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Bayer Leverkusen: Bayer 03 - Dutt gerät stark unter Druck
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 19.12.2011 - 07:56Leverkusen (RP). Als sich Bayer Leverkusens Profis, Verantwortliche und Mitarbeiter am Sonntag zur gemeinsamen Weihnachtsfeier trafen, war von festlicher Stimmung nichts zu spüren.
Auch in Rudi Völlers Bewertung der Lage schwang dementsprechend wenig vorweihnachtliche Harmonie mit: "Das einzig Positive ist, dass man nach so einer Leistung nichts mehr unter den Teppich kehren kann, sondern wir im Trainingslager die Dinge deutlich ansprechen müssen. Man hat die gesamte Vorrunde über gesehen, dass irgendwas nicht stimmt. Das wurde durch kleinere Erfolgserlebnisse übertüncht", sagte Leverkusens Sportdirektor und ging damit erstmals deutlich auf Distanz zu Trainer Robin Dutt, der nach der mit nur 26 Punkten enttäuschenden Hinrunde mehr als je zuvor in der Kritik steht.
Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sprach Dutt zwar branchenüblich das Vertrauen aus ("Die Planungen sind darauf ausgerichtet, dass er das Trainingslager leitet"), aber es wird natürlich im Umfeld längst auch über eine mögliche Ablösung des Trainers diskutiert. "Wir werden jetzt die Wunden lecken und dann nach Weihnachten alles auf den Tisch bringen", kündigte Völler an. Was wohl auch für die Profis gilt. "Man macht es den Spielern zu einfach, wenn man sagt, die Mannschaft versteht den Trainer nicht."
Vor den Augen von Bayer-Konzernchef Marijn Dekkers bot die Werkself gegen Nürnberg eine atemberaubend schlechte Leistung, die auch dem Letzten klargemacht haben dürfte, dass so ziemlich alles im Argen liegt. Der Konzepttrainer Dutt muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Auftritte seiner Mannschaft mehrheitlich konzeptlos daherkommen. Die Verantwortlichen müssen sich zum einen die Frage gefallen lassen, warum sie nach dem Erfolg mit dem väterlichen Trainer Jupp Heynckes in Dutt erneut auf den zuvor bereits erfolglos ausprobierten "Konzept-Typ" der Marke Labbadia gesetzt haben. Zum anderen muss geklärt werden, wie lange man eigentlich noch tolerieren will, dass altgediente Profis den Verein quasi als ihr Eigentum betrachten und ihnen unbequeme Neuerungen (Dutt) abzuwehren versuchen. Eine Veränderung der Mannschaftsstruktur scheint unvermeidlich und wurde von Holzhäuser wohl aus dieser Überlegung heraus auch schon angekündigt.
Dass es entgegen anderslautenden Beteuerungen zwischen Trainer und Spielern mehrheitlich nicht passt, liegt nicht nur an Dutt und dessen Führungsstil. Fakt ist: Von einer Einheit ist keine Spur, Spieler fremdeln mit Dutt, dessen Arbeitsweise und den blassen Co-Trainern Buric und Langner, Dutt seinerseits droht an den Eigeninteressen mancher Profis zu scheitern. "Wir haben einen Haufen Arbeit vor uns", sagt Dutt. Die Frage ist, ob er die Zeit dazu bekommt.
Bayers Fans quittierten die Leistung ihrer Lieblinge derweil mit Spott und sangen in Anspielung auf den Gegner im Champions-League-Achtelfinale: "Und Ihr wollt gegen Barca spielen?"
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