trainer-Legende Udo Lattek: "Der Junge hat schlecht zugeworfen."
Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen: "Lehmann hätte sich nur umdrehen müssen, um den Ball zu fangen. Er warf auf diese Situation nicht richtig eingestellt."
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